Antonia Mertsching
Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen der Fraktionen, die sich freuen, wenn es Deutschland gut geht! Die armen Schweine! Auf der einen Seite die Hausschweine, intelligente und soziale Tiere, werden normalerweise zehn Jahre alt, als Mastschweine allerdings nur sechs bis sieben Monate, Ferkelsauen gerade einmal drei Jahre alt. Durchschnittlich stehen sie zu 3 800 Schweinen pro Betrieb in Sachsen, und in ihrem kurzen Leben werden sie nun von der Afrikanischen Schweinepest bedroht. Auf der anderen Seite die Wildschweine. Sie verbreiten die Seuche, insbesondere durch die überhöhten Bestände. Aber woher kommen die überhöhten Bestände? Auf der einen Seite durch eine verfehlte Klimapolitik, zu milde Winter, die einen ganzjährigen Fortpflanzungszyklus fördern, und durch eine verfehlte Agrarpolitik, die mit Monokulturanbau von Mais und Raps dafür sorgt, dass gut angelegte Futterbestände immer vorrätig sind, und durch eine teilweise verfehlte Jagdpolitik; denn Wildschweine sind eher standorttreue Tiere. Die Sozialstruktur der Rotten wird zerstört, wenn die Leitbachen abgeschossen werden. Dadurch verbreitet sich der Rest der Familie ziellos und weiträumig, und durch unnatürlich zeitige Trächtigkeit der Frischlinge erhöht sich die Reproduktionsrate. (René Hein, AfD, steht am Mikrofon.) Die Afrikanische Schweinepest führt dazu, dass Tiere schnell oder qualvoll verenden, und sie bedroht auch unser Schweinesystem. Zweiter Vizepräsident André Wendt: Kollegin Mertsching, lassen Sie eine Zwischenfrage zu?
