Christian Piwarz
Vielen Dank, Frau Kollegin Melcher. Das hatte ich vorhin vergessen zu erwähnen. Wir reden ganz selbstverständlich von den Grundschulen, Oberschulen und Gymnasien. Natürlich sind die Förderschulen an der Stelle besonders wichtig. Ich hatte sie bei den Prioritäten vorhin nicht direkt benannt, das möchte ich jetzt nachholen. Das zielt genau auf Ihre Frage ab. Im Regelfall benötigen die Schülerinnen und Schüler einen besonderen Betreuungsbedarf, weil es ihnen besonders schwerfällt, wenn sie aus diesem schulischen Alltag und damit auch aus ihrem Tagesalltag herausgerissen werden. Deswegen muss es unser Ziel sein – auch im Bereich der Förderschulen, gerade dort in den kleineren Klassen, nicht zwingend nur in der Primarstufe, sondern in allen Klassen –, möglichst viel Präsenzunterricht anzubieten. Dadurch können wir wieder die Struktur und den Rhythmus hineinbringen, ermöglichen Kommunikation und das Miteinander mit der Lehrkraft bzw. der pädagogischen Fachkraft. Wo das nicht notwendig ist, muss man einzelfallbezogen hineinschauen. Förderschullehrer sind eine besondere Spezies, die ein besonderes Verhältnis zu ihren Schülerinnen und Schülern haben. Die Schülerinnen und Schüler benötigen eine besondere Zuwendung, der Bedarf ist vorhanden. Deswegen müssen die Förderlehrer oder Sonderpädagogen die Schülerinnen und Schüler noch viel stärker in der häuslichen Lernzeit betreuen und für sie da sein. Wir müssen dafür sorgen, dass auch diejenigen, die im sozialhilflichen Bereich unterwegs sind – die Alltagsbegleiter und dergleichen mehr –, weiterhin unterwegs sein können, damit die Schülerinnen und Schüler nicht in die Isolation geraten. Man muss für jeden einzelnen Schüler möglichst passgenau die Betreuung ermöglichen. Ich möchte aber auch Folgendes ganz deutlich sagen – das ist eine zentrale Erkenntnis aus dem Frühjahr –: Wir werden, je länger die häusliche Lernzeit dauert, selbst wenn es ein Wechselmodell ist, Schülerinnen und Schüler verlieren. Wir werden gerade diejenigen verlieren, denen es besonders schwerfällt und die wenig Unterstützung beispielsweise aus ihrem Elternhaus erhalten. Deswegen muss die erste Priorität folgende sein: diese Schüler an die Schulen zurückzuholen und eine Beschulung vor Ort möglich zu machen. Ansonsten müssen wir die Begleitung mit den jeweiligen Maßnahmen vor Ort bestmöglich organisieren. Das sind wir den Schülerinnen und Schülern, die es besonders schwer haben, in besonderer Weise schuldig. Zweiter Vizepräsident André Wendt: Vielen Dank. Am Mikrofon 1 steht Frau Kollegin Friedel von der SPD-Fraktion. Bitte.
