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Marika Tändler-Walenta

Die Linke 24.03.2021 Sitzungen 7/25

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Wir haben von Frau Lang vieles zu dem Thema „Soziale Orte“ gehört. Natürlich ist ein solcher sozialer Ort auch der Sportverein. In Sachsen ist Sport ohne ehrenamtliches Engagement einfach nicht denkbar: Hunderttausende Menschen halten die Vereine am Laufen und schaffen mit großem Einsatz die Strukturen, in denen Nachwuchsarbeit, Integration und Leistungssport gedeihen können. Doch was braucht es, um ehrenamtlichen Einsatz in Vereinen attraktiver zu machen? Das Wichtigste ist Anerkennung – nicht nur Anerkennung hier durch Reden im Haus oder durch Medaillen und Urkunden, sondern es geht um Anerkennung durch Unterstützung und Förderung. Das heißt erstens: Wir brauchen eine systematische und ganzheitliche Ehrenamtsförderung, und zweitens brauchen wir im Wesentlichen den Abbau von bürokratischen Hindernissen. Vor Ort fängt das meist schon bei der Frage an, wie ein Verein Trainingszeiten in einer Halle bekommt oder was er machen muss, um eine neue Gruppe aufzubauen. Oftmals ist in diesem Zuge auch von der Krise der Sportvereine zu hören. Zum einen können ehrenamtliche Positionen seltener besetzt werden. So klagen nicht wenige Vereine darüber, dass Vorstandsposten unbesetzt bleiben. Zum anderen findet ein Strukturwandel auch im Ehrenamt im Bereich des Sports statt. Das Ehrenamt muss sich biografischen Notwendigkeiten anpassen. Es finden sich neue Inhalte für ehrenamtliches Engagement wie im Bereich Umweltschutz und dementsprechend breitet sich das Feld des ehrenamtlichen Engagements zunehmend auf weitere gesellschaftliche Bereiche aus. Die jährlichen Bestandserhebungen in den Vereinen zeigten jedoch sehr stabile Zahlen auf einem hohen Niveau. Durch die Corona-Pandemie hat sich auch an dieser Stelle eine negative Entwicklung abgezeichnet. So gab es im vergangenen Jahr bei sächsischen Vereinen eine erhebliche Anzahl von Vereinsaustritten – insgesamt 20 000 in Summe, davon 13 000 im Kinder- und Nachwuchssport. Das ist alarmierend. Für die Zukunft des Sportlands Sachsen brauchen wir daher eine systematische und ganzheitliche Ehrenamtsförderung. Nun sieht der Haushaltsentwurf 2021/2022 eine Erhöhung für den Bereich Breitensport vor, in der zum Beispiel auch die Übungsleiterpauschale für ehrenamtliche Trainerinnen und Trainer enthalten ist und angehoben wird, was wir sehr begrüßen. Darüber hinaus brauchen wir aber auch einen flächendeckenden Ausbau von Ausbildungsmöglichkeiten für Übungsleiterinnen und Übungsleiter sowie Fortbildungsangebote für Vereinsvorstände – bis hin zum Schatzmeister. Denn ein Professionalisieren der Strukturen schafft nicht nur attraktive Angebote, sondern es hilft bei der Nachwuchssuche und Entwicklung, die jetzt schlichtweg einen notwendigen Prozess darstellt. Es gibt weitere Überlegungen, ehrenamtliches Engagement im Sport zu stärken – von der Befreiung von Parkplatzgebühren in der jeweiligen Kommune bis hin zu Bonuspunkten für die Studienbewerbung. An der Universität Erlangen kann man zum Beispiel mit einer Berufsausbildung und einem Übungsleiter- oder Trainer-B-Schein sportrelevante Themen auch ohne Abitur studieren. Grundsätzlich wäre es wichtig, dass man das Engagement insgesamt auf verschiedenen Eben würdigt, denn es geht ja nicht nur um den Sport. Ehrenamt findet sich auch in anderen Bereichen wie Integration durch Sport. Es ist für uns als Fraktion daher nicht nachzuvollziehen, dass im aktuellen Haushaltsentwurf die Gelder für Maßnahmen zur besseren Integration durch Sport gänzlich gestrichen wurden. Daher fordern wir auch hier ein klares Bekenntnis der Koalition zur Stärkung des Ehrenamts. Danke. (Beifall bei den LINKEN) Erste Vizepräsidentin Andrea Dombois: Wird nun seitens der BÜNDNISGRÜNEN das Wort gewünscht? – Das ist nicht der Fall. Dann frage ich die Fraktionen, ob noch eine dritte Rederunde gewünscht wird? Gibt es noch Redebedarf? – Frau Abg. Schwietzer von der AfD-Fraktion, bitte.

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