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Christin Melcher

GRÜNE 30.01.2020 Sitzungen 7/6

Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Dieser Antrag ist ein reiner Schaufensterantrag. (Zuruf des Abg. André Barth, AfD) Ernst nehmen kann man ihn nicht; denn er greift inhaltlich viel zu kurz. Sie begreifen offensichtlich noch nicht einmal, wozu Schulgärten eigentlich da sind, außer zur Ernährungserziehung und Heimatpflege. Sie haben den pädagogischen Mehrwert von Schulgärten überhaupt nicht begriffen. (Dr. Rolf Weigand, AfD: Haben Sie zugehört?) Schulgärten sind vielfältige, fächerübergreifende Lernorte. Englische Vokabeln können dort genauso erlernt werden wie Geometrie, Mathematik oder die Mechanismen der Chemie und Physik. (Norbert Mayer, AfD: Oder Latein!) Sie jedoch haben gerade gezeigt, worum es Ihnen geht. Sie wollen offensichtlich nur anhand von Kartoffelanbau den Kindern Heimatgefühle vermitteln. Wenn das Ihr pädagogisches Konzept ist, kann ich wirklich nur mit dem Kopf schütteln. Ernst nehmen kann man den Antrag vor allem deshalb nicht, weil er die Förderung von Schulgärten völlig falsch angeht. So ist es doch sehr verwunderlich, dass die AfD den Grundschulen Schulgärten aufzwingen möchte – Heimatpflege quasi als ideologisches Zwangsprogramm. Die Schulen mit ihren Lehrern und Schülern sollen aber selbst entscheiden können, ob sie sich einen Schulgarten anlegen wollen oder nicht. Schulgärten müssen mit Leben gefüllt und mit Leidenschaft bewirtschaftet werden. Dabei ist die Bereitschaft in der Lehrerschaft, bei den Eltern und Schülern unabdingbar. Ist in der Schule der Wunsch nach einem Schulgarten gefasst, bietet der Freistaat zahlreiche Möglichkeiten, diesen umzusetzen. Es gibt Fortbildungen, Tipps und Tricks für die Lehrerinnen und Lehrer zur Unterrichtsplanung. Es gibt inspirierende Beispiele zum Nachahmen. Ich lade die Kolleginnen und Kollegen der AfD-Fraktion dazu ein, einmal auf die Internetseite www.schulgartensachsen.de zu gehen. (Zuruf von der AfD: Was kommt dabei heraus?) Dort können Sie alles Weitere nachlesen. Das Kultusministerium führt zum elften Mal den sächsischen Schulgartenwettbewerb durch und schafft so für die Schulen Anreize, Schulgärten zu gestalten und kreativ zu nutzen. Seit Jahren ist Sachsen aktiv in der BAG Schulgarten vertreten und kann damit auf ein bundesweites Kompetenznetzwerk zurückgreifen. Der Freistaat unterstützt die Initiative „Junges Gemüse“, die mit ihrem Projekt „Stadtkohlrabi“ Kindern und Jugendlichen im Gartenlabor die Natur erfahrbar macht. Ein weiteres Projekt der Initiative ist „Garten macht Schule“. Hierbei werden Schulen beim Aufbau eines Schulhofgartens beraten, Workshops und Projekttage angeboten und durchgeführt. Solche Projekte gilt es zu fördern. (Beifall bei den BÜNDNISGRÜNEN und der SPD sowie vereinzelt bei der CDU) Aus unserer Sicht ist es daher viel effektiver, mit diesem bunten Blumenstrauß an Maßnahmen vorhandene Schulgartenstrukturen zu unterstützen sowie die Schülerinnen und Schüler zusammen mit ihren Lehrerinnen und Lehrern zu motivieren, selbst aktiv zu werden. Ihr Antrag ist hingegen mangelhaft. Wir werden ihn ablehnen. (Beifall bei den BÜNDNISGRÜNEN, der SPD und vereinzelt bei der CDU – Beifall bei der Staatsregierung) Zweiter Vizepräsident André Wendt: Vielen Dank, Frau Melcher. – Jetzt hat die SPD das Wort. Frau Friedel, bitte schön.

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