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Georg-Ludwig von Breitenbuch

CDU 30.01.2020 Sitzungen 7/6

Sehr geehrter Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Ich bin der BÜNDNISGRÜNEN-Fraktion sehr dankbar, dass sie heute diese Aktuelle Debatte zum Wald angesetzt hat. Das ist ein wichtiges Thema, mit dem wir heute ein Schlaglicht auf die Situation werfen können. Im Januar vor zwei Jahren – wir erinnern uns – kam „Friederike“ durch dieses Land gestoben, der große Sturm, der von Nordrhein-Westfalen bis nach Sachsen eine Schneise der Verwüstung angerichtet hat. Wer in heutigen Zeiten durch den Colditzer Wald fährt, sieht, was da passiert ist. Das sind dramatische Bilder, nicht nur durch den Sturm, sondern auch durch die zwei trockenen Jahre, die danach zu absterbenden Bäumen, zu großen Borkenkäferschäden und weiteren Waldschäden geführt haben. Dadurch sind unsere Wälder generell gefährdet. Das sind Wälder, die außerordentliche Funktionen für unser Land, für Mensch, Tier und Natur haben. Sie erbringen eine Gemeinwohlleistung in ökologischer, ökonomischer und sozialer Hinsicht. Deshalb ist es wichtig, dass wir auf den Wald achten. In Sachsen haben wir eine multifunktionale Forstwirtschaft, die mit den Wäldern seit Jahrhunderten, seit Cotta etc. in einer großen sächsischen Tradition – genannt sei hier Tharandt – umgeht, die den Waldumbau in den letzten Jahren begleitet hat. Wir haben mit dem Kompetenzzentrum Tharandt auch im Sachsenforst enorme Wissenschaftsleistungen, die wir abrufen können und die zur Verfügung stehen, um diese Situation zu meistern. Die Ökosystemleistungen, wie sie genannt werden, sind vielfältig und von hohem Wert. Mir kommt in dieser Diskussion immer der Rohstoff Holz zu kurz, der wertvoll, nachhaltig und erneuerbar ist und sich immer wieder selbst produziert. Wir sollten mehr mit diesem Werkstoff Holz tun. Der Wald stellte bisher aber insgesamt auch der Gesellschaft Sauerstoff, Wasser und Kohlenstoffbindung kostenlos zur Verfügung, da sich die Waldwirtschaft selbst trug. Das ist eine Gefahr, in die wir insgesamt hineingerutscht sind und mit der wir umgehen müssen. Wenn man sich diese nicht mehr vorhandenen Bestände anschaut, so entsteht hierdurch ein enormer Vermögensverlust. Auch bei den 200 000 Hektar des Freistaates sind ganze Hektare weg, und damit ist der Holzbestand auf null abgeschrieben. Dieser muss dann noch aus dem Wald herausgeschafft werden. Die Holzpreise haben sich halbiert, die Kosten haben sich verdoppelt; entsprechend haben wir Vermögens- und reale Verluste, die getragen werden müssen. Wir haben zwar wieder eine Säge- und Wertholzsubmission durchgeführt, um gerade auch im Privat- und Körperschaftswald zu helfen. Dies findet immer in der Dresdner Heide statt, organisiert vom Sachsenforst, auch als Hilfestellung für die Waldbesitzer. Es ist aber natürlich nur ein Tropfen auf den heißen Stein, da der „Brotbaum“ bisher das Nadelholz, die Fichte, war. Hierbei bekommen wir auch ökonomische Fragezeichen hinter unseren eigenen Forstbetrieb gesetzt. Wir haben versucht zu helfen, auch in den letzten Jahren. Es gab Ausnahmeregelungen, gerade auch, was die Holztransporte betrifft. Die Tonnage wurde auf 44 Tonnen erhöht, um mit einem Lkw mehr Holz aus dem Wald schaffen zu können. Es konnten Holzlagerplätze eingerichtet werden, Krisenstäbe wurden auf Landkreisebene gebildet – insgesamt ein großer personeller Aufwand, eine große Kraftanstrengung –, und ich möchte an dieser Stelle allen Forstleuten, die sich dafür eingesetzt haben, aber auch allen, die sonst dabei waren, herzlich für das danken, was in den letzten zwei Jahren geleistet worden ist. (Beifall bei der CDU, der AfD, den BÜNDNISGRÜNEN, der SPD und der Staatsregierung) Wir haben viel Geld im letzten Jahr – 50 Millionen Euro – zur Verfügung gestellt, und wahrscheinlich wird es auch in diesem Jahr wieder dazu kommen, dass wir viel Geld brauchen, nicht nur, um unsere Förster weiterhin zu finanzieren, weil zurzeit Holzeinnahmen im Wald fehlen und der Frischholzeinschlag insgesamt, da der Markt zusammengebrochen war, reduziert worden ist. Hier besteht Bedarf, auch finanziell, der sich im Haushalt abbilden muss. Herr Zschocke hat das erste Waldsterben angesprochen, das Sie wahrscheinlich mit 1.0 in Ihrem Antrag benannt haben. Es war der saure Regen, es waren aber auch hohe Wildbestände. Wer einmal in Eibenstock in einem Sonderjagdgebiet gewesen ist und die langfristigen Schäden am Wald gesehen hat, der weiß, dass auch dies ein Beitrag war, der die erste Schadensituation verschärft hat.

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