Kay Ritter
Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Kolleginnen und Kollegen! „Tue Gutes und sprich darüber.“ Dieses Sprichwort kennt wahrscheinlich jeder von uns. In Zeiten, in denen wir hören, dass Kultur und alles andere durch Corona am Boden liegt, ist es auch für die Vereine im Augenblick nicht einfach, durch die Zeit zu kommen. Wir sprechen heute über die, die Gutes tun. Das ist viel besser. Liebe Kolleginnen und Kollegen, ich bin der SPD dankbar, dass wir diese Debatte heute in diesem Hohen Haus führen können. Kollegin Lang hat erwähnt, was der Freistaat für ehrenamtlich engagierte Menschen in unserem Land macht. Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend hat gerade den lang ersehnten BundesfreiwilligenSurveys in Kurzform veröffentlicht. Den Hauptbericht dazu gibt es im Sommer dieses Jahres. Ich würde einmal darauf eingehen, was explizit in diesem Bericht steht: Wir verzeichnen einen kontinuierlichen Anstieg der freiwillig engagierten Menschen in den letzten 20 Jahren. 39,7 % der Bevölkerung ab 14 Jahren engagieren sich. Das ist außergewöhnlich. Zum ersten Mal gibt es keinen spürbaren Unterschied des Engagements zwischen Frauen und Männern. Ein Anstieg in allen Altersgruppen ist zu verzeichnen. Die Annäherung der Engagementquote zwischen alten und neuen Bundesländern erfolgt sukzessive. In Prozenten bedeutet das: In den alten Bundesländern haben wir einen Wert von 40,4 % und damit einen geringen Vorsprung von 3,4 %. Meine Damen und Herren, wir sind auf einem guten Weg. Die Berichtszahlen decken sich mit denen im Freistaat. Darauf möchte ich etwas näher eingehen. Das Beste vorweg: Wir werden auch im kommenden Doppelhaushalt an der Förderung des Ehrenamtes auf gleichem Niveau der vergangenen Jahre festhalten. Das bedeutet in Summe 11 Millionen Euro per annum. Als Mitglied der Stiftung „Wir für Sachsen“ und des Beirates freut mich das natürlich besonders. Wir haben hier vielfältige Handlungsfelder, und üblicherweise sind Sportvereine die größte Gruppe. Bei uns im Freistaat ist es etwas anders. Es ist ein kleiner Prozentpunkt, den sie vorn liegen. Der erste Platz geht hier an die Kultur. Ein Prozent dahinter folgt der Sport, gefolgt von Vereinen aus dem Freizeit- und Geselligkeitsbereich mit 17 % und Vereinen aus dem Bildungs- und Erziehungsbereich mit 16 %. Damit haben wir den großen Block von 70 % hinter uns. Einige werden sich fragen, wo die Feuerwehren geblieben sind. Natürlich ist der Bereich Bevölkerungs- und Katastrophenschutz, in den die freiwilligen Feuerwehren, Katastrophenhilfe, Bergrettung und Wasserrettung integriert sind, eingeschlossen. Sie kommen auf einen Prozentanteil von drei. Weitere Prozentpunkte mit drei fallen auf die Bereiche Kirchen, religiöse Vereinigungen, soziale Dienste, Gesundheitswesen, Bürger- und Verbraucherinteressen, und am Schluss runden Umweltschutz, Naturschutz, Wissenschaft und Forschung, Wirtschafts- und Berufsverbände und internationale Solidarität mit jeweils 2 % das Portfolio in dieser Grafik ab. Jetzt kann man sagen, die Engagementfelder sind unverhältnismäßig dargestellt. Das klingt erst einmal toll. Uns allen liegt vor Augen, die Feuerwehren sind eigentlich viel größer. Aber wir haben einmal eine Betrachtung durchgeführt, bei der es nur nach der Form der Organisation geht. Hier würde ich einen besonderen Dank an die Sächsische Landeszentrale für politische Bildung aussprechen, die mit ihrer Studie „Engagement in Sachsen“ einen Überblick gegeben hat, welche Themenfelder in Sachsen ehrenamtlich betreut werden. Das fanden wir sehr gut. Mehr dazu werde ich in der zweiten Runde sagen. Vielen Dank. (Beifall bei der CDU, den BÜNDNISGRÜNEN und der SPD) Erste Vizepräsidentin Andrea Dombois: Nun für die AfD-Fraktion Frau Abg. Schwietzer, bitte.
