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Christopher Hahn

AfD 30.09.2020 Sitzungen 7/14

Nein, hinterher. (Dirk Panter, SPD: Eine Zwischenfrage?!) – Nein. (Valentin Lippmann, BÜNDNISGRÜNE: Die Geschäftsordnung mal lesen und nicht nur ins Regal stellen!) – Danke, Herr Lippmann, für die Aufmerksamkeit. (Zurufe von der AfD) Ich fahre fort: Bei einer durchschnittlichen Anzahl von Schulwochen sind das 40 Unterrichtsstunden pro Schuljahr und Klassenstufe. 40 Stunden, in denen die Kinder auf ihren Stühlen sitzen bleiben. Kinder, von denen bereits jedes siebte Kind übergewichtig oder sogar fettleibig ist. Kinder, deren körperliche Fitness seit dem Jahr 1995 bei Jungen um 20 % und bei Mädchen um 26 % zurückgegangen ist. Kinder, welche durch stärkere Mediennutzung von Haus aus unter Bewegungsmangel leiden. Kinder, welche motorische Defizite aufweisen, sich nicht konzentrieren können und so zwangsläufig schlechtere schulische Leistungen erbringen. Schulische Leistung hat Einfluss auf die beruflichen Möglichkeiten und wirkt sich auf das gesamte spätere Leben aus. Hier brauchen die Kinder wiederum Leuchttürme, das heißt: Vorbilder im Sport, Vorbilder im Leben. Jemanden, dem man folgen möchte oder sogar so sein will wie er. Jemanden, der mit Anstrengung und Leistungsbereitschaft zum Ziel gekommen ist. Doch hierbei bekämpft man wieder nicht die Ursache, sondern leider nur die Wirkung, indem man Anforderungen und Maßstäbe zunehmend an das sinkende Niveau anpasst. Ein Beispiel aus dem Freistaat: Polizeianwärter bekamen beim Sporttest eine zweite Chance, nachdem die Theorie erfolgreich bestanden wurde. Wenn wir fünf bis zehn Jahre zurückdenken, wäre das ein Ding der absoluten Unmöglichkeit gewesen. Ich spreche auch hier aus eigener Erfahrung, denn ich kann auf zehn Jahre Ausbildertätigkeit bei der Bundeswehr zurückgreifen. Das sportliche Niveau unserer Jugendlichen ist gesunken. Die Bereitschaft, manchmal über die eigenen Grenzen hinauszugehen, war bei den wenigsten zu erkennen. Man merkt es immer wieder: Es geht auch ohne die nötige Bereitschaft. Einen Ausgleich der Kürzungen im Fach Sport sollen die Ganztagsangebote in den Schulen erbringen. Der Bedarf ist da. Auch hier ein Beispiel: Ein Bekannter hält GTA-Sport in verschiedenen Schulen im Erzgebirge. Er kann die Kinder begeistern, Sport zu treiben. Aber er fordert ihnen durchaus einiges ab. Es hat sich herumgesprochen; die Qualität stimmt eben. Und wissen Sie was? Die Kinder haben Spaß daran und wollen es freiwillig tun. Er kann sich kaum vor Teilnehmern retten, und die Eltern möchten, dass ihre Kinder dort mitmachen. Schöne Sache – leider zu selten. Nun könnte man annehmen, es sei alles in Ordnung. Oft werden solche sportlichen Möglichkeiten nur von den Kindern in Anspruch genommen, die sich ohnehin gern bewegen. Für Schüler, die körperlich behäbig bzw. dick und bequem sind, haben auch die tollsten Sportangebote gegen das Sofa, einschließlich der Spielkonsole, leider keine Chance. Nicht wenige von ihnen leiden bereits jetzt an Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder sogar an Gelenkbeschwerden. Gerade diese Gruppe hätte mehr regelmäßige Sportstunden am nötigsten. Hier werden sie wenigstens zeitweise zu ihrem Glück gezwungen, wie man so schön sagt. Herr Staatsminister, laut Ihrem Koalitionsvertrag wollen Sie das Konzept „Bewegte Schule“ im Sinne der Bewegungsförderung ausbauen. Ob Lehrermangel und hohe Stundenausfälle aber nebenher Zeit lassen für Einführungskurse, Lehrerfortbildungen, Befragungen und Berichte zum Thema, um das in Aussicht gestellte Zertifikat zu erhalten, darf bezweifelt werden. Doch hat sich ein Schüler mit viel Kraft und Ausdauer, trotz aller Widrigkeiten, sportlich verdient gemacht, steht ihm der Weg über eine sportbetonte Schule, ein Studium oder bei der Bundeswehr, der Bundespolizei, dem Zoll oder der Landespolizei nebst Training in Richtung Leistungssport, dem Schaft der tragenden Säule, offen. Eine eventuelle Olympiateilnahme, vielleicht sogar gekrönt mit einer Medaille, ist schließlich das sogenannte Kapitell der tragenden Säule. Hierfür finanzkräftige Sponsoren zu finden dürfte kaum ein Problem sein, schließlich hängt – bildlich gesprochen – die Werbung immer ganz oben. Aber auch Sportler werden älter. Zum Karriereende, ob mit oder ohne Olympia, sollte jeder Sportler zuversichtlich in eine berufliche Zukunft schauen können. Im Spitzensport darf nicht vergessen werden: Auch der Beste seiner Disziplin hat einmal klein angefangen. Der Spitzensport ist und bleibt einfach der i-Punkt. Frau Kummer, bei uns spielt das Geschlecht keine Rolle, sondern es zählt der Athlet. Das ist wichtig. (Beifall bei der AfD) Daher muss der Sport in Sachsen von unten nach oben auf gesunden Beinen stehen. Herr Staatsminister, keine Augenwischerei, hier sollten Taten folgen. Stärken Sie das bröckelnde Fundament Ihrer sogenannten tragenden Säule und – wichtig – stärken Sie den Breitensport und das Ehrenamt! Das muss unser gemeinsames Ziel werden: mehr Menschen zum Sport zu bewegen. Zum Schluss noch eines, Frau Tändler-Walenta, danke für Ihre Einführung vorhin. Ich hätte es mir sehr gern bildhaft vorgestellt, wenn die Staatsregierung letztes Jahr Dynamo Dresden unterstützt und es vielleicht geschafft hätte, dass Martin Dulig der Tormann bei Dynamo Dresden wäre, dann hätte ich mir vielleicht sogar gern noch mal die Fußballschuhe angezogen, um ein Tor ins Netz zu schießen. (Heiterkeit und Beifall bei der AfD) Meine Damen und Herren, ich danke für Ihre Aufmerksamkeit und möchte mich an dieser Stelle noch einmal im Namen der AfD-Fraktion herzlich bei allen im Ehrenamt für ihr Engagement bedanken. Vielen Dank. (Beifall bei der AfD)

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