Sarah Buddeberg
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Werte Kolleginnen und Kollegen! Rund 30 Jahre nach 1989 hat sich unser Land, haben sich unsere Blickwinkel geändert. Scheinbar Wichtigeres spielt im Leben der derzeitigen und kommenden Generation eine Rolle, und tagaktuelle Ereignisse bestimmen die Schlagzeilen. – Verständlich. Aber umso wichtiger ist es, auf Vergangenes, geschichtlich Epochales aufmerksam zu machen, wie zum Beispiel die politische Wende in der ehemaligen DDR. Dazu ist es notwendig, die Ursachen und Hintergründe offen zu legen, die zu dieser Wende geführt haben, diese zu erforschen, zu dokumentieren und den neuen Generationen nahezubringen. Deshalb, Herr Rathenow, kommt Ihrer Arbeit und Ihrer Behörde eine herausragende Bedeutung zu. Bereits im Ausschuss für Verfassung und Recht, Demokratie, Europa und Gleichstellung und heute – ein Novum – auch hier im Hohen Haus haben Sie Ihren 25. Tätigkeitsbericht vorgestellt. Dafür und für die Arbeit Ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und natürlich für Ihre Arbeit dankt Ihnen meine Fraktion ausdrücklich. Sie unterrichteten uns über die Beratungstätigkeit, Ihre Bildungsarbeit und Informationspolitik, Ihre Arbeit im Bereich des Gedenkens und Erinnerns und über Kooperationen, die Sie eingegangen sind, um nur einige Punkte aus Ihrer umfangreichen Unterrichtung zu nennen. All das findet unsere Unterstützung, aber – und darauf bin ich gerade zu Beginn schon eingegangen – wir sehen für die Zukunft einen herausragenden Bedarf im Rahmen der Forschung, der Dokumentation und der Veröffentlichung. Diese Ergebnisse Ihrer Arbeit – so sehen wir das – werden in Zukunft deutlich mehr an Gewicht gewinnen, umso weniger die betroffene Generation Ihrer Unterstützung bedarf. Es muss Ihnen und Ihrer Behörde gelingen, die komplexe und wechselhafte Geschichte, die unsere Gesellschaft zu dem gemacht hat, was sie heute ist, unserer jungen Generation zu vermitteln. Sie kennt dies maximal aus Geschichtsbüchern. Dazu fordern wir Sie ausdrücklich auf, und darin bestärken wir Sie. Deshalb muss einer offensiven Öffentlichkeitsarbeit viel mehr Aufmerksamkeit gewidmet werden. Inwieweit es einer Personalaufstockung bedarf, entscheiden wir nicht heute. Gleiches gilt für die kraftraubende Diskussion der Standortfrage, wobei – so haben wir das verstanden – die Entscheidung auf bundespolitischer Ebene getroffen wurde bzw. wird. Sehr geehrter Herr Rathenow, wir wünschen Ihnen und Ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern viel Erfolg in der Bewältigung Ihrer Aufgaben, bedanken uns für Ihren Bericht und wünschen uns, dass Sie in gleicher Qualität wie bisher die neuen Herausforderungen, denen Sie sich stellen müssen, bewältigen werden. Vielen Dank. (Beifall bei den LINKEN und des Abg. Dirk Panter, SPD) Dritte Vizepräsidentin Luise Neuhaus-Wartenberg: Das war Kollegin Buddeberg für die Fraktion DIE LINKE. Ich bitte jetzt für die Fraktion BÜNDNISGRÜNEN Frau Dr. Maicher, das Wort zu nehmen.
