Romy Penz
Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! „Gute Bildung schaffen – Grundlagenfächer stärken und Politische Bildung zurückfahren“ ist der Titel unseres Antrages. Ich gehe davon aus, dass Sie unseren Antrag gelesen haben. Des Weiteren gehe ich davon aus, dass wir uns darin einig sind, dass durch die wochenlange Aussetzung der Schulpflicht enorme Kompetenz- und Wissensverluste auf allen Gebieten entstanden sind. Verluste, welche die ohnehin schon vorhandenen Bildungslücken, besonders auch in Mathematik und den Naturwissenschaften, noch verstärkt haben. Ich habe fast 30 Jahre lang Auszubildende ausgebildet, und ich kann Ihnen sagen: Schon in den letzten 30 Jahren haben wir einen enormen Bildungsverlust erlitten. Unternehmer können ein Lied davon singen. Was meinen Sie, wie viel Zeit und Mühe es kostet, einem Lehrling Nachhilfe in Dingen zu geben, die er eigentlich in der Schule hätte lernen müssen? Somit wird Regierungsversagen ganz einfach auf die Schultern der Unternehmer abgelagert. Wir kommen nun zum zweiten Änderungsantrag, Drucksache 7/3247. Herr Hütter, Sie haben angezeigt, dass Sie dazu bereits gesprochen haben. (Carsten Hütter, AfD: Jawohl, Herr Präsident!) Gibt es weiteren Redebedarf seitens der anderen Fraktionen? – Das sehe ich nicht. Dann können wir auch über diesen Änderungsantrag abstimmen. Wer dem Änderungsantrag der AfD-Fraktion in der Drucksache 7/3247 die Zustimmung geben möchte, den bitte ich um das Handzeichen. – Vielen Dank. Gegenstimmen? – Vielen Dank. Stimmenthaltungen? – Keine. Bei vielen Fürstimmen, aber sehr vielen Gegenstimmen ist dieser Änderungsantrag abgelehnt worden. Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich stelle nun die Drucksache 7/3032 zur Abstimmung und bitte bei Zustimmung um Ihr Handzeichen. – Vielen Dank. Gegenstimmen? – Vielen Dank. Stimmenthaltungen? – Sehe ich nicht. Somit ist der Antrag bei einigen Gegenstimmen, aber in der Mehrzahl mit sehr vielen Fürstimmen beschlossen worden. Dieser Tagesordnungspunkt ist damit beendet. Ich rufe auf Grundlagenfächer stärken Bildung zurückfahren Antrag der Fraktion AfD Mit der Einführung der neuen Lehrpläne im Schuljahr 2019/2020 wurden wichtige Fächer gekürzt, Fächer, welche besonders für eine spätere Berufsausbildung oder ein Studium wichtig sind. Diese wurden zum Teil durch die sogenannte politische Bildung ersetzt, (Zuruf des Abg. Valentin Lippmann, BÜNDNISGRNE) weil die Bevölkerung anders denkt als gewünscht – das haben wir gerade gehört –, ersetzt, weil Wahlergebnisse nicht passen. (Beifall bei der AfD) Mathematik ist nicht gerade das Lieblingsfach vieler Schüler, aber mitunter überlebenswichtig. Wie viele Rechenfehler dürfen Ihrer Meinung nach Konstrukteure von Ingenieurbauwerken machen? Fehler in der Tragwerksberechnung können fatale Folgen haben. Denken Sie daran, wenn Sie wieder einmal über die Elbbrücke fahren oder darüber laufen. Brücken werden nicht durch Ihre neuerdings vermittelte Ideologie zusammengehalten, sondern durch fundierte naturwissenschaftliche Kenntnisse der Konstrukteure und sachgerechte Ausführungen der Facharbeiter. (Beifall bei der AfD) Ich gehe davon aus, dass Konsens darin besteht, dass dies alles gravierende Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt und auf die gesamte Wirtschaft hat. Nennen Sie mir einen Beruf, der völlig ohne solide Kenntnisse auskommt! Da fällt mir spontan nur einer ein: Berufspolitiker – Berufspolitiker! (Oh-Rufe des Abg. Valentin Lippmann, BÜNDNISGRÜNE – Zuruf der Abg. Luise Neuhaus-Wartenberg, DIE LINKE) Ich habe bis vor Kurzem im richtigen Leben gearbeitet. Ich weiß, wie es da langläuft. Es gibt genügend bei Ihnen, die noch nie gearbeitet haben. Das habe ich beim letzten Mal schon erwähnt. (Beifall bei der AfD – Unruhe bei den LINKEN und den BÜNDNISGRÜNEN) Dann sind wir uns darin einig, dass eine gute Berufsausbildung in der Regel später ein ordentliches Einkommen sichern sollte – und dies nicht nur in steuerfinanzierten Vereinen, die selbst keine Gelder erwirtschaften, sondern nur diese Ideologie. (Beifall bei der AfD) Letzte Woche, meine sehr geehrten Damen und Herren, musste ich lesen, welche Spitzenplätze unsere Universitäten im internationalen Ranking einnehmen: TU München Platz 55; Humboldt-Universität Platz 117, 20 Plätze hinter Mexico City. Hier sind wir in Deutschland schon Dritte Welt. Welchen Anteil daran hat wohl die neuerdings vorwiegend ideologische Ausrichtung der Einrichtungen? Welchen Anteil daran haben solche unsinnigen Lehrstühle wie die Genderforschung? Hier müssen wir unverzüglich gegensteuern. Ein altes Sprichwort sagt: „Was Hansinchen nicht lernt, lernt Hansine nimmermehr.“ Ich habe das absichtlich etwas gegendert, weil es ja gerade so aktuell ist und man ansonsten nicht von allen verstanden werden wird. (Beifall bei der AfD) Das Sprichwort: „Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr“ ist durchaus mehrfach wissenschaftlich bewiesen. Das können Sie unserer Begründung des Antrages entnehmen. Es ist unsere Pflicht, dafür Sorge zu tragen, dass unsere Schüler den versäumten Lehrstoff ebenso vermittelt bekommen wie den Lehrstoff des neuen Schuljahres, damit es kein Leerstoff – mit Doppel-e – wird. Das geht natürlich nicht, ohne an anderer Stelle zu kürzen. Auch ist die reine Wissensvermittlung des Lehrstoffes nicht ausreichend. Vielmehr muss er vertieft werden, um ihn in verschiedenen Lebenssituationen anwenden zu können. Versuchen wir, das noch relativ gute Bildungsniveau zu halten – relativ, ich habe es am Anfang geschildert: In 30 Jahren ist es schon stark gesunken, weil sich hier in Sachsen schon gravierende Bildungslücken bemerkbar machen. Eine nachträgliche Korrektur durch Änderung der Bewertung kaschiert diese nur kurzzeitig. Spätestens im Berufsleben fliegt der ganze Schwindel auf. Ich möchte mir nicht vorstellen, wie es in einigen anderen Bundesländern aussieht. Um nötige Zeitressourcen zu schaffen, muss die politische Bildung auf das Niveau vor Einführung der neuen Lehrpläne zurückgefahren werden – und das, meine sehr geehrten Damen und Herren, am besten für immer. Danke. (Beifall bei der AfD – Sabine Friedel, SPD, steht am Mikrofon.)
