Sebastian Wippel
Besser qualifiziert hochwertig wie Ihr geschätzter Kollege …!) Zur Aktuellen Debatte: Sie wollen über Connewitz reden. Das Unterfangen scheitert an banalen Kenntnissen der Leipziger Geografie. Wenn man die Verlautbarungen der letzten Wochen gehört hat, dann scheint Connewitz, nicht nur bei Ihnen, entweder mittlerweile ein Synonym für Leipzig oder ein sehr großer Stadtteil zu sein, in dem auch die Eisenbahnstraße liegt. Das mag man für einen Lapsus halten. Aber die Debatte darum ist Sinnbild dafür, dass wir in einer Pars-pro-toto-Rhetorik angekommen sind, die nicht einmal mehr im Ansatz zwischen berechtigten politischen Forderungen, realen Problemen, Anlässen und schweren Straftaten differenziert, wie es für eine angemessene Debatte in dieser Frage aber notwendig wäre. Man nimmt lieber ganze politische Stadtteile in Geiselhaft und lässt alles in gegenseitigen Anschuldigungen verschwimmen. Werte Kolleginnen und Kollegen der AfD, kaufen Sie sich erst einmal einen Stadtplan von Leipzig, bevor Sie dieses Theater fortsetzen. (Zuruf von der AfD: Quatsch!) Dann wollen Sie Verantwortliche benennen. Nein, das wollen Sie nicht, Sie wollen Dreck auskippen über einen Stadtteil in Leipzig, über Menschen, die sich um Wohnraum in Leipzig sorgen, indem Sie alles – berechtigte Anliegen, friedlichen Protest und Gewalttaten – in einen Topf werfen und von Linksterrorismus und Bürgerkrieg schwadronieren. Das ist billig und verantwortungslos. Es zeigt Ihre pathologische Inkonsequenz. Während Sie verbal zwischen jedem, der in Leipzig zu Recht friedlich protestiert, und Gewalttaten eine Verbindung schlagen, haben Sie sonst Verständnis für jeden noch so realitätsfernen Verschwörungsideologen, der unsere freiheitliche Demokratie stürzen will. Das sagt alles über die AfD und diese Debatte. Es wird aber noch deutlicher bei dem, was Herr Wippel schon angesprochen hat. Sie wollen Helden auszeichnen. Das ist ein spannender Punkt. Sie haben es gerade angesprochen. Als der Bundestag vor drei Wochen jenen drei Polizisten dankte, die den Sitz unseres Parlaments gegen den Sturm Ihrer geistigen Gesinnungsgenossen verteidigt haben, sind Sie sitzen geblieben, (Beifall des Abg. Albrecht Pallas, SPD) weil es Ihnen nicht gepasst hat, dass sich die Polizei jeder – ich betone es: jeder! –, Bedrohung für unsere Demokratie entgegenstellt und damit auch Ihren Helfershelfern. (Sebastian Wippel, AfD: Das ist eine Instrumentalisierung der Polizei!) Um Ihnen Ihre eigene Bigotterie vor Augen zu führen, bemühe ich in dieser Causa Ihren MdB-Kollegen Hess, der meinte, das sei eine reine Showveranstaltung gewesen, die dazu diente, Gegner der überzogenen Corona-Maßnahmen mit Extremisten in einen Topf zu werfen. (Sebastian Wippel, AfD: Damit hat er recht! – Zurufe von der AfD: Genauso war es!) – Wenn Sie das ernst nehmen, frage ich mich, was Sie hier gerade aufführen, nämlich eine reine Showveranstaltung, in der Sie jene, die für bezahlbaren Wohnraum eintreten, mit Gewalttätern in einen Topf werfen. Lassen Sie es lieber bleiben. Es ist schäbig und unwürdig für die Debatten in diesem Hohen Haus. (Beifall bei den BÜNDNISGRÜNEN, den LINKEN, der SPD und vereinzelt bei der CDU –
