Barbara Klepsch
Ja, wir sind stolz auf unsere staatlichen Kultureinrichtungen. Ich habe in einer Ausschusssitzung schon einmal gesagt, was uns die Semperoper durch die Schließung und die dadurch fehlenden Einnahmen monatlich kostet. Allein unsere staatlichen Kultureinrichtungen mit Orchester, Oper, Schauspiel und unserer SKD kosten uns aufgrund der Krise – durch Einnahmenausfälle, durch Hygienemaßnahmen, die ergriffen werden müssen, durch weniger Besucher – hochgerechnet auf das Jahr 2020 ungefähr 17 Millionen Euro. Die sind im Paket enthalten. Gleichzeitig weiß ich aber, dass unsere Einrichtungen sehr wichtig für den Bereich Tourismus sind. Wenn wir werben, werben wir sehr häufig mit der Semperoper, mit den Alten Meistern, die wir jetzt wiedereröffnet haben. Man braucht sich nur einmal die Besucherzahlen der SKD anschauen: 50 % der Besucher unserer Staatlichen Kunstsammlungen kommen aus dem Ausland. Die brechen weg. Von den anderen 50 % kommt die Hälfte aus anderen Bundesländern. Wir haben jetzt mit rund 40 % Einnahmen gegenüber dem kalkuliert, was im Vorjahr zu erzielen war. Wir werden sehen, ob das zu optimistisch oder zu pessimistisch war. Wir haben nach bestem Wissen und Gewissen die Besucherzahlen analysiert und dann das Defizit errechnet. Gleichzeitig haben wir natürlich im Blick gehabt, was wir einsparen können. Das war die erste Frage. Es sind Sonderausstellungen gestrichen worden, die uns Geld gekostet hätten. Aufführungen in der Oper sind in das nächste Jahr verlegt worden. Gasthonorare sind logischerweise jetzt nicht angefallen. Wir hatten also Einnahmeausfälle und haben die Kosten reduziert. Unter dem Strich – so haben wir gesagt – werden es die 17 Millionen Euro sein. Ich denke, es ist unsere Verantwortung, das klar zu benennen, um mit unseren Einrichtungen im Herbst nicht in eine Liquiditätslücke zu fallen. Das wäre für unsere Einrichtungen später doppelt schwierig. Ich will noch eine Zahl nennen: Die Oper hat sonst 1 300 Plätze, die oft wirklich ausgebucht sind. Wir rechnen jetzt mit rund 350 Plätzen, die belegt werden können. Das zeigt schon, welcher Einnahmeverlust dadurch entsteht. Zweiter Vizepräsident André Wendt: Vielen Dank. Ein kurzer Hinweis: Wir haben noch 7 Minuten. Ich übergebe jetzt an die AfD-Fraktion. An Mikrofon 6 steht Kollege Zickler. Bitte schön.
