Friedrich Josef Dörr
Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Liebe Saarländerinnen und Saarländer! Als ich am Montag erfahren habe, dass es eine Regierungserklärung geben wird, habe ich mir gedacht, die hält die Ministerpräsidentin, Frau Rehlinger. Ich habe mir überlegt, was sie wohl sagen wird, habe Erfahrungen aus der Vergangenheit in die Gegenwart übertragen. Ich habe gedacht, sie wird versuchen, die katastrophale Lage im Saarland, ob das jetzt das Gesundheitswesen ist, die Bildung, der öffentliche Personennahverkehr, die Wirtschaft oder was auch immer, schönzureden, und wird dann versuchen, in die Zukunft hineinzuprojizieren, was alles wann viel besser werden soll und wird. Ich habe mir schon überlegt, welche Frage ich anschließend stellen würde. Es wäre die gewesen die ich schon mal gestellt habe: Was, fragt sich der Saarländer oder die Saarländerin, ist, nachdem die SPD-Alleinregierung im fünften Jahr an der Regierung ist, im Saarland besser geworden? - Und da wird jeder - oder fast jeder, der nicht gerade in der SPD ist -, sagen: Nix! Das Meiste ist schlechter geworden. Dann hat sich aber herausgestellt, dass es eine Regierungserklärung des Innenministers ist, der auch gleichzeitig Sportminister ist, zu den Special Olympics. Da sage ich gern: Die waren ein voller Erfolg! - Er hat über die besonderen Olympischen Spiele, die für ganz Deutschland hier an der Saar organisiert wurden, berichtet. Die waren ein voller Erfolg! Da gilt wirklich all den Leuten, die er genannt hat, ob das jetzt die Vereine sind, ob das die Funktionäre sind, ob das die Kommunalpolitiker sind - ich habe nur sechs Minuten Redezeit, ich kann das nicht alles aufzählen - ein großer Dank, dem kann ich mich unbedingt anschließen. Allen diesen gilt auch unser besonderer Dank für diese ganz tollen Wettbewerbe, für diese ganz tollen Spiele. Wenn jemand noch einen Zweifel hatte, ob es sinnvoll ist, dass man solche Spiele durchführt, dann konnte man spätestens angesichts der Freude der Beteiligten, ob das die Sportlerinnen und Sportler waren, ob das die Zuschauer waren oder die Funktionäre, die man gesehen hat, Trainer und so weiter, überhaupt nicht mehr anderer Meinung sein, als dass diese Spiele ein toller Erfolg für die Menschen waren, die daran teilgenommen haben, und natürlich auch für das Saarland, das sie ausgerichtet hat. Ich habe es schon gesagt, es waren sehr viele daran beteiligt. Als Oppositionspolitiker fällt es mir aber doch schwer zu sagen: Natürlich, viele waren beteiligt, aber es gehört dazu, dass irgendjemand das in die Hand nehmen, organisieren und durchziehen muss, und das hat in diesem Falle die saarländische Regierung in der Person von Reinhold Jost wirklich gut gemacht. Als Opposition scheuen wir uns nicht, hier unsere Dankbarkeit auszudrücken und herzliche Glückwünsche an die Regierung für dieses tolle Ereignis zu übermitteln. (Abg. Raber (SPD): Applaus?!) Es gibt nichts ohne ein Aber, und das Aber liegt darin, dass es wirklich weitergehen soll. Dieses sportliche Ereignis war nicht nur menschlich ein großer Erfolg. Sport ist ja auch menschlich wichtig. Es wird nicht oft genug gesagt, dass Sport gemeinschaftsbildend und körperertüchtigend ist und so weiter und so fort, aber natürlich ist er auch ein Wirtschaftsfaktor. Wir haben als AfD Saar im Landtag schon einmal, mindestens einmal, eingebracht, dass das Saarland sich als Sportzentrum, als Sportland etablieren und ausbilden sollte, und zwar in alle Richtungen und in allen Verzweigungen. Wir haben im Land schon Spitzenverbände und Spitzenvereine, es sind ein paar genannt worden. - Weil meine Redezeit fast zu Ende ist, möchte ich nur ein paar Dinge anführen, die (Abg. Dörr (AfD)) wir schon hatten: Das war natürlich die Fußballweltmeisterschaft. Ich habe das Spiel mit Fritz Walter selbst gesehen. Wir hatten im Saarland, als Bewohner von Quierschied kann ich das ruhig mal sagen, auch Armin Hary, der 1960 die Goldmedaille bei der Olympiade in Rom über 100 m errungen hat. Wir hatten viele Erfolge, viele Vereine sind bei uns tätig. Wir müssen finanziell alles machen, was uns möglich ist. Wenn hier 40 Millionen Euro genannt werden, die wir in den letzten fünf Jahren ausgegeben haben, dann muss ich, um die Zahlen ins Verhältnis zu setzen, Folgendes sagen: Ein Spieler, der noch vor zwei Jahren in Elversberg als Nachwuchsspieler in der Fußballmannschaft gespielt hat, ist von einem englischen Fußballverein für 90 Millionen Euro gekauft worden. Diese Ansätze, die Bürokratie zu beseitigen, dürfen keine Ansätze bleiben. Das ist etwas, was uns nichts kostet, das muss rigoros und mit Tatkraft durchgeführt werden. Wir müssen unsere Vereine, unsere Schulen und die gesamte Bevölkerung noch stärker im Sport unterstützen, weil der Sport auch ein wichtiges wirtschaftliches Feld ist. Frau Rehlinger, ich hoffe, dass Sie uns bei der nächsten Regierungserklärung dann auch etwas Positives über die Wirtschaft sagen können. Dann würden wir Sie gerne auch mal loben. - Herzlichen Dank! (Beifall von der AfD.)
