Petra Köpping
Ich sage nochmals: Wir wissen bei 25 % aller Ausbrüche, woher sie kommen. Darüber haben wir heute auch schon oft gesprochen: Familienfeiern, manchmal das kleine Dorffest, ein Vereinsfest; manchmal war es auch eine Physiotherapeutin, auch das hatten wir. Aus gastronomischen Einrichtungen und Hotels ist mir das so nicht bekannt. Aber bei 75 % derer, die positiv getestet wurden, wissen wir eben nicht, woher es kommt, deshalb weiß ich nicht, ob es von dort kommt. Was die Gastronomie und die Hotellerie betrifft, so ist es uns wirklich schwergefallen, zu sagen, dass sie nicht arbeiten dürfen, da dies wirklich ein Bereich ist, der sich in vorbildlichster Weise – ich kann Ihre Aussage nur wiederholen – an das, was sie an Hygieneauflagen bekommen haben, gehalten haben: Sie haben die Abstände eingehalten, sie haben Filteranlagen gekauft, sie haben ihr Personal geschult. Wir wissen immer, dass es auch ein paar Einzelne gab, die dies nicht getan haben. Das ist in allen Bereichen so; es ist auch kein Vorwurf. Deshalb sagte der Ministerpräsident heute zu Recht, es gehe nicht um Schuldzuweisungen, wenn man etwas schließt, sondern darum, dass wir etwas tun müssen, um Kontakte zu verhindern und zu vermeiden. Dazu brauchten wir eigentlich ein 80-prozentiges Herunterfahren unserer Kontakte. Dabei müssen wir mit bestimmten Bereichen beginnen, deshalb haben wir diese Bereiche gewählt – und nicht, weil die Gastronomie oder die Hotelwirtschaft in irgendeiner Form das, was wir an Auflagen erteilt haben, nicht eingehalten hätten. Deshalb noch einmal an dieser Stelle: Ich hatte in dieser Woche ein Gespräch mit der DEHOGA. Wir haben uns verständigt und miteinander gesprochen. Es ist wichtig, dass man miteinander spricht und erklärt und nicht gegeneinander ausspielt: Der darf öffnen und der nicht. Gerechtigkeit gibt es in einer Krise nicht, aber wir haben Varianten und Möglichkeiten gesucht, um die Kontaktbeschränkungen einzuschränken. Wir wissen, dass im Gastronomiebereich Alkohol im Spiel ist. Das ist kein Geheimnis, und es ist auch in Ordnung, wenn es in einem gesunden Maße ist. Insofern haben wir gesagt: Diese Bereiche sind es. Das ist in der Ministerpräsidentenrunde mit der Bundeskanzlerin beschlossen worden. Zweiter Vizepräsident André Wendt: Die Fraktion DIE LINKE, Kollegin Schaper.
