Barbara Klepsch
Zur ersten Frage, 110 Millionen Euro: Ja, in der Tat, wir haben vor Wochen versucht, hochzurechnen, welcher Bedarf vorhanden ist. Ich habe in meinen Ausführungen jetzt erwähnt, dass wir in unserem Paket den kommunalen Bereich nicht enthalten haben; es umfasst keine kommunal getragenen Einrichtungen. Die Städte und Gemeinden werden den Bedarf für kommunal getragene Einrichtungen also nicht aus diesem Paket erhalten. Das ist erst einmal ein klarer Fakt. Es kommt hinzu – dafür bin ich dankbar –, dass die Bundesregierung ebenfalls ein Paket auflegt; es hat ein Volumen von 1 Milliarde Euro. Ich komme noch dazu, was dort inhaltlich vorgesehen ist. Ganz ehrlich, ich habe noch niemanden gehört, der gesagt hätte: „Was habt ihr in Sachsen gemacht? Das hättet ihr stecken lassen sollen.“ Ganz im Gegenteil: Mir wurde zurückgespiegelt, dass dies in der Tat – nach bestem Wissen und Gewissen, in guter Abstimmung mit all den Partnern, die im Bereich Kunst und Kultur tätig sind – ein gutes Notpaket ist. Die Kommunen sind also nicht dabei; insofern ist es weniger Geld im gesamten Paket. Die 67 Millionen Euro sind aus meiner Sicht ein guter Grundstock, um unsere reichhaltige Kultur durch die Krise zu tragen. Zum Bundesprogramm: 1 Milliarde Euro stehen im Papier. Es gab diese Woche eine Sitzung des Kulturausschusses hierzu, die aber leider noch keine näheren Details gebracht hat. Auch wir müssten das dringend wissen. Die Schwerpunkte vielleicht ganz kurz angeführt: Ein Punkt sind pandemiebedingte Investitionen in Kultureinrichtungen; dafür ist ein Baustein mit 250 Millionen Euro angesetzt. Ich denke, das ist wichtig. Hier geht es um Online-Ticketingsysteme, um die Modernisierung von Belüftungssystemen, um Besucherführung und Bestuhlung. Wenn wir allein unsere Museen ansehen, stellen wir fest, dass wir nur in drei Museen die Möglichkeit gehabt haben, ein solches Ticketingsystem wirklich gut zu handhaben. Ich glaube, es ist gut für die Museen, wenn dieser Bereich gefördert wird. Ein zweiter Schwerpunkt ist beim Thema „Neustart Kultur“ gesetzt. Hier soll es neue Aufträge für freiberuflich Tätige und Soloselbstständige geben, insgesamt mit 450 Millionen Euro angesetzt. Das ist in zwei Sparten unterteilt, einmal Musik- und Livemusikstätten mit 150 Millionen Euro und Tanztheater, ebenfalls mit 150 Millionen Euro, sowie die Filmbranche mit 120 Millionen Euro – also neue Aufträge. Ein dritter Bereich: Dabei geht es um alternative und digitale Angebote mit einem Volumen von 150 Millionen Euro. Also auch hier das Thema „Museum 4.0“: neue Formate und Projekte, die die Vermittlung und Verständigung im Kulturbereich und das Thema Vernetzung im Blick haben.
