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Sabine Friedel

SPD 16.07.2020 Sitzungen 7/13

Herr Präsident, vielen Dank! Wir haben eine Reihe von Vorurteilen gehört, unter anderem, dass nur Berufspolitikerinnen und Berufspolitiker ohne Wissen auskommen. Ich möchte das gern aufnehmen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Sie wirklich nicht wissen, dass die weibliche Form des Vornamens Hans eigentlich Hanna oder Johanna ist – das ist ein schöner deutscher Name – und nicht Hansina. Die Fächer der politischen Bildung wurden nicht ausgebaut. Ich hätte Sie danach gern gefragt. Das war mir aber aufgrund der Schnelle des Endes nicht mehr möglich. Sie haben behauptet, dass das Fach Mathematik dafür gekürzt worden sei. Wenn Sie einmal auf die Stundentafel schauen, dann stellen Sie fest, dass es in Sachsen nur ein Fach der politischen Bildung gibt. Ich weiß auch nicht, ob Sie wissen, wie es heißt. Es heißt Gemeinschaftskunde/Rechtserziehung. Am Gymnasium heißt es Gemeinschaftskunde/ Rechtserziehung/Wirtschaft. Wie hoch ist der Anteil dieses Faches an der Stundentafel? Dieser lag vor Einführung der neuen Lehrpläne, das war im Jahr 2004, bei 2 %. Nach Einführung der neuen Lehrpläne lag er bei 2 %. Sie beziehen sich wahrscheinlich gar nicht auf die Einführung neuer Lehrpläne, sondern auf die neue Stundentafel, die im letzten oder vorletzten Jahr veröffentlicht wurde, sie ließ den Anteil auf 3 % steigen. Die mathematischen und naturwissenschaftlichen Fächer, die Sie in Ihrem Antrag aufführen, haben in der Oberschule einen Anteil von 32 %. Nehmen wir das, was Sie als Grundlagenfächer bezeichnen – eigentlich nennt man es Kernfächer –, und den Sport hinzu, den Sie auch haben möchten, dann liegen wir bei 70 % Anteil in der Stundentafel für diese Fächer gegenüber 3 % Gemeinschaftskunde und Rechtserziehung. Ob Gemeinschaftskunde und Rechtserziehung nun wirklich so unwichtig sind, dass man jungen Menschen unsere rechtsstaatlichen Grundsätze nicht wenigstens in 3 % der Unterrichtszeit beibringen sollte, wage ich gerade im Angesicht Ihrer Fraktion mit einem großen Fragezeichen zu versehen. Vielen Dank. (Beifall bei der SPD, der CDU, den LINKEN, den BÜNDNISGRÜNEN und des Staatsministers Martin Dulig)

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