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Hanka Kliese

SPD 25.03.2021 Sitzungen 7/26

Ein strukturelles Problem liegt darin – wie ich schon ausgeführt hatte –, dass wir sehr krasse Gehaltsunterschiede haben. Die sind nicht ausgedacht, die sind nicht erfunden, die gibt es ja. Es ist so, dass die Berufe, in denen Frauen vorrangig arbeiten, deutlich schlechter bezahlt werden. Das heißt, es gibt hier eine strukturelle Abwertung der Arbeit von Frauen, die wiederum dazu führt, dass Frauen sich häufiger dafür entscheiden, zu Hause zu bleiben, wenn der Fall eintritt, dass jemand zu Hause bleiben muss. Das wäre ein Beispiel für so eine strukturelle Ungleichheit. Ich fahre mit meiner Rede fort. Ich hatte schon die Frage thematisiert, wieso wir in Corona-Zeiten in alte Muster zurückfallen. Das wird ja bezweifelt. Es ist tatsächlich so, dass wir klassische Frauenaufgaben zum Teil ziemlich gut überwunden hatten, und zwar durch Männer, die Lust darauf haben, das zu übernehmen. Das ist eine tolle Sache. Wir bieten das Elterngeld an. Aber es würde nicht funktionieren, wenn es nicht viele Väter gebe, die darauf Lust haben, das zu machen. Das ist eine tolle Sache, die ich hier gern würdigen möchte. All die politischen Instrumente können wir uns ausdenken, wie wir wollen. Aber wir brauchen die Männer dazu, die sagen: Wir sind bereit. Wir haben Lust, mit dem Kind drei Monate zu Hause zu bleiben. Vielen Dank an die Männer, die das machen und zeigen, dass es diesen Bedarf gibt. (Beifall bei der SPD, der CDU, den LINKEN und den BÜNDNISGRÜNEN) Das ist kein von Rot-Grün ausgedachtes modernes Konstrukt, von dem wir uns irgendwie vorstellen, dass es schön wäre. Es ist vielmehr ein natürliches Bedürfnis auch von Vätern, mit ihren Kindern Zeit zu verbringen. Deshalb wird das jetzt gern genutzt. Durch die Coronakrise ist es aber so geworden, dass tatsächlich häufiger die Frauen diejenigen sind, die zu Hause bleiben und damit wieder zu den klassischen Tätigkeiten zurückgeführt werden. Das Ganze ist aber noch verbunden mit Homeschooling. Das heißt, sie machen Homeschooling und machen das Essen. Das machen vorrangig Frauen. Ganz nebenbei betreuen sie noch ihre Arbeit von zu Hause aus. Viele Menschen haben in der letzten Zeit überhaupt noch nicht verstanden, was diese kombinierte Herausforderung bedeutet, was es bedeutet, das alles auf einmal zu tun. Das können manche Frauen mehr ermessen als Männer. Vielleicht hatten auch Sie in den letzten Monaten viel mehr als sonst verschiedene Gifs und Videos zugeschickt bekommen. Manchmal ist das schon ein bisschen anstrengend. Eines haben mir komischerweise viele Frauen geschickt: Da sitzt eine Frau im Bewerbungsgespräch. Der Mann sagt zu ihr: „Die Stelle, auf die Sie sich bewerben, machen normalerweise zwei Männer.“ Da guckt die Frau ganz traurig und sagt: „Ach schade, nur ein Teilzeitjob.“ (Heiterkeit bei der SPD und den BÜNDNISGRÜNEN) Ich fand das ganz witzig. Ich möchte damit die Arbeit von Männern überhaupt nicht abwerten. Aber ich freue mich, dass Frauen inzwischen das Selbstbewusstsein haben zu erkennen, wie viel sie arbeiten. (Beifall bei der SPD, der CDU, den LINKEN, den BÜNDNISGRÜNEN und der Staatsregierung) Erste Vizepräsidentin Andrea Dombois: Wir gehen in die nächste Runde. Für die BÜNDNISGRÜNEN spricht jetzt Frau Abg. Hammecke.

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