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Flora - Elisa Schröder

SPD 24.06.2026 Sitzungen 17/49

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren! Liebe Saarländer*innen! Vorab möchte ich kurz ein Missverständnis korrigieren: Wir hatten fraktionsintern über 7.30 Uhr gesprochen, vorgeschlagen war von unserer Seite Beginn der Sitzung heute um 8.00 Uhr. - Ich glaube aber, wir sind uns alle einig, dass wir uns natürlich die Zeit nehmen, über die Themen zu sprechen, die unser Saarland betreffen und die dementsprechend wichtig sind. (Beifall von der SPD.) Sehr geehrte Frau Präsidentin, ich zitiere mit Ihrer Erlaubnis: „Ich will gewinnen, doch wenn ich nicht gewinnen kann, so will ich mutig mein Bestes geben.“ - Dieser Eid der Special Olympics ist weit mehr als ein sportliches Motto. Er spricht von Mut, von Respekt, von Gemeinschaft und davon, dass jeder Mensch die Chance verdient, sein Bestes zu geben. Genau darum geht es bei den Special Olympics Nationale Spiele 2026 im Saarland. Diese Spiele waren weit mehr als ein Sportereignis. Sie haben gezeigt, dass Menschen mit Behinderung nicht am Rand stehen wollen, sondern mittendrin. Bereits beim ersten Fackellauf konnte man spüren, dass etwas Besonderes entsteht. Am Ende haben rund 110.000 Menschen erlebt, wie mitreißend, wie bewegend und verbindend diese Spiele sind. Wir sind stolz darauf, dass wir diese Spiele ausrichten durften. Wir haben als Saarländer*innen gezeigt: Wir leben Gemeinschaft über die Grenzen hinweg. Mein Dank gilt deshalb allen, die diese Spiele möglich gemacht haben, den vielen ehrenamtlichen Helfer*innen, den Vereinen, der Blaulichtfamilie, der Special Olympics Deutschland, aber auch dem Orgateam der Special Olympics Saarland. Ganz besonders möchte ich unserem Innen- und Sportminister Reinhold Jost und seinem Team danken. Danke für dieses großartige Ereignis. Danke, dass wir dabei sein durften. (Beifall von der SPD.) Jetzt liegt die Abschlussfeier bereits fünf Tage zurück, und doch, wenn ich an die letzte Woche zurückdenke, dann denke ich nicht zuerst an die Zahlen, nicht zuerst an die Ergebnisse, nicht zuerst an die Medaillen, sondern ich denke an die vielen bunten Bilder, an die Begeisterung bei der Eröffnungsfeier, an die Freude auf den Sportanlagen, an die vielen Begegnungen, an die Siegerehrungen, bei denen nicht nur die Medaillen zählten, sondern strahlende Gesichter, an die Familien und Freunde, die mitgefiebert haben, an die Ehrenamtlichen, die jeden Tag ihr Bestes gegeben haben, um gute Laune zu verbreiten. Ich denke natürlich auch an die Abschlussveranstaltung, an die Menschen, die traurig waren, dass diese Spiele vorbei sind, an die Worte der Teilnehmer*innen: Schade, dass es schon vorbei ist. - Genau das zeigt, was diese Spiele ausgelöst haben. Sie haben Menschen zusammengebracht, sie haben Menschen berührt und auch Menschen verändert. Ich erinnere mich an die ehrlichen Worte von Alexander Indermark - ich zitiere, mit Ihrer Erlaubnis, Frau Präsidentin -: Diese Woche, diese Spiele haben gezeigt, wie eine Gesellschaft aussehen kann. - Damit, sehr geehrte Damen und Herren, hat Alexander Indermark recht, die Special Olympics Nationale Spiele 2026 im Saarland haben gezeigt, was möglich ist. Sie haben auch sichtbar gemacht, was im Kleinen im Saarland längst gelebt wird, und zwar in unseren Vereinen, dort, wo Menschen Woche für Woche zusammenkommen, wo trainiert wird, wo Freundschaften entstehen und wo Gemeinschaft wächst, so auch im Tenniszentrum Sulzbachtal. Gemeinsam mit Special Olympics Saarland finden dort jedes Jahr Unified-Turniere statt. (Abg. Schröder (SPD)) Menschen mit und ohne Behinderung stehen gemeinsam auf dem Platz, sie trainieren miteinander, sie spielen miteinander. So habe ich auch Christof Olbrich kennengelernt. Viele hier im Haus kennen Christof als erfolgreichen Special Olympics Athleten, als Medaillengewinner, als Teilnehmer nationaler und internationaler Wettbewerbe. Ich kenne ihn vor allem als Tennisspieler. Seit vielen Jahren sehen wir uns auf dem Tennisplatz. Dort wird gemeinsam trainiert, gemeinsam gespielt, gemeinsam um jeden einzelnen Punkt gekämpft. Wenn ich also an Christof denke, denke ich an einen Tennisspieler, an einen Mannschaftskameraden, an einen Freund. Vielleicht liegt genau darin etwas Besonderes, denn häufig sprechen wir über Inklusion als Ziel, als politische Aufgabe oder als gesellschaftliches Konzept, auf dem Tennisplatz habe ich aber gelernt, dass Inklusion etwas viel Einfacheres ist: Sie passiert, wenn Menschen selbstverständlich zusammengehören, wenn gemeinsam trainiert wird, wenn man sich gegenseitig unterstützt, wenn man gemeinsam kämpft, wenn man gemeinsam verliert, und noch viel schöner, wenn man gemeinsam gewinnt. Für uns im Verein war Christof nie der Sportler mit Behinderung, er war und ist einfach Christof. (Beifall von der SPD.) Er ist Teil unserer Mannschaft. Und genau so fühlt sich gelebte Inklusion für mich an. Deshalb möchte ich für die Vereine stellvertretend das Tenniszentrum Sulzbachtal nennen und auf die wertvolle Arbeit aufmerksam machen. Ebenso danke ich den vielen Ehrenamtlichen, den Trainer*innen und Betreuern in den Vereinen für ihre Initiativen und Projekte, die Inklusion zur Realität machen. Sehr geehrte Damen und Herren, viele Gäste aus anderen Bundesländern haben erzählt, wie besonders die Atmosphäre im Saarland war, wie willkommen sie sich gefühlt haben, wie selbstverständlich sie sich gefühlt haben. Ein Zitat, welches der VdK gepostet hat, spricht wohl all dies aus: „Hier ist jeder anders, und es ist okay. Ich werde hier so genommen, wie ich bin.“ Liebe Kolleg*innen, genauso wünsche ich mir unsere Gesellschaft, eine Gesellschaft, in der niemand erklären muss, warum er dazugehört. Denn die entscheidende Frage ist nicht, wie die Gesellschaft während einer Woche Special Olympics aussieht. Die entscheidende Frage ist, wie die Gesellschaft an den übrigen 51 Wochen des Jahres aussieht, ob Menschen mit Behinderung selbstverständlich am Vereinsleben teilnehmen können, ob sie barrierefrei unterwegs sein können, ob sie die gleichen Chancen auf Ausbildung und Arbeit haben und ob Teilhabe im Alltag gelingt. Denn genau daran misst sich Inklusion. Die Special Olympics haben uns gezeigt, was möglich ist. Sie haben gezeigt, wie eine Gesellschaft aussehen kann, in der Menschen nicht auf ihre Behinderung reduziert werden, eine Gesellschaft, in der Begegnung selbstverständlich ist, und eine Gesellschaft, in der jeder dazugehört. Sehr geehrte Kolleg*innen, Barrieren aus Beton kann man abreißen, Barrieren in Gesetzen kann man ändern, aber Barrieren in den Köpfen der Menschen können wir nur durch Begegnung überwinden. (Beifall von der SPD.) Genau solche Begegnungen haben diese Special Olympics Nationale Spiele 2026 im Saarland möglich gemacht. Aber sie haben uns auch daran erinnert, dass wir noch nicht am Ziel sind. Deshalb bleibt unsere Aufgabe klar: Barrieren abbauen, Teilhabe stärken und Mitbestimmung ermöglichen, nicht aus Fürsorge, sondern aus dem einfachen Grund, dass jeder Mensch das Recht hat, sein Leben selbstbestimmt zu gestalten. (Jubel und Beifall von der SPD.) Genau deshalb novellieren wir das Saarländische Behindertengleichstellungsgesetz, deshalb bauen wir Sportstätten barrierefrei um, deshalb stärken wir die Beteiligungsrechte von Menschen mit Behinderung. Deshalb setzen wir uns dafür ein, dass der Landesbeauftragte für die Belange von Menschen mit Behinderungen frühzeitig in politische Entscheidungen einbezogen wird. Denn Inklusion ist kein Projekt, sie ist kein Ereignis und sie endet auch nicht mit einer Abschlussfeier. Sie ist eine Haltung. Die Special Olympics Nationale Spiele 2026 Saarland haben uns eine Woche lang gezeigt, was möglich ist, wenn wir Menschen nicht nach ihren Einschränkungen beurteilen, sondern nach ihren Fähigkeiten. Also lasst uns diesen Auftrag mitnehmen! Lasst uns diesen Auftrag in unsere Vereine mitnehmen, in unsere Schulen, in unsere Betriebe, aber vor allem hier in unsere Politik, damit aus einem saarländischen Sommermärchen noch mehr ein saarländischer Alltag wird. - Glück auf! (Anhaltender Beifall von der SPD.)

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