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Simone Lang

SPD 24.03.2021 Sitzungen 7/25

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete! Der Fachkräftemangel im Bereich der gesundheitlichen und medizinischen Versorgung beschäftigt uns bereits seit vielen Jahren. Auch hier im Parlament war er schon oft ein Thema. Dabei ging es vor allen Dingen um Pflegekräfte einerseits und die ärztliche Versorgung andererseits. Heute wollen wir den Blick auf die Gesundheitsfachberufe richten, also die Berufe, die in vollzeitschulischen Ausbildungsgängen vermittelt werden. Dazu gehören, wie wir gehört haben, Fachkräfte in der Physiotherapie, Ergotherapie, Diätassistenz und Logopädie, ebenso wie die Assistenzberufe Medizintechnik, Pharmazietechnik oder Radiologie. Die Wichtigkeit unseres Antrages möchte ich gern an der großen Gruppe der Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten verdeutlichen. Viele von Ihnen waren bestimmt schon einmal bei einem Physiotherapeuten. Ich bin jedes Mal aufs Neue beeindruckt, welch umfangreiches Wissen meine Physiotherapeutin hat, wie intensiv sie sich weiterbildet und wie sehr sie ihren Beruf liebt, und nicht zuletzt, wie gut sie es schafft, ihre Patientinnen und Patienten fachkundig und nachhaltig von Rückenschmerzen zu befreien, steife Nacken zu mobilisieren und nach Sportverletzungen und Operationen wieder fit zu machen. Der Fachkräftemangel bei Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten ist groß: 3,5 offene Stellen kommen auf eine arbeitssuchende Fachkraft. Die durchschnittliche Wartezeit für Patientinnen und Patienten liegt bei einem Monat. Viele Praxen brauchen lange, um freie Stellen zu besetzen. Dabei ist es besonders die Physiotherapie, die von sehr großem Wert für unser Gesundheitssystem ist. Physiotherapeutische Behandlungen helfen dabei, viele operative Eingriffe zu vermeiden und damit Kosten zu reduzieren. Außerdem befreien sie nicht nur Patienten und Patientinnen von akuten Schmerzen, sondern sie vermitteln auch Gesundheitswissen und Hilfe zur Selbsthilfe und haben dabei den größten nachhaltigen und präventiven Charakter. Aus den genannten Gründen brauchen wir viele junge Menschen, die sich für die Ausbildung zum Physiotherapeuten entscheiden. Dabei ist besonders die Tatsache, dass eine solche Ausbildung Geld kostet, eine große Hürde bei der Berufswahl. Bei solchen Berufen auf Schulgeld zu verzichten, ist für uns aber nicht nur eine Frage des Fachkräftemangels, sondern auch eine Frage der Wertschätzung. Das war uns schon bei den Pflegeberufen ein Herzensanliegen und gilt beim Erzieherberuf genauso wie bei den Gesundheitsfachberufen. Wer sich in den Dienst der Gesellschaft stellt, wer sich um Menschen kümmert, sie versorgt und heilt, darf dafür kein Schulgeld zahlen müssen. Nein, in den oder in die muss unsere Gesellschaft, unser Staat dankbar investieren. Deshalb haben wir im Koalitionsvertrag vereinbart – ich zitiere –: „Wir fordern die bundesweite Abschaffung des Schulgeldes für Gesundheitsfachberufe und setzen uns für eine angemessene Ausbildungsvergütung ein.“ Wir sind froh, dass der aktuelle Haushaltsentwurf der Staatsregierung trotz der schwierigen finanziellen Rahmenbedingungen diesen Punkt umsetzt. Wenn der Landtag den Doppelhaushalt im Mai beschließen sollte, dann wird die Ausbildung in den Gesundheitsfachberufen ab dem nächsten Ausbildungsjahr kostenfrei sein. Mit unserem Antrag wollen wir sicherstellen, dass hierfür ein einfaches und unbürokratisches Verfahren gewählt wird. Im Dezember letzten Jahres hat der Landtag die Schulgeldfreiheit für Erziehungsberufe beschlossen. Dies wird mithilfe einer Zuweisungsverordnung einfach und unbürokratisch umgesetzt. Das können wir uns für die Gesundheitsberufe ebenso gut vorstellen. Darum geht es in diesem Antrag, und deshalb bitte ich um Ihre Zustimmung, damit ab dem nächsten Ausbildungsjahr die Gesundheitsberufe in Sachsen schulgeldfrei werden. Vielen Dank. (Beifall bei der SPD, der CDU und den BÜNDNISGRÜNEN) Dritte Vizepräsidentin Luise Neuhaus-Wartenberg: Das war Simone Lang für die SPD-Fraktion. Ich bitte jetzt für die AfD-Fraktion Herrn Schaufel.

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