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Friedrich Josef Dörr

AfD 16.09.2026 Sitzungen 17/51

Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Liebe Saarländerinnen und Saarländer! PI-SA - Programm for International Students Assessment. Seit Jahren haben wir die Berichte und die Untersuchungen von PISA, und sie werden immer niederschmetternder. Aber die Kritik an unserer Bildungsministerin muss ich gleich relativieren, denn die Leistungen gehen in ganz Europa zurück, und zwar seit Jahren. Das ist nicht nur in Deutschland so, das ist nicht nur im Saarland so, das ist praktisch in ganz Europa so. Da kommt es auch nicht darauf an, ob man einen Platz höher oder einen Platz tiefer liegt. Die Leistungen sind sehr schlecht. Ich habe in den letzten Tagen im französischen Rundfunk die Diskussion darüber gehört, wie das in Frankreich ist. Die sind da sehr empfindlich und haben Gründe für ihr schlechtes Abschneiden angeführt. Das waren zum Beispiel: Benutzung der modernen Medien, Handy in der Schule, künstliche Intelligenz, mangelnde Aufmerksamkeit und so weiter. - Das stimmt auch alles. Das ist alles richtig. Natürlich ist auch ein Grund - und das sage ich nicht, weil ich in der AfD bin, sondern weil es mir gerade eingefallen ist -, dass es viele ausländische Kinder in den Klassen gibt. Das ist in Frankreich genauso wie in Deutschland. Das heißt also, das sind Probleme, die man kennt und die man benennt. Aber es gibt auch Probleme, die man nicht festzustellen scheint, die aber Probleme sind. Ich will ein Beispiel nennen. (Abg. Dörr (AfD)) Ich bin jetzt schon länger nicht mehr in der Schule, ich bin seit 2003 im Ruhestand. Im letzten Jahr meiner Dienstzeit haben bei mir an der Schule - damals hieß das noch Sonderschule für Lernbehinderte, heute heißt das Förderschule Lernen -, 24 Buben und Mädchen den Hauptschulabschluss extern gemacht. Den haben sie nicht bei mir gemacht, dass ich die Arbeiten korrigiert hätte, die haben andere korrigiert. Die Schüler haben ihn extern gemacht, es ist auch niemand durchgefallen. Das war praktisch ein Glied in der Kette, das haben wir immer gemacht. Es waren nicht immer 24, aber im letzten Jahr waren es 24, das weiß ich noch. Wieso kann eine Schule, eine Förderschule Lernen, solche Leistungen erbringen? Es gibt sehr viele Gründe, aber der wichtigste Grund ist zuerst einmal der, dass wir Schule nicht so gelebt haben, wie man das seit 100 Jahren kennt. Unser Schulsystem ist mit wenigen Ausnahmen und wenigen kleinen Veränderungen immer noch dieselbe Schule wie vor 100 Jahren. Es gibt immer noch Klassen, es gibt Klassenbildungserlasse und so weiter. Es wird auch von oben regiert, die Schule hat sehr wenig eigene Möglichkeiten. Das ist wie vor 100 Jahren, daran hat sich nicht viel geändert. Was habe ich in meiner Schule anders gemacht? Zum Beispiel habe ich damals mit Kultusminister Breitenbach ausgehandelt, dass der Klassenbildungserlass für meine Schule nicht gilt. Nachher ist das auch für alle Förderschulen eingeführt worden. Bei Grund- und Hauptschulen hat er die Finger davongelassen, er hat zu mir gesagt, die Gewerkschaften machen da nicht mit. Was heißt das? Ich habe in meiner Schule nicht neun Klassen, sondern 18 aufsteigende Klassen gebildet. Die Schüler konnten auch jederzeit von einer Klasse runter- oder raufgehen, das war kein Problem. Es ist auch kein Schüler je sitzengeblieben, niemals! Und alle Schüler hatten das ganze Programm, es gab keine Schüler, die aus der 7. Klasse aus der Schule gekommen sind und deshalb nur ein Jahr Arbeitslehre hatten. Bei mir haben alle Schüler fünf Jahre gekocht und fünf Jahre gewerkt. Restlos alle Schüler haben lesen gelernt. Restlos alle Schüler konnten schwimmen. (Sprechen.) Ich könnte noch länger aufzählen, aber ich will nur sagen, worauf es ankommt. Die Bildungsministerin zum Beispiel kann so fleißig sein, wie sie will, sie ist in jedem Fall überfordert, wenn sie Schulleiterin von allen Schulen im Saarland sein soll. Es ist schon schwierig, Schulleiter einer Schule zu sein. Wenn ich große Schulen sehe, wäre das für mich ein Alptraum, der ich 40 Jahre Schulleiter war. Das ist ein schwieriges Geschäft. Das kann man niemals von Saarbrücken aus regeln. Man muss den Schulen Selbstständigkeit geben, das ist ganz dringend. Man muss die Kinder zur Leistung anspornen, der Erfolg ist der Vater des Erfolgs. Erfolg und Leistung haben mit Schmerzen nichts zu tun, die Kinder, wachsen daran. Erfolg kommt auch im Wettbewerb zum Tragen. Deshalb muss es innerhalb der Schule Wettbewerbe geben. Wir haben zum Beispiel bei sämtlichen Lesewettbewerben mitgemacht und haben immer den ersten Platz belegt. Schulen müssen internen Wettbewerb haben, sie müssen Wettbewerb mit anderen Schulen haben. Deshalb sind wir auch für die Erleichterung der Bildung von Privatschulen, weil dann Wettbewerb innerhalb der Schulen und zwischen den Schulen und so weiter ist. Ich will es jetzt dabei belassen. Wenn wir unsere Kinder wirklich so bilden wollen, wie sie es verdient haben, dann müssen wir total umdenken. Wenn wir das nicht machen, geht der Weg weiter bergab. - Herzlichen Dank! (Beifall von der AfD.)

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