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Sarah Buddeberg

Die Linke 25.03.2021 Sitzungen 7/26

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Werte Kolleginnen und Kollegen! Vielleicht zu Beginn, es bleibt einem ja nicht erspart: Wenn die Kollegin Hammecke hier spricht und in der AfD-Fraktion – noch einmal fürs Protokoll; ich wiederhole es – der Kollege Barth zum Kollegen Weigand sagt: „Na, hast du auch deine Frau in der Küche angekettet?“, dann haben Sie sich für diese Debatte disqualifiziert. (Beifall bei den LINKEN, den BÜNDNISGRÜNEN und der SPD) Das ist zynisch. Das ist widerlich und das zeigt Ihr rückwärtsgewandtes Geschlechterbild. (Dr. Rolf Weigand, AfD: Das war ironisch gemeint vom Kollegen Barth!) – Ja, genau. Sehr, sehr lustig. Das ist wirklich ein Schlag ins Gesicht der Frauen, die Opfer häuslicher Gewalt werden. Ich bin so wütend darüber. Zum Thema Sexarbeit, Daniela Kuge, müssen wir, glaube ich, noch einmal separat reden. Wir hatten ja eine Anhörung dazu. Wenn man hier über Sexarbeit im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie spricht, muss man unbedingt über die Situation der Sexarbeiterinnen reden, die wirklich in einer völlig prekären Situation sind, existenziell bedroht, und die deswegen in die Illegalität gedrängt werden. Wir haben darüber schon an anderer Stelle gesprochen; das kann ich jetzt nicht weiter ausführen. Ich will jetzt zurück zum Titel der Aktuellen Debatte: „Frauen in der Coronakrise“. Ich möchte beginnen mit einem Slogan aus der emanzipatorischen Frauenbewegung, der heißt: „Wer sich nicht wehrt, endet am Herd!“. Dieser Slogan verdeutlicht, dass es um ein strukturelles Problem geht. Deswegen möchte ich zu Beginn auch mit einem Missverständnis aufräumen. Es geht nämlich nicht darum, dass Frauen nicht in der Küche sein dürften. Ich für meinen Teil bin gerne in der Küche, ich koche sehr, sehr gern. Es geht auch nicht darum, dass alle Frauen Karriere machen müssten, sondern es geht darum, dass die Frage, ob ich mich für Familie oder für Karriere oder für beides entscheide, eine freie Entscheidung sein muss. Diese Freiheit besteht nicht – das hat Corona deutlich gemacht. Es gibt eine Befragung von heterosexuellen Paaren, in der gefragt wurde: „Wer übernimmt denn die Sorgearbeit bei euch?“ Darauf haben 7 % der Männer geantwortet: „Das bin ich.“ 66 % der Frauen sagten: „Das ist meine Aufgabe.“ Bei den anderen war es ausgeglichener. Das setzt sich natürlich fort, wenn der Lockdown verlängert wird. Um das leisten zu können – es ist sehr aufwendig, diese ganze Sorgearbeit, die unbezahlte, zu übernehmen –, ist es natürlich notwendig, dafür die Erwerbsarbeit stärker zu reduzieren. Erste Vizepräsidentin Andrea Dombois: Gestatten Sie eine Zwischenfrage?

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