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Dr. Rolf Weigand

AfD 15.07.2020 Sitzungen 7/12

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Mann, es war ein bisschen so wie vor der letzten Sommerpause. Damals war unser letztes Debattenthema auch ein Hochschulthema. Sie haben sich heute mit der Lobeshymne auf Eva-Maria Stange aber etwas zurückgehalten, dafür bin ich Ihnen sehr dankbar. Zum Thema „Vom Hochschulpakt zum Zukunftsvertrag – Sachsens Chance für eine Hochschulentwicklung mit guter Arbeit und Qualität im Studium“ möchte ich betonen, dass für uns als AfD Höchstleistungen im Studium auf der Tagesordnung stehen. Für uns gehört Studierfähigkeit statt Wohlfühlabitur dazu. Für uns gehören Leistungen statt Kuschelkompetenzen und Anstrengungen statt unbegrenzter Leistungs- und Freiversuche dazu. Denn Studium heißt nicht umsonst nach etwas streben, sich um etwas bemühen, und Studium ist eben mit Anstrengung verbunden. Deswegen werden wir uns dagegen wehren, über endlose Studienzeitmöglichkeiten zu diskutieren, denn wir wollen, dass die Studenten irgendwann in der Regelstudienzeit fertig werden. Ich habe das auch im eigenen Studium geschafft, habe das Leben gelebt, wir hatten tolle Zeiten. Aber wir haben uns auch auf den Hosenboden gesetzt und geschaut, dass wir fertig werden, und das erwarte ich von den Studenten heute einfach auch. (Beifall bei der AfD) Zum Zukunftsvertrag: Sie haben es angesprochen, die Studienplatzkapazität soll erhalten bleiben. Wir haben aktuell 107 000 Studenten in Sachsen, ungefähr 40 % Sachsen, 32 % aus anderen Bundesländern und 29 % aus dem Ausland. Man sieht übrigens, dass in den letzten Jahren immer mehr Studenten aus dem Ausland nach Sachsen gekommen sind, obwohl es ja Veränderungen in der politischen Landschaft gibt. Anscheinend wirkt die AfD doch dafür, dass Sachsen für Ausländer ein attraktiver Studienort ist. (Heiterkeit und Beifall bei der AfD) Aber wir müssen natürlich schauen, wie viele der ausgebildeten Fachkräfte dauerhaft hierbleiben. Herr Mann, hierzu würden mich konkrete Zahlen interessieren, welchen großen positiven Aufwuchs wir haben und wie viele – diese Diskussion beginnen wir jetzt – Studienplatzkapazitäten wir uns als Freistaat leisten können. Denn wir müssen es schaffen, dass die jungen Menschen im Freistaat Sachsen bleiben, dass sie hier in den ländlichen Raum gehen, dass sie dort in Firmen, in die Wirtschaft gehen. Da muss es auch hingehen. Aber – das steht auch im Zukunftsvertrag – ein Schwerpunkt soll auf Lehramt und Medizin gelegt werden. Das begrüßen wir, obwohl es keine neuen Probleme sind. Der Lehrermangel ist schon seit Jahren ein Thema. Die Erhöhung der Studienplatzkapazitäten kommt jetzt, es kommt eine Entfristung. Das ist positiv, aber hier steckt der Teufel im Detail. Wir brauchen eben nicht nur die Leuchttürme in Leipzig und Dresden als Ausbildungsplätze, sondern wir brauchen auch dezentrale Ausbildungsplätze für das Lehramt, damit die Studenten im ländlichen Raum bleiben, damit wir das Problem, das wir jetzt haben, den Lehrermangel im ländlichen Raum, bekämpfen und damit wir gerade in den Bereichen mit einem hohen Bedarf, in der Sonderpädagogik, an den Förderschulen, endlich wieder einen Lehrer vor die Klasse stellen können, nicht einen Seiteneinsteiger. (Beifall bei der AfD) Wir brauchen dazu auch eine Reform des Studiums. Wir haben schon in der vorigen Legislaturperiode Vorschläge gemacht. Wir werden auch in den nächsten Monaten Vorschläge dazu machen, indem wir Eignungstests einführen, damit wir zu Beginn des Studiums sehen, ob jemand geeignet ist, später vor einer Klasse zu stehen, damit mehr Praxis hineinkommt und damit wir es schaffen, dass mehr als nur die genannten 60 oder 66 % in der Regelstudienzeit fertig werden. Es muss im Interesse des Bildungslandes Sachsen sein, dass hier so viele Lehramtsstudenten wie möglich fertig werden und auch hierbleiben. (Vereinzelt Beifall bei der AfD) Gleiches gilt für die Medizinstudenten. Auch hier gibt es einen jährlichen Aufwuchs, was wir begrüßen, aber er kommt sehr spät. 30 % der Ärzte sind über 60 Jahre alt und über 360 Vertragsarztsitze sind bereits unbesetzt. Wir müssen es schaffen, dass die Medizinstudenten nicht in die Pharmaindustrie, nicht zum großen Teil in die Wissenschaft gehen, sondern dass sie dorthin gehen, wo wir sie brauchen: in den ländlichen Raum. Deswegen haben wir Ihnen schon einen Gesetzentwurf zur Landarztquote vorgelegt, und wir werden hier nach der Sommerpause darüber diskutieren. Denn das ist das, was wir brauchen. Wir müssen es auch in diesem Studium schaffen, dass die jungen Menschen in den ländlichen Raum gehen und dort die dringend benötigten Fachkraftplätze füllen. Vielen Dank. (Beifall bei der AfD) Dritte Vizepräsidentin Luise Neuhaus-Wartenberg: Das war Herr Weigand für die AfD-Fraktion. Jetzt Anna Gorskih für die Fraktion DIE LINKE, bitte.

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