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Jan-Oliver Zwerg

AfD 01.10.2020 Sitzungen 7/15

Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Die GRÜNEN wollen sehr gern den größten Teil des Energiebedarfs mit den sogenannten Erneuerbaren abdecken und setzen auf einen verstärkten Ausbau der Windenergie. Die Erneuerbaren machen aber gerade einmal 9 % unseres Primärenergieverbrauchs in Sachsen aus, davon Biomasse bei 6 %, Fotovoltaik 1 %, Windenergie 1,2 %. Das sind Zahlen von 2017, und ich glaube, wir haben sie nicht gesteigert. Und damit wollen sie jetzt die Welt retten. Doch von Alternativen will man von ihrer Seite nichts hören. Kernenergie – nein danke, Kohlekraftwerke mit CCS-System – auf keinen Fall. Sie erzählen den Leuten lieber das Märchen, dass man den Energiebedarf – Zitat – „… schnell und vollständig mit heimischen und erneuerbaren Energien decken könnte.“ Die Akzeptanz in der Bevölkerung für weitere Windenergieanlagen ist nicht gerade hoch, ganz zu schweigen von der nötigen Fläche. Die Energiedichte von Wind ist gering, das wissen Sie, und Sachsen ist ein relativ windschwaches Bundesland. (Marco Böhme, DIE LINKE: So ein Quatsch!) Zusätzlich benötigt man großtechnische Speicher, denn der Wind weht, wann er will, und nicht, wenn er soll. Aber eine wirtschaftliche und technisch ausgereifte Speicherlösung existiert derzeit eben nicht. Um den Überschussstrom an windigen Tagen zu speichern, soll nun der sogenannte Grüne Wasserstoff die Lösung sein. Man plant bereits ein Referenzkraftwerk in der Lausitz, aber die Verluste – daran sollte man bei den Wandlungsprozessen immer denken – sind relativ hoch. Der Gesamtwirkungsgrad liegt zwischen 20 und 30 %. Man steckt also drei- bis fünfmal mehr Energie hinein, als man herausbekommt. Wie das mit der Steigerung der Energieeffizienz zusammengeht, müssten sie noch einmal offenlegen. Um die Nachfrage bei Windflaute decken zu können, will man wiederum Gaskraftwerke als Backup errichten, und zwar in enormem Ausmaß. Dann können sie auch gleich die Gaskraftwerke errichten und dann ist es gut gewesen. Nun wollen die GRÜNEN auch noch Nord Stream 2 blockieren und wahrscheinlich lieber das teure Fracking-Gas importieren, welches übrigens nicht mit einem solarbetriebenen Containerschiff über den Ozean geschippert wird. (Zuruf des Abg. Valentin Lippmann, BÜNDNISGRÜNE) Der jährliche Primärenergiebedarf in Sachsen beträgt etwa 650 Petajoule, durch die erneuerbaren Quellen werden ungefähr 60 davon abgedeckt, bleiben immer noch 590 Petajoule. Um diesen gewaltigen Energiebedarf nur theoretisch durch Windenergie zu kompensieren, müssten wir über 16 000 Quadratkilometer mit Windenergieanlagen zupflastern. Sachsen besitzt aber gerade einmal 10 000 Quadratkilometer nutzbare Fläche, wenn man Siedlungs-, Verkehrs- und Waldflächen abzieht. Meine Damen und Herren, Deutschland liegt bereits jetzt auf dem weltweiten Spitzenplatz, was den Strompreis betrifft. Hierzulande bezahlt man mehr als 32 Cent pro Kilowattstunde. Im internationalen Schnitt sind es nicht einmal halb so viel. Die galoppierende EEG-Umlage, das ständige Ansteigen des Netzentgeltes, die KWKGUmlage, Offshore-Netzumlage und weitere Abgaben treiben den Strompreis in schwindelerregende Höhen. Mit dieser Politik fährt die Bundesregierung gemeinsam mit den GRÜNEN die Wirtschaft an die Wand und die LINKEN klatschen Beifall. Eben weil sich die erneuerbaren Energien als nicht tragfähig und wirtschaftlich erwiesen haben, (Zuruf von den BÜNDNISGRÜNEN: Bullshit!) kündigte die niederländische Regierung an – wohlgemerkt: im Land der Windmühlen –, den Bau von bis zu zehn neuen Kernreaktoren zu prüfen. Auch die Internationale Energieagentur und die Vereinten Nationen sehen die Kernenergie als notwendig an. Um uns herum werden in Europa neue Kernkraftwerke der Generation III+ und IV entstehen. Deutschland isoliert sich stattdessen weiter; hier diskutiert man lieber über ein Endlager für die radioaktiven Reststoffe, ungeachtet der bereits jetzt bestehenden Möglichkeiten zur Unschädlichmachung und des Recyclings. (Beifall bei der AfD) Wir sollten besser weiter forschen, damit wir diese Stoffe zukünftig wiederverwenden können. Das klimafreundlichste Land der Welt, Schweden, erzeugt seinen Strom übrigens zu 40 % aus Kernenergie. Ende 2022, wenn alle Kernreaktoren in Deutschland abgeschaltet werden, droht eine Lücke an der gesicherten Leistung. Die erneuerbaren Energien werden die Lücke nicht schließen, dann kaufen wir den Strom aus Kohle- und Kernkraftwerken aus dem Ausland, ganz zur Freude der GRÜNEN. (Zuruf von den BÜNDNISGRÜNEN) Hierzulande bleibt man lieber bei kostenintensiven Dreifachstrukturen nach dem Prinzip: Schließe ein CO -freies Kernkraftwerk, baue tausend Windenergieanlagen plus ein fossiles Gaskraftwerk plus gigantische Wasserstoff-Elektrolyse-Anlagen.

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