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Friedrich Josef Dörr

AfD 16.09.2026 Sitzungen 17/51

Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Liebe Saarländerinnen und Saarländer! Wir haben jetzt von den Schwesterparteien gegensätzliche Ausführungen gehört, und bei beiden war etwas Wahres dran. Allerdings hat Herr Commerçon im Grunde genommen eine Propagandarede über das Schulwesen insgesamt gehalten. Da kamen die Kitas nur am Rande vor. Das hat dann Frau Kollegin Schmitt-Lang etwas korrigiert. Sie konnte aber auch den Ausrutscher in unsere Richtung nicht unterlassen. Ich wüsste nicht, wie wir die Kitas politisch beeinflussen sollten. Ich war so lange Lehrer, ich habe niemals irgendein Kind politisch ‑ ‑ (Abg. Schmitt-Lang (CDU): Ich habe von ex- ternen Kräften von außen gesprochen. Haben Sie sich da angesprochen gefühlt? - Anscheinend schon. - Sprechen.) Ah, ich habe das „von außen“ überhört, weil ich das nicht anders gewohnt bin. Bei Ihnen kommt es noch nicht so oft, aber es scheint jetzt auch zuzunehmen. (Fortgesetztes Sprechen.) Es wird hier immer das Kindeswohl heraufbeschworen. Das sind Worte, aber die Taten sind andere. Wenn ich Sie vom Kindeswohl reden höre, muss ich daran denken, dass die Kinder im jüngsten Alter am meisten Bildung nötig haben und dass wir das immer nachplappern, aber unsere Gesellschaft das nicht wirklich verinnerlicht und nicht danach handelt. Sie handelt überhaupt nicht danach, denn die kleinen Kinder werden nicht viel mehr als gut verwahrt und gut versorgt. Bei der Bildung, das sagen Sie selbst immer wieder, fehlt noch die Qualität. Ich fasse zusammen. Zuerst einmal, denke ich, brauchen wir für jedes Kind einen kostenfreien Kitaplatz. Zweitens: Das Personal muss so ausgebildet sein, dass eine Qualität in der Bildung gegeben ist. Drittens muss natürlich die Verlässlichkeit auch eine Selbstverständlichkeit sein. Sie werden es wahrscheinlich langsam müde werden, aber ich muss das sagen, weil ich schon etwas älter bin. Als ich in dem Alter war, in dem man in einer Kita war, war alles geordnet, aber kurz darauf, 1945, ist unsere Heimat hier total zusammengebrochen. Die Städte waren verwüstet, es war Hungersnot und die Männer im mittleren Alter waren alle abwesend, denn sie waren entweder in Gefangenschaft oder sie waren gefallen. In den Schulen waren nur Frauen und ältere Männer, und trotzdem ist keine einzige Unterrichtsstunde nach dem Krieg in dieser schweren Zeit ausgefallen, und trotzdem hat jedes Kind seine normale Bildung gehabt! Das ist (Abg. Dörr (AfD)) also nur eine Ausrede von uns, wenn wir sagen: Es ist nicht möglich, man kann das nicht sofort einführen. - Was nutzt es dem Kind, das heute einen Kitaplatz braucht, wenn in fünf Jahren die Qualität stimmt und der Platz da ist? Dann ist das Kind schon nicht mehr in der Kita, dann ist das Kind schon in der Schule. Ich sage Ihnen noch eins. Ich habe einige Bücher und Werkchen geschrieben, da sind auch Wörterbücher dabei. Ich habe mit Absicht in meine Wörterbücher niemals das Wort „unmöglich“ hineingeschrieben. Wenn Sie mal ein Wörterbuch von mir sehen, können Sie nachschauen, da ist das Wort „unmöglich“ nicht drin. Es gibt kein „Unmöglich“. Man weiß erst, wenn man es probiert, ob es möglich ist oder nicht. Es gibt kein von vornherein Unmöglich! Und Sie sagen hier alle, es ist unmöglich, dass die Kinder jetzt alle einen Platz haben, dass die Eltern nichts zu bezahlen brauchen, dass die Kinder Qualitätsbildung haben und dass sie verlässlich in der Kita sind und nicht einfach nach Hause geschickt werden, wenn die Eltern an anderen Orten arbeiten und nicht zu Hause sind. - Das ist nicht unmöglich. Das ist möglich. Das muss nur gewollt werden! Es gibt ein deutsches Sprichwort, das heißt: Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. - Aber hier ist der Wille nicht da. Das beobachte ich seit Jahren, und das ändert sich im Augenblick nicht. Jetzt muss ich aber noch etwas sagen, denn ich will doch objektiv bleiben: Ein Ziel ist erreicht. Wenn ein Kitaplatz die Eltern nichts kostet, ist das eines der Ziele, die ich angesprochen habe. Aber wenn nicht alle Kinder einen Platz haben, ist das auch schon relativiert, denn wenn sie einen Platz hätten, könnte die Regierung vielleicht nicht alle Kinder kostenfrei teilnehmen lassen. Aber es ist jedenfalls ein kleiner Erfolg, denn für die Kinder, die jetzt in der Kita sind, ist das Ganze ab 2027 kostenfrei. Allerdings sind alle anderen Ziele nicht erreicht. Deshalb können wir diesem Antrag nicht zustimmen. (Beifall von der AfD.)

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