Wolf-Dietrich Rost
Sehr geehrter Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Frau TändlerWalenta, ganz kurz: Ihre Rede ist ein Beispiel dafür, wie man die deutsche Einheit nicht erfolgreich gestalten kann. (Beifall bei der CDU, der AfD, den BÜNDNISGRÜNEN, der SPD und der Staatsregierung) Ich möchte gern zur Sachlichkeit in dieser Debatte zurückkehren. Die Sachlichkeit haben Sie nicht geprägt. (Rico Gebhardt, DIE LINKE: Dafür ist die CDU da, für die Sachlichkeit!) Wie ist die Situation, meine sehr geehrten Damen und Herren, im sächsischen Fußball? – Wir haben mit dem RB Leipzig (Oh-Rufe von den LINKEN) einen ersten Bundesligisten, Herr Gebhardt, auch wenn Sie kein Freund von dieser Mannschaft sind, (Zurufe) aber es ist ein Beispiel für erfolgreichen Fußballsport in Deutschland – (Beifall bei der CDU, der AfD, der SPD und der Staatsregierung – Zuruf des Abg. Rico Gebhardt, DIE LINKE) immerhin Vizemeister, Champions-League-Mitspieler – ins Halbfinale vorgedrungen –, mit vielen Fans, einer beispielhaften Fußballkultur, Zuschauerkultur, wenig Randalen und vielen Fans aus ganz Deutschland. (Zurufe von den LINKEN) Auch aus Dresden und Görlitz kommen Fans angereist. Selbst der Ministerpräsident (Ministerpräsident Michael Kretschmer: Ja!) lässt es sich nicht nehmen, Fußballspiele dort zu verfolgen. Wir haben des Weiteren Erzgebirge Aue, Herr Gebhardt. Erzgebirge Aue spielt seit Jahren erfolgreich in der 2. Bundesliga, (Rico Gebhardt, DIE LINKE: Genau!) mit einem engagierten Umfeld (Beifall bei der CDU, der AfD und der Staatsregierung) in der Region, mit einem sehr engagierten Präsidenten, der auch Sponsor des Vereins ist. Das ist ein positives Beispiel für erfolgreiche Fußballentwicklung, bei dem Tradition sehr gut an dieser Stelle, von Wismut Aue beginnend, in der Region fortgesetzt wurde. Wir haben außerdem Dynamo Dresden, abgestiegen in der letzten Saison in die 3. Liga. Aber aus meiner Sicht hat diese Mannschaft mit ihrem gesamten Umfeld, mit der Stadt Dresden das Potenzial, dauerhaft im Profifußball zu agieren. Das ist auch ein positives Beispiel. (Beifall bei der CDU, der AfD, der SPD und der Staatsregierung) Wir haben den FSV Zwickau in der 3. Liga, in der Regionalliga, in die Region eingebunden. Er ist dort auch erfolgreich, hat sicherlich nicht das Potenzial zum Profifußball, ist aber trotzdem eine erfolgreiche Mannschaft. Meine Damen und Herren! In dem Zusammenhang ist es interessant, den Blick auf andere Bundesländer zu werfen, weil gefragt wird: Wie erfolgreich sind wir? – Nehmen wir andere, ähnlich große Länder, beispielsweise RheinlandPfalz. In Rheinland-Pfalz haben wir mit Mainz 05 einen Bundesligisten, vergleichbar mit Sachsen. Also sind wir von dieser Seite her gut aufgestellt. (Rico Gebhardt, DIE LINKE: Aha!) Schleswig-Holstein hat lediglich einen Zweitligisten: Holstein-Kiel. (Rico Gebhardt, DIE LINKE: Wir wollten uns nicht mit Rheinland-Pfalz befassen!) Meine Damen und Herren, aus meiner Sicht sind wir als Freistaat Sachsen mit dem Sächsischen Fußball-Verband gut aufgestellt. Für mich ist die Frage nach dem Bundesligisten nicht wichtiger, sondern die Frage nach der breiten sportlichen Verankerung. (Beifall bei der CDU) Es ist interessant, einmal auf die Zahlen zu schauen: Wir haben insgesamt im Freistaat Sachsen 900 Fußballvereine, 6 350 Mannschaften, 150 000 Aktive, die im sächsischen Fußball am Ball sind. Das ist eine gute Bilanz, eine gute Basis und eine gute Sportkultur, die wir hier haben. Ich möchte in dem Zusammenhang den Bogen zu unserer gestrigen Debatte bzw. zur Fachregierungserklärung zum Sport, die wir geführt haben, spannen. Dort haben wir deutlich gemacht, dass wir als Sportland Sachsen beispielgebend aufgestellt sind. Dabei spielt der Fußball auch eine große Rolle. Wir haben den Sächsischen Fußball-Verband in den letzten Jahren intensiv unterstützt – massiv unterstützt. Ich erinnere mich sehr genau an die Sanierung, an die Erweiterung der Fußballspielhalle in Abtnaundorf, Spiel- bzw. Veranstaltungsstätte des Sächsischen Fußball-Verbandes. Das haben wir mit insgesamt 2 Millionen Euro als Freistaat Sachsen unterstützt. Auch der Sächsische Fußball-Verband in seiner gesamten Arbeit wird kontinuierlich vom Freistaat Sachsen unterstützt. Wir haben dort kontinuierlich entsprechende Haushaltsmittel eingestellt. Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wir schätzen die Erfolge der sächsischen Vereine. Der Sport mit seinen positiven Eigenschaften ist uns aber wichtiger als die Frage, wie viele Bundesligisten es gibt. Vielen Dank. (Beifall bei der CDU, der AfD, den BÜNDNISGRÜNEN, der SPD und der Staatsregierung)
