Petra Köpping
Okay, ich habe vorhin ja schon versucht auszuführen, dass im Moment wirklich immer das gleiche Amt von diesen beiden schwerwiegenden Katastrophen betroffen ist. Schweinepest, das hört sich für den einen oder anderen immer so ein bisschen locker an: Na ja, das ist ja nicht so schlimm. Wir haben jetzt gerade in Görlitz das sogenannte Sperrgebiet festgelegt; heute Vormittag hat der Krisenstab getagt. Wir wissen jetzt also, welches Gebiet tatsächlich eingezäunt und abgesperrt werden muss, damit wir in diesem Gebiet ein Betretungsverbot – so nennt sich das dann – für diese Zone einrichten können. Dort ist ein entsprechendes Wildschwein – damit bin ich bei der Prävention – geschossen worden. Das war eine der präventiven Maßnahmen, die wir vorgenommen haben und die für die Jäger nicht ohne sind. Die Jäger müssen jedes Schwein, das sie schießen, ganz normal zur Beprobung schicken. Dass sie eine Beschau machen müssen, das wissen sie – eine Trichinenuntersuchung. Aber dass sie auf der anderen Seite eben tatsächlich auch beproben müssen, ob das Schwein die Schweinepest hat, ist neu. Gleichzeitig kamen wirklich relativ starke Auflagen für das Entsorgen der Haut des Wildschweins bzw. der Innereien hinzu. Normalerweise vergräbt ein Jäger das im Wald. Das konnte er in dieser ganzen Zeit nicht tun. Deswegen haben wir im Finanzausschuss und hier im Plenum ja auch schon berichtet, dass es die sogenannte Pürzelprämie geben soll, damit der Aufwand, den die Jäger haben, ein Stück weit mit dieser Aufwandsentschädigung wiedergutgemacht werden kann. Genau dieser Schuss eines Schweines und die Untersuchung haben dazu geführt, dass wir das relativ früh gefunden haben. Ein geschossenes Schwein ist immer besser zu finden als ein Schwein, das im Wald verendet. Ein Schwein, das im Wald verendet, wird durch andere Tiere angefressen, womit dies eben auch verbreitet werden kann. Insofern ist das erst einmal positiv, was die Prävention betrifft. Nun haben wir das Thema Drückjagd, was die Jäger betrifft – dass sie gemeinsam zur Jagd gehen können. Ich kann noch keine endgültige Antwort geben. Wir arbeiten an dem Thema und wollen das möglich machen, weil das vermehrte Jagen in diesen Territorien außerordentlich wichtig ist. Es gab eine entsprechende Anfrage im Landtag. Wir wollen die sogenannte Pürzelprämie erweitern auf das gesamte Gebiet Sachsens. Das sind die Maßnahmen, die wir in diesem Bereich verfolgen. Noch einmal: Es sind immer die gleichen Ämter in den Landratsämtern, die das zurzeit machen. Sie können sich schon vorstellen: Wenn dann wieder Frau Köpping kommt und eine neue Anordnung verkündet, ist man nicht unbedingt immer begeistert, denn eine neue Anordnung bedeutet auch Arbeit und braucht Kraft für die Umsetzung. Zweiter Vizepräsident André Wendt: Vielen Dank. Nun an Mikrofon 7 wieder die AfD-Fraktion. Kollege Schaufel, bitte schön.
