Ivo Teichmann
Sehr geehrter Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Dass die LINKEN heute ein Thema bespielen, bei dem wir als Landtag überhaupt nicht originär zuständig sind, das spricht schon Bände. (Albrecht Pallas, SPD: Und das aus Ihrem Munde!) Ich möchte daran erinnern: Wir sind heute, am 1. Oktober 2020, genau ein Jahr in diesem Landtag. Wenn ich als neuer Landtagsabgeordneter in diesem Hohen Haus eines gelernt habe, dann, dass die LINKEN und die AfD insbesondere zwei wesentliche Dinge unterscheidet: (Zuruf des Abg. Rico Gebhardt, DIE LINKE) Die LINKEN zeichnen sich wie keine andere Fraktion dadurch aus, dass sie hier – und das haben Sie heute wieder sehr deutlich gemacht – den Jammerossi darstellen. (Zuruf der Abg. Antonia Mertsching, DIE LINKE) Wir als AfD-Fraktion vertreten eher die Auffassung, Anpack-Ossis zu sein und Rahmenbedingungen zu schaffen. (Beifall bei der AfD) Da stimme ich gern meinem Vorredner von der CDU zu. Er sagt: Wir als Landtag haben die Möglichkeit und vor allen Dingen auch die Pflicht, Rahmenbedingungen für den Sport – nicht nur für den Fußball, aber weil es heute hier um Fußball geht, natürlich ganz besonders für den Fußball –, für alle Ligen, auch für die Kreisklasse, zu schaffen, damit der Fußball rollen kann. Ich möchte gar nicht so sehr auf Ost und West schauen, sondern der Fußball muss in Gesamtdeutschland rollen. Insoweit danken wir als Fraktion auch allen, die dafür ihren Beitrag leisten – nicht nur denen, auf die die Kameras zielen, die im Fokus stehen und die die Sportseiten füllen, sondern den vielen Akteuren, die das im Hintergrund überhaupt erst ermöglichen. Ich bin jetzt 52 Jahre alt und seit meiner Kindheit bekennender Dynamo-Fan. Mir hat damals mein Arbeitsgemeinschaftsleiter gesagt: Fußball ist das Doping des kleinen Mannes. Ich habe diese Worte auch heute noch in Erinnerung und muss manchmal darüber schmunzeln. Ich sage Ihnen: Wenn heute im Stadion „Die Liebe kennt keine Liga!“ gerufen wird – gerade auch bei Dynamo –, dann ist das eigentlich sehr bezeichnend. Wer den Fußball liebt, wer seine Mannschaft liebt, dem ist es ein Stück weit egal, in welcher Liga gespielt wird. Natürlich wollen wir alle möglichst ganz oben spielen. Aber das ist gar nicht so entscheidend. Entscheidend ist das Erlebnis Fußball – und jeder, der schon einmal in einem Stadion war, egal ob bei Aue, bei RB Leipzig, bei Dynamo, Chemnitz oder in Zwickau, und dort das Feeling, die Atmosphäre und den Teamgeist erlebt hat, der weiß, wovon ich hier rede. Wir als Landtag sind in erster Linie gefordert, gute Rahmenbedingungen zu schaffen, damit der Fußball auch in Sachsen gute Wurzeln schlagen kann. Mein Vorredner hat es angesprochen: Dass beispielsweise der Stadienbau gefördert wird und viele andere Dinge, sodass das Ehrenamt, also die Basis des Fußballs, letztendlich erfolgreich arbeiten kann, das muss unsere Aufgabe sein – und nicht, darüber zu jammern, wer die besseren Bedingungen hat. Letztendlich gilt es anzupacken! Was wollen denn die LINKEN? Wollen sie im Fußball ein Quoten-Ossi sein? Das wollen wir nicht; das wollen wir ausdrücklich nicht. Wir wollen über einen fairen sportlichen Wettkampf Erfolge erzielen. Darüber können wir uns freuen – aber nicht über irgendwelche Quoten-Geschichten oder sonstige Hirngespinste, die man leider von den LINKEN viel zu oft zu hören bekommt. Dabei zeigt das Beispiel Dynamo Dresden, wie eine Region den Fußball lebt und damit Dinge möglich macht, die man vielleicht rein wirtschaftlich betrachtet nicht für möglich hält. Genauso sehe ich es auch im Fall Wismut Aue. Was dort in den vergangenen Jahren geleistet wurde, ist erstaunlich. Denn das wirtschaftliche Umfeld ist gerade in Aue ja doch nicht so, wie es beispielsweise bei westdeutschen Vereinen der Fall ist. Aber wir leben damit, wir stehen dazu und wir machen das Beste daraus. Das muss unsere Aufgabe sein! Hier zu jammern ist eher peinlich. Das sage ich so. Ich schäme mich da ein Stück – auch als gebürtiger Ossi –, wenn ich hier Ihr Szenario höre, das sie nun schon zweimal vorgetragen haben.
