Alexander Dierks
Sehr geehrter Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Prantl, ich habe Ihren Antrag gelesen, ich habe ihn auch verstanden. Ich habe auch sehr, sehr gut zugehört, was Sie gesagt haben. Ich verfolge wahrscheinlich auch überdurchschnittlich gut, was Ihre Partei und Ihre Parteifreunde in den sozialen Medien treiben. Ich habe in meinem ersten Redebeitrag sehr deutlich gemacht, worum es am Ende geht. Keiner hier will einen Impfstoff im Schnellstverfahren. Keiner hier möchte eine Impfpflicht gegen das Coronavirus. Indem Sie genau diesen Eindruck erwecken, führen Sie nichts anderes als eine Angstdebatte. Diesen Vorwurf müssen Sie sich zu Recht machen lassen. Denn es besteht überhaupt kein Zweifel, dass die Mehrheit der Bürger bereit ist, sich mit einem sicheren Impfstoff, ob nun gegen diese oder gegen irgendeine Krankheit, impfen zu lassen. Insofern führen Sie eine Debatte im luftleeren Raum und erwecken ganz bewusst den Eindruck, dass hier die Bürger auf Kosten ihrer Grundrechte, ihrer körperlichen Unversehrtheit zwangsgeimpft werden sollten. Sie tun so, als würde der Staat freie Menschen als Versuchskaninchen missbrauchen. Das ist schlicht und ergreifend hanebüchener Unsinn. Wenn Sie sich einmal erinnern, welche Erfahrungen Sie in diesem Land Zeit Ihres Lebens gemacht haben, jedenfalls seit Deutschland wiedervereinigt und ein demokratischer Rechtsstaat ist, dann frage ich Sie allen Ernstes: Halten Sie es für möglich, dass in diesem Land Menschen dauerhaft von ihren Grundrechten ausgeschlossen werden, dass Bürgerrechte eingeschränkt werden? (Protestrufe von der AfD) Genau das zeigt doch das Menschen- und Gesellschaftsbild, das Sie alle vereint, auch wenn es mich erschreckt, dass Sie das so sehen. (Lautstarke Proteste bei der AfD – Glocke des Präsidenten) Wissen Sie, unsachliches Dazwischenbrüllen ist sowohl in sozialen Medien als auch im Parlament ganz offensichtlich das Einzige, wozu Sie taugen. (Beifall bei der CDU und den BÜNDNISGRÜNEN) Zweiter Vizepräsident André Wendt: Meine sehr verehrten Damen und Herren, Sie wissen ja, Zwischenrufe sind hier im Plenum natürlich erlaubt. Aber gleichwohl ist immer noch wichtig, dass der Redner vorn auch gehört wird. Das heißt, wenn Zwischenrufe getätigt werden, dann auch in einer entsprechenden Lautstärke. Danke schön. (Zuruf von der CDU: Hört, hört!)
