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Christopher Hahn

AfD 30.09.2020 Sitzungen 7/14

Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Kollegen Abgeordnete! Um an meinen Kollegen anzuknüpfen, möchte ich auf die tragenden Säulen zurückkommen. Eine Säule besteht bekanntlich aus drei Teilen: der Basis, dem Schaft und dem Kapitell. Ich möchte noch einmal auf die Basis eingehen. Die Basis ist der Breitensport, ob mit oder ohne Verein. (Zuruf des Abg. Valentin Lippmann, BÜNDNISGRÜNE) Gerade für Kinder ist der Sport im Verein von Vorteil, bietet er doch feste zeitliche und personelle Strukturen. Herr Staatsminister, Sie haben es vorhin bereits ausgeführt: Laut Statistik des Landessportbundes nimmt die Anzahl der Mitglieder in Sportvereinen stetig zu. Circa 16,58 % der sächsischen Bevölkerung sind derzeit in Sportvereinen in Sachsen organisiert. So erfreulich diese Zahl ist, steht demgegenüber aber die kontinuierliche Abnahme der Anzahl der Sportvereine. Das Angebot dünnt weiter aus. Insbesondere Kinder im ländlichen Raum, die oft nur mithilfe des familiären Fahrdienstes mobil sind, also auf ein Auto angewiesen sind, finden somit nur schwer ein Angebot für Bewegung in der Freizeit. Über manchen ÖPNV braucht man an dieser Stelle gar nicht zu sprechen. Deren Taktzeiten beschränken sich auf morgens, mittags und abends. Fehlende Räumlichkeiten oder baufällige Sportstätten machen Vereinssport teilweise schwierig bis gar unmöglich. Veraltete Geräte oder auch die Qualität der Trainerausbildung kommen hinzu. Die Vereine sind stellenweise froh, überhaupt jemanden zu finden, der diese umfangreiche und verantwortungsvolle Aufgabe freiwillig übernimmt. Doch stimmt die Chemie zwischen Trainer und Kind nicht, kann auch dies ein Motiv sein, dem Sportverein vor Ort nicht beizutreten. Positiv – das sei hier zu erwähnen – sind die Mitgliedsbeiträge. Diese sind durchaus erschwinglich, und das sollte für die Zukunft bitte so bleiben. Dadurch sind die Vereine allerdings nicht selten auf Sponsoren oder Spendengelder angewiesen. Die finanziellen Ausfälle im Zuge des Lockdowns bringen leider nur wenige Sponsoren. Es handelt sich oftmals um kleine, regionale Unternehmen, die selbstlos und ohne medienwirksame Öffentlichkeit die Vereine an der Basis unterstützen, natürlich immer im Rahmen ihrer finanziellen Möglichkeiten. Muss jemand um die eigene Existenz fürchten, bleibt für Sonderausgaben leider kein Spielraum. Da hilft selbst der gute Wille nicht. Die kalte Jahreszeit steht vor der Tür. Das heißt, Zeit und Hochkonjunktur für die Sportstudios, wo neben Training auch die sozialen Kontakte gepflegt werden. Auch diese hatten mit den Folgen der wochenlangen Schließungen zu kämpfen. Betrachten wir einmal den Schulsport. Für manche Kinder ist er das einzige Muss, sich körperlich aktiv zu betätigen. Mit der Einführung der neuen Lehrpläne ab dem Schuljahr 2019/2020 erfolgt in den Klassenstufen 7 bis 10 unter anderem die Kürzung des Schulsportunterrichts zugunsten der sogenannten politischen Bildung. In Klassenstufe 4 der Grundschule wurde Sport um jeweils eine Wochenstunde gekürzt, um die Schüler zu entlasten. Ausgerechnet Sport! Oder dient das eher der Reduzierung des Lehrermangels? (Sabine Friedel, SPD, steht am Mikrofon.)

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