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Sascha Haas

SPD 16.09.2026 Sitzungen 17/51

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Liebe Saarländerinnen und Saarländer! Als ich mir diese Woche die Tagesordnung angeschaut habe, hatte ich schon den Verdacht, um was es in diesem Antrag eigentlich wirklich geht. In Ihrer Rede, Herr Dörr, haben Sie sich entlarvt: Es geht Ihnen nicht um die Privatschulen in diesem Land, Ihnen geht es um ein perfides Muster, das Ihre Partei in ganz Deutschland, in jedem Bundesland anwendet. Zuletzt konnte man das auch bei der Auseinandersetzung im Wahlkampf in Sachsen-Anhalt sehen. Was Sie machen, ist, Schulen und das Schulsystem, vor allem das staatliche Schulsystem, schlecht zu reden, Eltern Angst zu machen, ihre Kinder in staatliche Schulen zu bringen, und zwar mit dem einfachen Ziel, nämlich durch eine Bildungspflicht die Schulpflicht auszuhebeln, damit Sie die Chance haben, junge Menschen zu indoktrinieren, indem sie daheim oder in irgendwelchen Privatschulen, die von Vereinen, Organisationen, die Ihnen nahestehen, unterrichtet werden. Das, liebe Kolleginnen und Kollegen, dürfen wir nicht zulassen! (Beifall von der SPD. - Zuruf des Abgeordne- ten Dörr (AfD). - Lachen bei der AfD.) Da gibt es gar nichts zu lachen. - Ich finde das im Übrigen wirklich schräg, dass Sie hier stehen und den Lehrkräften in den privaten Schulen - ich nehme für mich ganz persönlich die Piusbruderschaft aus - und in den staatlichen Schulen absprechen, sich um Kinder und Jugendliche zu kümmern, sie ordentlich zu beschulen und ihnen vor allem auch in Situationen zu helfen, in denen es ihnen in ihrem Leben gerade ein bisschen schwerer fällt, in die Schule zu gehen. Man muss sich doch die Frage stellen, warum es Schülerinnen und Schüler manchmal schwerfällt, in die Schule zu gehen: weil es daheim Probleme gibt, weil vielleicht Mobbing in der Schule ist. - Die Beispiele, die Sie gebracht haben, mit Paris oder mit PISA, auch die waren in Ihrer Argumentation ganz bewusst gewählt, weil Sie nämlich sagen wollen: Die Schulen könnten sich nicht darum kümmern, was in der Schule passiert. Das ist ehrlicherweise ein „A…-Tritt“ für die Menschen, die jeden Tag in diesem Land für unsere Kinder und Jugendlichen arbeiten. Machen Sie sich mal Gedanken, was Sie gerade eben diesen Menschen vom Rednerpult aus deutlich gesagt haben, das ist deren Arbeit nicht wertgeschätzt, Herr Dörr! (Beifall von der SPD.) Deswegen kann ich Ihnen nur sagen, dass wir diesen Antrag ablehnen mit den sachlichen Gründen, die die Kollegin Becker, aber auch der Kollege Frank Wagner von der CDU-Landtagsfraktion genannt haben. Das ist das eine. Aber ich sage Ihnen ganz klar, wir werden dieses staatliche Schulsystem und die Privatschulen, die auch ordentliche Arbeit machen - Herr Frank Wagner hat gerade angesprochen, was alles dahintersteckt, was auch die Träger alles leisten - verteidigen. Wir werden nicht mitgehen bei der Abschaffung der Schulpflicht. Wir werden dafür sorgen, dass Kinder nicht indoktriniert werden, sondern dass sie zu freien Menschen erzogen werden, die selbst entscheiden können und die in dieser demokratischen Gesellschaft frei denkend aufwachsen können. - Vielen Dank und Glück auf! (Beifall von der SPD.)

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