Jörg Urban
Nein. Die erste Corona-Infektion in Deutschland trat bereits im Januar auf. Es war ein Mitarbeiter eines bayerischen Automobilzulieferers, der sich während einer firmeneigenen Schulung bei einer infizierten chinesischen Kollegin ansteckte. Seither sind vor allem drei deutsche Bundesländer betroffen: Nordrhein-Westfalen, Bayern und Baden-Württemberg. Der erste Fall in Sachsen wurde am 2. März registriert. Derzeit haben wir laut Robert Koch-Institut mit Stand von heute früh 9 360 nachgewiesene Infektionen in Deutschland und 247 in Sachsen. Auch 26 Todesfälle wurden bereits registriert. In Sachsen ist bereits jeder Landkreis betroffen. Spätestens seit dem Treffen im Bundeskanzleramt in der letzten Woche ist, denke ich, jedem klar, dass weitreichende Maßnahmen unausweichlich sind. Derzeit gilt es vor allem, die Infektionsausbreitung zu verlangsamen. (Luise Neuhaus-Wartenberg, DIE LINKE: Das machen wir heute!) Das soll dazu beitragen, dass die Behandlungskapazitäten des Gesundheitswesens nicht erschöpft werden. Vor den drohenden Versorgungsengpässen haben Experten frühzeitig gewarnt. Bereits am 1. März sagte der Leiter der Virologie der Berliner Charité, dass sich bis zu 70 % der Bevölkerung mit dem Coronavirus infizieren werden. Er sagte also bereits vor zwei Wochen, man müsse Zeit gewinnen, die Ausbreitung zu verlangsamen; man müsse Zeit gewinnen, die Pandemiepläne anzupassen, die medizinischen Versorgungsstrukturen an das hohe Behandlungsaufkommen anzupassen und die Zeit nutzen, entsprechende Gerätschaften zu kaufen. Passiert ist dann in den nächsten Tagen erst einmal so gut wie gar nichts. (Zuruf von der AfD: Ganz genau!) Erst am 11. März und damit anderthalb Wochen später erfolgten in Sachsen die ersten zielgerichteten Maßnahmen. Viel mehr als das Verbot von großen Veranstaltungen wurde aber dennoch nicht veranlasst. Genau hier wurde viel Zeit verloren. Jeder Tag, der vergangen ist, ist einer zu viel; denn je früher Maßnahmen ansetzen, die Ausbreitung des Virus zu verhindern, umso geringer ist die Neuinfektionsrate und umso weniger kommt unser Gesundheitswesen an seine Grenzen. (Beifall bei der AfD –
