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Reinhold Jost

24.06.2026 Sitzungen 17/49

Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Liebe Saarländerinnen und Saarländer! „Ich will gewinnen, doch wenn ich nicht gewinnen kann, so will ich mutig mein Bestes geben”. Nichts beschreibt den Geist der Special Olympics besser als dieser Eid der Athletinnen und Athleten. Als ich bei der Eröffnungsfeier zusammen mit 16.000 anderen Gästen im Ludwigsparkstadion diese Worte von Athletensprecherin Hanna Hohe hörte, hatte ich - das gebe ich zu - Gänsehaut, nicht nur, weil das ein wunderbares Verständnis von Leistung und gegenseitiger Anerkennung im Sport ist, sondern weil dieser Eid auch ein starkes gesellschaftliches Bekenntnis ist. „Mutig mein Bestes geben” zeigt zugleich einen Respekt für die Leistung des anderen, den wir auch in unserer Gesellschaft gut gebrauchen können. Ich möchte daher meinem Beitrag heute vorwegschicken: Der Sport ist mehr als Leibesertüchtigung oder Großevent. Beim Sport entsteht funktionierende Gesellschaft. Sport sorgt für Integration und Inklusion, Sport ist leistungs- und respektfördernd. Der Sport, meine sehr verehrten Damen und Herren, ist ein wesentlicher Grund für den stabilen saarländischen Zusammenhalt. Mit Sport kann unser Saarland nur gewinnen. Und deshalb ist er uns heute eine Regierungserklärung wert, liebe Kolleginnen und Kollegen. (Beifall von der SPD.) Natürlich möchte ich dabei zunächst zurückschauen auf das größte Sportereignis in der saarländischen Geschichte: Die Special Olympics Nationalen Spiele 2026 haben Sporthistorie weit über die Landesgrenzen hinaus geschrieben. Erstmals in den 28 Jahren, in denen es dieses inklusive Sportevent gibt, hat sich ein ganzes Bundesland mit Austragungsorten in allen Landkreisen eingebracht. Ebenfalls ein Novum bei den Nationalen Spielen war der Umfang unseres Host-Town-Programms. Zwölf saarländische Kommunen haben mitgemacht und insgesamt rund 200 Sportlerinnen und Sportler aus acht Ländern einen herzlichen Empfang im Saarland bereitet. Wir hatten Wettbewerbe in 27 Sportarten an 23 Sportstätten. Im Herzen Europas konnten wir sogar unsere französischen Nachbarn in Forbach mit einbinden. In ihrer olympiatauglichen Schwimmhalle wurden die Schwimmwettbewerbe ausgetragen. Wir leben den europäischen Gedanken und unterstützen uns über Grenzen hinweg. Dafür bedarf es bei uns nicht jedes Mal einer Regierungskonsultation, sondern einfach eines Gesprächs unter guten Freunden. Um es auf den Punkt zu bringen: Bei uns steht die deutschfranzösische Freundschaft nicht nur auf einem Stück Papier, hier wird sie gelebt. Herzlichen Dank! (Beifall von der SPD.) Wir haben ein Sportevent auf die Beine gestellt, das in mehrfacher Hinsicht neue Standards gesetzt hat: landesweit, grenzüberschreitend, hochemotional und vor allem getragen von den Saarländerinnen und Saarländern, die sich einmal mehr als wunderbare Gastgeber erwiesen haben. Die Special Olympics Nationalen Spiele mögen für den einen oder die andere nur ein weiteres Großevent gewesen sein. Für mindestens rund 4.300 Menschen waren sie ein Erlebnis, das sie niemals vergessen werden. Das waren und sind die Athletinnen und Athleten sowie die Unified Partnerinnen und Partner. Auf besondere Weise hat das der Berliner Ruderer Sebastian Stuart im Saarländischen Rundfunk nach der Eröffnungsfeier gezeigt. Seine Freudentränen haben unser ganzes Land gerührt und eingestimmt auf die wunderbaren Momente, die Athletinnen und Athleten mit geistigen Beeinträchtigungen im Saarland erleben konnten. Als er im Verlauf der Spiele dann auch noch seine erste Goldmedaille gewinnen konnte, waren alle Dämme gebrochen. Sein unbändiges Glück über diesen Erfolg war mitreißend, seine Begeisterung ansteckend. Wer diese Szene im SR-Fernsehen mitverfolgt hat, konnte eine gute Vorstellung davon bekommen, was sich in der vergangenen Woche überall im Land zugetragen hat. Noch intensiver haben diese unzähligen Glücksmomente natürlich die rund 110.000 Menschen erlebt, die sie live an den Austragungsorten oder bei den vielen Veranstaltungen im Rahmenprogramm miterlebt haben. Sie haben die Sportler unterstützt, mit ihnen gefeiert und sich einfach miteinander unterhalten. Menschen, die wir nicht immer auf dem Radar haben, sind über sich hinausgewachsen. Dabei haben sie uns vor Augen geführt, um wie viel abwechslungsreicher und fröhlicher unsere Gesellschaft sein kann, wenn wir sie stärker in den Fokus nehmen. Welche Begeisterung die Special Olympics auslösen können, hatte sich im ganzen Land spätestens in den Vorwochen der Spiele bei den Fackelläufen abgezeichnet. Trotz des teilweise durchwachsenen Wetters waren fast 20.000 Mitwirkende und Zuschauerinnen und Zuschauer über alle fünf Landkreise, im Regionalverband Saarbrücken sowie der Landeshauptstadt auf den Beinen. Durch das Projekt „Gemeinsam Lernen, gemeinsam Jubeln“ im Vorfeld und auch während der Spiele haben sich außerdem mehrere Hundert Schulklassen im ganzen Saarland mit Inklusion beschäftigt. Vor Ort bei den Wettbewerben waren letztendlich fast 10.000 Schülerinnen und Schüler dabei, die den Geist der Spiele in ihr weiteres Leben mitnehmen. Ich will dir, liebe Christine, und der Staatssekretärin Jessica Heide, dem Bildungsministerium und allen Beteiligten in den Kindergärten und Schulen danken. Herzlichen Dank. Das war gelebte Inklusion! (Beifall von der SPD.) Wer in der letzten Woche zum Beispiel durch Saarbrücken gelaufen ist, der konnte hautnah erleben, dass die Special Olympics nicht hinter verschlossenen Stadion- oder Hallentüren über die Bühne gingen. Überall waren Gruppen von Athleten oder Volunteers zu sehen, deutlich an ihren Shirts und Badges zu erkennen. Sichtlich stolze Sportlerinnen und Sportler wurden an jeder Straßenecke mit großem Hallo begrüßt. Es wimmelte vor gut gelaunten Menschen von überallher aus Deutschland und Europa, die sich aufgrund unserer saarländischen Gastfreundschaft hier pudelwohl gefühlt haben. Das ist die Sichtbarkeit, die die Special Olympics bringen. Das ist der Kontakt zwischen Menschen mit und ohne Beeinträchtigungen, den wir so dringend brauchen. Das ist einfach Lebensfreude, das sind Stolz und Respekt, das ist unser Saarland, meine sehr verehrten Damen und Herren! Man muss nicht groß sein, um Großartiges zu leisten. Dafür herzlichen Dank! (Beifall von der SPD.) Damit hat auch der Saarbrücker Oberbürgermeister Uwe Conradt Recht behalten, der - ich zitiere mit Ihrer Erlaubnis, Frau Präsidentin - vorhergesagt hatte: „Saarbrücken als weltoffene und vielfältige Landeshauptstadt wird zu einem zentralen Ort der Begegnung für die Athletinnen und Athleten, die Saarbrückerinnen und Saarbrücker sowie unsere Gäste. Jeder investierte Euro war und ist es wert.” Diese Spiele waren ein saarländisches Sommermärchen, eine Feier der sportlichen Leistung und des Respekts füreinander. Dafür, dass dieses Sommermärchen Wirklichkeit werden konnte, gebührt vielen unser Dank: Zuallererst den Athletinnen und Athleten, die viel Zeit und Energie in die Vorbereitung und das Training für diese Nationalen Spiele investiert haben. Dazu kamen Trainerinnen, Betreuer und Familienangehörige - zusammen mehr als 13.000 sportbegeisterte Menschen. Danke für eure Leistungen, für eure Leidenschaft und für die Fröhlichkeit, die ihr mitgebracht habt. Hier sitzt jemand, der Gold und Bronze gewonnen hat: Louis Kleemeyer ist weit mehr als nur ein Sportler. Er ist Trainer, Mentor und Reporter. Vor allen Dingen ist er eines, ein klasse Typ. Herzlichen Glückwunsch noch einmal! Ihr wart das Herz dieser Spiele und es schlug unglaublich kraftvoll. (Beifall von der SPD und bei der CDU.) Danke den zwölf internationalen Delegationen und unseren französischen Freunden in Forbach, die diesen Spielen einen europäischen, einen internationalen Anstrich gegeben haben. Bei uns im Saarland ist die Welt gern zu Gast und wir sind neugierig und aufgeschlossen. Mein ausdrücklicher Dank gilt den Vertretern der Gemeinde Forbach Jean-Claude Hehn und Jacques Koenig sowie Patrick Weiten, dem Präsidenten des Departementsrats Moselle. Das war gelebte deutsch-französische Zusammenarbeit, wovon wir mehr wollen und woran wir arbeiten werden. Herzlichen Dank! (Beifall von der SPD und bei der CDU.) Danke an Special Olympics Deutschland für das in uns gesetzte Vertrauen, die gute Zusammenarbeit und die gemeinsame Kraftanstrengung. Allen voran Danke an die SO-Deutschland-Präsidentin Christiane Krajewski und ihren unerschütterlichen Glauben an die Sache und das Gelingen der Spiele in dieser noch nicht dagewesenen Dimension. Herzlichen Dank, liebe Christiane, für die ausgezeichnete Zusammenarbeit und das Vertrauen! (Beifall von der SPD.) Hier schließt sich natürlich unmittelbar auch der Dank an unsere Mitgastgeber, also den LSVS und - unter seinem Dach - insbesondere Special Olympics Saarland, an. Stellvertretend möchte ich hier Alexander Indermark, Karoline Würtz und Xenia Hülsmann nennen. Ihr habt unfassbar Tolles geleistet. Herzlichen Dank! (Beifall von der SPD.) Danke natürlich den Organisationsteams, die viele Monate Tag für Tag und manchmal auch in der Nacht daran gearbeitet haben, dass alles klappt. Sie haben im Maschinenraum dafür geackert, dass die Athletinnen und Athleten an Deck in der Sonne strahlen konnten. Danke hierfür an Carsten Kranz, Ralf Kirch, Wiebke Linnemann-Schweizerhof und Thomas Bertram! Ihr wart großartig. Danke für eure unglaubliche Leistung! (Beifall von der SPD.) Das gilt ebenso für mein Team im Ministerium, das ich über viele Wochen mit Blick auf die geforderten Leistungen vielleicht auch genervt habe. Am Ende, denke ich, sagen zu können, es hat sich alles im wahrsten Sinne des Wortes für unser Land ausgezahlt. Ihr seid ein großartiges Team. Vielen Dank! (Beifall von der SPD.) Danke auch den Sponsoren. Ohne deren Unterstützung wären die Spiele in dieser Form und mit diesem Rahmenprogramm nicht möglich gewesen. Danke auch allen Unterstützern und Partnerinnen und Partnern. Ebenfalls ein herzliches Dankeschön an die Landkreise, den Stadtverband, die Landeshauptstadt und die Städte und Gemeinden, die sich beherzt eingebracht haben, sei es bei den Fackelläufen oder im Host-Town-Programm und natürlich auch als Austragungsorte für die Sportwettbewerbe. Das war allerbeste Werbung im Sinne des gesamten Landes und seiner Kommunen. Hier hat sich gezeigt, Kommunen und Land arbeiten Hand in Hand. Danke an die Einsatz-, Hilfs- und Rettungskräfte, die friedliche und sichere Spiele ermöglicht haben und jederzeit Hilfe leisteten, wenn es nötig war. Ihr habt mit geschulten Augen über unsere Gäste gewacht und seid im besten Wortsinn Freunde und Helfer gewesen. Lieber Timo, nimm diesen Dank an alle Kolleginnen und Kollegen der Blaulichtorganisationen mit. Ihr könnt stolz darauf sein. Danke natürlich den 3.100 Freiwilligen, den Volunteers, die zu Botschaftern dieser Spiele geworden sind. Sie waren Gesichter des Respekts und des Zusammenhalts, helfende Hände und stets zur Stelle, wenn sich ein Problem auftat. Danke für dieses riesige Engagement! Es hat den Zusammenhalt weit über das Saarland hinaus unter Beweis gestellt. Großartig! (Beifall von der SPD.) Liebe Kolleginnen und Kollegen Abgeordnete, auch Ihnen und Euch ein herzliches Dankeschön für die durchweg konstruktive Begleitung dieses gewaltigen Vorhabens, von der Bewerbung bis hin zur Umsetzung. Diese Geschlossenheit in der Unterstützung war ein Pfund, mit dem wir an vielen Stellen wuchern konnten. Dafür aus tiefstem Herzen Dankeschön! (Beifall von der SPD.) Und nicht zuletzt: Danke an alle Saarländerinnen und Saarländer, die diese Spiele verfolgt und begleitet haben. Die Offenheit, die Gastfreundschaft, die Lebensart der Saarländerinnen und Saarländer hat einmal mehr den Unterschied zwischen einem großen Event und einem großartigen Event gemacht. Danke, Saarland! Das ganze Saarland kann stolz darauf sein, wieder einmal ein hervorragender Gastgeber gewesen zu sein - wie schon bei den Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit. Unsere Ministerpräsidentin Anke Rehlinger hat das treffend zusammengefasst: „Unser Saarland-Stolz ist inklusiv, er schließt niemanden aus.” Bei alledem endet die Bedeutung der Spiele jedoch nicht nach dem Erlöschen der Flamme der Hoffnung und der Abschlusspressekonferenz. Tausende Athleten, Gäste und Helfer haben eine große Wertschöpfung ins Land gebracht. Hotels waren voll. Die Tourismuszentrale taxiert den Umsatz allein durch die mehr als 41.000 Übernachtungen auf über 7 Millionen Euro. Auch Restaurants und Cafés, der Einzelhandel und touristische Highlights konnten zusätzliche Umsätze erzielen. Diese Wertschöpfung übertrifft die 2 Millionen Euro, die das Land für die Durchführung der Special Olympics zur Verfügung gestellt hat, um ein Vielfaches. All unsere Gäste nehmen Erinnerungen mit und kommen gerne wieder. Erfahrungen vergleichbarer Großveranstaltungen zeigen, dass solche Ereignisse häufig zu weiteren touristischen Besuchen und einer Stärkung des Standortimages führen. Das sehen auch führende Vertreter der Wirtschaft, wie etwa IHK-Hauptgeschäftsführer Frank Thomé so - ich zitiere mit Ihrer Erlaubnis, Frau Präsidentin -: „Die Special Olympics zeigen das Saarland von seiner besten Seite: als gastfreundliches und engagiertes Land, das große Veranstaltungen mit viel Herz und hoher Professionalität ausrichtet. Diese positive Ausstrahlung wirkt weit über die Veranstaltungstage hinaus.” Das Bild, das hier beschrieben wird, wurde auch räumlich weit über die Grenzen des Saarlandes hinaus transportiert. Dafür hat eine großartige Allianz unserer Heimatmedien zusammen mit überregionalen Sendeanstalten und Streaming-Diensten gesorgt. Dass der Saarländische Rundfunk live im SR-Fernsehen und im Online-Auftritt Sportschau.de eine Eröffnungsfeier der Special Olympics übertragen hat, gab es bei Nationalen Spielen bisher noch nicht. Allein die Ausstrahlung der Eröffnungsfeier hatte eine Einschaltquote von 14 Prozent. Das ist Zuschauerrekord im Saarland, oder eben ein absoluter „Quotenknaller“, wie die Bild-Zeitung titelte. Die Regionalteile der Saarbrücker Zeitung waren voll mit anschaulichen und teils bewegenden Erlebnisberichten. Auch auf den Landespolitik-Seiten wurde das Sportgroßereignis angemessen gewürdigt. Tagesthemen, heute journal, Morgen- und Mittagsmagazin von ARD und ZDF - sie alle haben von den Special Olympics und dem Saarland als Gastgeber im Herzen Europas berichtet, ebenso die großen privaten Sendeanstalten von RTL über ProSiebenSat1 bis hin zum Streaming-Riesen MagentaTV. Dazu kamen die Sport-Bezahlsender Sky und DAZN. An dieser Stelle ein dickes Dankeschön an die Verantwortlichen bei SR, SZ und Radio Salü und an alle, die sich in die Berichterstattung zu den Nationalen Spielen eingebracht haben. Auch das zahlt natürlich gewaltig auf das Image des Saarlandes als liebenswürdige, weltoffene Ausflugs- und Reisedestination ein. Herzlichen Dank! (Beifall von der SPD und bei der CDU.) Von den Spielen bleiben aber nicht nur emotionale Erinnerungen, schöne Bilder und Beiträge in den Mediatheken. Von den Spielen bleiben vor allem auch modernisierte Sportstätten. Dafür hat die Landesregierung über Bedarfszuweisungen und mit Mitteln, die auf Beschlüsse der Sportplanungskommission zurückgehen, in den vergangenen Monaten mehr als 10 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Diese Sportanlagen werten wir damit für die nächsten Jahrzehnte auf und bieten den Vereinen, Schulen und Sportlerinnen und Sportlern, die dort trainieren, zeitgemäße Trainings- und Wettkampfbedingungen. Ohne die Special Olympics Nationale Spiele 2026 hätten wir mit dem Kieselhumes weder eines der modernsten Leichtathletikstadien noch barrierefreie Mehrzweckräumlichkeiten, die Menschen mit Beeinträchtigungen die Möglichkeit geben, Sport zu treiben. Das ist nicht nur in Saarbrücken der Fall gewesen, sondern auch in vielen anderen Städten. Allein deswegen hat sich die Aktivität rund um die Nationalen Spiele der Special Olympics gelohnt. Herzlichen Dank! (Beifall von der SPD.) Das Geld ging nicht nur, aber eben auch, in den barrierefreien Umbau der Sportanlagen. Menschen mit Behinderungen erlangen damit ganz neue Möglichkeiten, sich sportlich in Vereinen zu engagieren. Das erschließt ein zusätzliches Potenzial an Mitgliedern und gibt einen Impuls für mehr gegenseitiges Verständnis und Miteinander in unserer Gesellschaft. Außerdem gehen natürlich gesundheitsförderliche Aspekte mit den neu geschaffenen Angeboten nachhaltig einher. Wir hoffen, dass gerade Menschen mit geistigen Behinderungen verstärkt davon Gebrauch machen. Treiben doch aktuell weniger als 10 Prozent von ihnen aktiv Sport. In diesem Zusammenhang ist es mehr als erfreulich, dass allein im vergangenen halben Jahr die Mitgliederzahl bei Special Olympics Saarland um fast 40 Prozent zugelegt hat. Wir haben also schon jetzt einen großen Sprung in Bezug auf Inklusion und Teilhabe im Sport gemacht, aber wir sind nicht am Ziel, sondern haben mit den Nationalen Spielen erst eine Wegmarke, einen Trittstein bei der bewussten Einbeziehung behinderter Menschen im Saarsport erreicht. Natürlich bedarf es für eine vollumfängliche Teilhabe an vielen Stellen im Land auch weiterer Anstrengungen bei der Barrierefreiheit. Dessen sind wir uns sehr bewusst und das möchten wir auch anpacken. Deswegen hatten und haben wir weiterhin ein Interesse an konstruktiv-kritischen Vorschlägen und einer Diskussion über den weiteren Weg. Wir sind noch lange nicht so weit, dass wir sagen können, es ist alles gut, aber ich bin der festen Überzeugung, es wird stetig besser und darauf bin ich ein Stück weit stolz, liebe Kolleginnen und Kollegen. (Beifall von der SPD.) Wahrscheinlich hatten auch Sie bei der Eröffnungsfeier einige bewegende Glücksmomente. Der Ludwigspark war so bunt wie noch nie und die Stimmung einfach überwältigend. Genauso ging es dann bei den Spielen weiter, wobei das für mich Eindrucksvollste der Umgang der Athleten mit ihrem Wettbewerb und dem eigenen Abschneiden bleibt. Ganz souverän gehen sie mit Niederlagen um und freuen sich einfach für und mit den Besserplatzierten. Nicht das Gegeneinander kennzeichnet die sportlichen Vergleiche, sondern viel mehr das Miteinander innerhalb der großen Sportfamilie. Ja, Menschen mit Behinderungen sind anders und besonders, sie sind nämlich besonders wertvoll und eine echte Bereicherung für den Sport und für die Gesellschaft. In unserer vermeintlich „normalen“ Welt und im Umgang miteinander ist ihre Herangehensweise nämlich eher auf dem Rückmarsch. So haben die Special Olympics uns in gewisser Weise auch einen Spiegel vorgehalten. Die meisten Hürden lassen sich gemeinsam besser nehmen oder, - wie mir jemand gesagt hat -: „Das Leben kann so einfach sein.“ (Beifall von der SPD.) Deshalb hat das Saarland mit den Special Olympics ein deutliches Zeichen gesetzt. In einer Zeit, in der es wieder Menschen gibt, die andere aufgrund ihrer Herkunft oder körperlicher oder geistiger Beeinträchtigungen aussortieren wollen, haben wir, haben die Saarländerinnen und Saarländer gesagt: Das wollen und werden wir nicht zulassen. Unser Saarland-Stolz schließt niemanden aus. (Beifall von der SPD.) Meine sehr verehrten Damen und Herren, ich bin sehr ausführlich auf unser saarländisches Sommermärchen eingegangen, weil es uns noch so unmittelbar präsent ist. Es war aber keineswegs die erste sportliche Großveranstaltung im Saarland und wird auch nicht die letzte bleiben. Erinnern möchte ich an die Olympischen Spiele 2024 in einem Vorort von Saarbrücken namens Paris. Allein im Olympia-Jahr hatte das Land 1 Million Euro für den Breitensport und Spitzensportereignisse ausgegeben. Unter anderem haben wir die 27 Volksläufe des Leichtathletik-Bundes und das Landesturnfest in Völklingen finanziell unterstützt. Ganz im olympischen Geist haben - ebenfalls vom Land gefördert - 16 Gemeinden Spielplätze gebaut oder bereits bestehende Spielplätze mit Sportgeräten für alle Generationen ausgestattet. Danke an dich, Petra Berg, und das Umweltministerium für die gute Zusammenarbeit! Schließlich wurden auf dem Sportcampus über mehrere Wochen hinweg Pre-Camps mit 600 Olympioniken, Trainerinnen und Trainern sowie Offiziellen aus 15 Nationen auf die Beine gestellt. Manche kommen regelmäßig wieder, weil sie die tollen Sportbedingungen zu schätzen wissen. Wir haben es zusammen mit unseren Freunden aus Frankreich und Luxemburg geschafft, für einen Tag die olympische Flamme ins Dreiländereck bei Perl zu holen. Zum ersten Mal in der Geschichte von Olympia hat diese Flamme das Gastgeberland 2024 noch einmal verlassen. Erinnert sei außerdem an den spektakulären Zieleinlauf der Deutschlandtour hier in Saarbrücken vor zwei Jahren oder an die Trofeo, ein Weltcup-Radrennen der Junioren, das Jahr für Jahr bei uns ausgetragen wird. Das Pfingstsportfest in Rehlingen, als das größte Dorfsportfest der Welt, gehört in dieser Reihe ganz genauso unbedingt erwähnt. Dieses Spitzensportevent ist 2023 vom Europäischen Leichtathletikverband mit dem Silber-Status geadelt worden. Damit spielt es in einer Liga mit Veranstaltungen wie etwa dem ISTAF in Berlin. Hier gehen Jahr für Jahr Weltklasse-Athleten an den Start, nicht zuletzt, um sich die nötigen Qualifikationen für Welt- und Europameisterschaften oder eben Olympische Spiele zu sichern. Die Tischtennis Champions League Final Four finden seit der Einführung dieses Formats 2024 alljährlich im Saarland statt. Denken Sie außerdem an den SparkassenCup der Handball-Nachwuchs-Nationalmannschaften in Merzig jedes Jahr im Dezember oder an die HYLO Badminton Open. Letzteres hat bei den Europameisterschaften in diesem Jahr per Stream in die ganze Welt, insbesondere in Asien, unfassbare 148 Millionen Haushalte erreicht. Sie gehören außerdem zu den fünf höchstdotierten Turnieren in Europa. Liebe Kolleginnen und Kollegen, wir können groß im Saarland. Weil unser Saarland dabei nur gewinnen kann, wollen wir das alles in Zukunft noch stärker unterstützen. Mit einer neuen Förderrichtlinie, die sich aktuell in der Endabstimmung mit dem Landesrechnungshof befindet, zielen wir auf Sportveranstaltungen mit überregionaler Bedeutung ab. Wir wollen Sportveranstaltungen wie Weltmeisterschaften, Europameisterschaften oder Champions-League-Wettkämpfe im Saarland. Auch größere sportliche Events in der Großregion und mit grenzüberschreitendem Charakter sollen förderfähig sein - vorausgesetzt ist ein besonderes Interesse unseres Landes. Wir wollen also die Attraktivität des Saarlandes als Spitzensportregion weiter steigern und sind, wie ich finde, schon heute auf einem guten Weg dorthin. Liebe Kolleginnen und Kollegen, im Kern sind solche Großveranstaltungen natürlich auch eine riesengroße Werbung für körperliche Aktivität und den Sport insgesamt. Sport hält fit und gesund und ist damit von beachtlicher volkswirtschaftlicher Bedeutung. Außerdem bringt Sport Menschen unterschiedlicher Herkunft und verschiedenen Alters zusammen. Der organisierte Sport mit seinen rund 2.000 Vereinen und mehr als 350.000 Vereinsmitgliedern im Saarland leistet in unserem Land seit Jahrzehnten einen entscheidenden Beitrag zur Integration und Inklusion. Er wirkt präventiv gegen Extremismus und Gewalt. Wohl das Allerwichtigste ist: Sport im Verein macht einfach Spaß. Das alles wäre unmöglich ohne das überwältigende ehrenamtliche Engagement im Sport und in unseren Vereinen. Tag für Tag engagieren sich unzählige Trainerinnen und Trainer, Zeug- und Platzwarte sowie Vorstandsmitglieder. Sie sind es, die das regelmäßige Training und ein vielfältiges Vereinsleben gestalten. An den Wochenenden sind außerdem Hunderte von KampfrichterInnen und SchiedsrichterInnen in den Sporthallen oder auf den Sportplätzen, um den Wettkampfbetrieb abzusichern. Ohne dieses unbezahlbare ehrenamtliche Engagement gäbe es keine Basis im organisierten Sport. Deswegen gehört unser allergrößter Dank am heutigen Tage den Ehrenamtlichen. (Beifall von der SPD und der CDU.) Ihnen gebührt aber viel mehr als Dank und Anerkennung. Sie haben handfeste strukturelle und materielle Unterstützung verdient. Genau darum bemüht sich das Land mit ganz unterschiedlichen Ansätzen. Mit Blick auf die Zuwendungen für den Sport und das Ehrenamt haben wir eine neue Förderrichtlinie auf den Weg gebracht - ebenfalls in der finalen Abstimmung mit dem Landesrechnungshof befindlich. Ziel ist es, der herausragenden Vereinsarbeit und dem Ehrenamt im Saarland eine angemessene Wertschätzung zugutekommen zu lassen. Dazu zählen unter anderem Aktivitäten von Sportvereinen und -verbänden, insbesondere in der Kinder- und Jugendarbeit, in der Inklusion und Integration sowie im Behinderten- und Reha-Sport. Ergänzend dazu haben wir Ende 2025 einen gemeinsamen Sportfonds in der Großregion etabliert. Damit können grenzüberschreitende Breitensportprojekte im Einklang mit den Zielen der Charta des Sports der Großregion finanziell unterstützt werden. Natürlich wollen wir dabei auch noch mehr Saarländerinnen und Saarländer zu sportlicher Betätigung animieren. Wir wollen aber insbesondere dafür werben, dass sich wieder mehr Menschen in den Vereinen einbringen. Die Bereitschaft, neben Beruf, Familie und rein sportlichen Aktivitäten auch ein Ehrenamt zu übernehmen, lässt nämlich leider nach. Dieser Entwicklung wollen wir entgegenwirken. All das geschieht in enger, freundschaftlicher und verlässlicher Abstimmung mit dem LSVS. Ich denke, im Namen des ganzen Hauses, in jedem Fall aber der gesamten Landesregierung zu sprechen, wenn ich mich beim Landessportverband, bei den saarländischen Sportverbänden und allen Sportvereinen im Land bedanke. Sie alle gehören zu unserem großen Team Saarland. Mit Ihnen kann unser Saarland nur gewinnen. (Beifall von der SPD und der CDU.) An dieser Stelle nutze ich die Gelegenheit und möchte den scheidenden Vorständen des LSVS, Joachim Tesche und Johannes Kopkow, ein ganz großes, dickes Dankeschön zurufen. Sie haben einen gewaltigen Beitrag zur Konsolidierung des Verbandes geleistet. Mit ihrer Arbeit ist wieder Ruhe eingezogen und sie hinterlassen ein stabiles Fundament für den Saarsport für die Zukunft. Wir alle wissen, von wo der Landessportverband hergekommen ist. Heute ist der LSVS wieder ein verlässlicher Partner für die Sportverbände unter seinem Dach und für die Landespolitik. Ich bin mir sicher, dass die Nachfolger, Florian Hartmann und Holger Wilhelm, auf diesem Fundament aufsetzen können. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit. Ich will euch beiden, lieber Joachim Tesche und lieber Johannes Kopkow, stellvertretend für alle anderen noch einmal ganz herzlich Danke für das großartige Engagement sagen, nicht nur für die Special Olympics, sondern für das, was ihr geleistet habt. Herzlichen Dank an dieser Stelle und alles Gute! (Beifall von der SPD und der CDU.) Weil mit großem Dank und viel Anerkennung noch keine Rechnung bezahlt ist, unterstützen wir den LSVS regelmäßig weit über das Sportachtel hinaus. Damit zeigen wir, dass die Landesregierung jederzeit gesprächsbereit über die Finanzierung des Saarsports ist und auch bleibt. Seit Jahren übernehmen wir etwa die Fernwärmekosten für den Sportcampus in Höhe von mittlerweile 500.000 Euro im Jahr. Im laufenden Doppelhaushalt belaufen sich die Zuwendungen für den LSVS insgesamt auf knapp 2,2 Millionen Euro pro Jahr. Für die Trainerausbildung wollen wir in diesem Jahr eine neue Förderung auf den Weg bringen. Die Landesregierung unterstützt die Vereine in diesem Fall weit über den Sport hinaus, auch auf Wegen, die erst einmal gar nicht viel mit Sport zu tun haben. Auf Initiative unserer Ministerpräsidentin Anke Rehlinger hat das Land nach zähen Verhandlungen einen Rahmenvertrag mit der GEMA abgeschlossen. Wir übernehmen unter bestimmten Voraussetzungen anfallende GE-MA-Gebühren für Veranstaltungen gemeinnütziger Organisationen, wie Vereins- oder Sommerfeste. Die Übernahme der GEMA-Umlage für Sportvereine und -verbände durch den LSVS finanziert das Land bereits seit 2024. Ganz aktuell haben wir zudem eine Bundesratsinitiative auf den Weg gebracht, um Vereine vor Steuerlasten und zusätzlicher Bürokratie zu schützen. Hintergrund ist ein Urteil des Bundesfinanzhofes. Nach der höchstrichterlichen Entscheidung könnten die Mitgliedsbeiträge unter bestimmten Umständen umsatzsteuerpflichtig werden. Damit würden Einnahmen der Vereine zurückgehen und die ehrenamtlichen Vorstände mit komplexen Fragen des Steuerrechts konfrontiert werden. Das wollen wir unbedingt verhindern und eine praxistaugliche gesetzliche Regelung erreichen, die unsere Vereine vor zusätzlichen Belastungen schützt. Auch so stärken wir nachhaltig das saarländische Ehrenamt, liebe Kolleginnen und Kollegen. (Beifall von der SPD.) Haupt- und vor allem gewaltiges ehrenamtliches Engagement spielt sich bei Weitem nicht nur im Sport ab. Die unzähligen Kulturvereine, die Heimatvereine aber aus Sicht meines Innenministeriums vor allem auch sämtliche Hilfsund Rettungsorganisationen haben ebenfalls Anspruch auf auskömmliche staatliche Anerkennung und finanzielle Unterstützung. Die saarländische Landesregierung ist sich hier ihrer besonderen Verantwortung gegenüber allen Vereinen und Ehrenamtlichen bewusst. Sie bilden das Rückgrat unserer Gesellschaft. Sie sind der Kitt, der Land und Leute zusammenhält. Gemeinsame Aktivitäten unter Gleichgesinnten schaffen Identifikation mit der Heimat, freundschaftliche Verbundenheit und Zusammenhalt - egal ob beim Sport, beim gemeinsamen Musizieren oder in der Heimatforschung. Dieselben Funktionen für unser Miteinander erfüllen die Hilfs- und Rettungsorganisationen. Darüber hinaus kommt ihnen eine weitreichende Bedeutung im Bevölkerungs- und Katastrophenschutz zu. Wir alle erinnern uns noch an das Pfingsthochwasser vor zwei Jahren. Nur durch den unermüdlichen Einsatz von Feuerwehr, THW, DLRG, Rotem Kreuz und den vielen anderen Hilfsorganisationen im Land konnte Schlimmeres verhindert werden. Es war der Ministerpräsidentin, der gesamten Landesregierung und, wie ich denke, auch allen hier im Hause ein Herzensanliegen, sich dafür in geeignetem und feierlichem Rahmen bei allen fast 15.000 Einsatzkräften mit der Verleihung des Ehrenzeichens „Hochwasserhilfe“ zu bedanken. Die Anstrengungen, die wir für die unzähligen ehrenamtlichen Retter, Helfer und Schützer unternehmen, sind daher ebenso wichtig wie unser Einsatz für den Sport. Bereits 2023 hat die Landesregierung daher die Helfergleichstellung per Gesetzesänderung vorangetrieben. Das erleichtert seither die Lohnfortzahlung für vorher nicht berücksichtigte Einsatzkategorien, wie Unterstützungs- und Betreuungsleistungen. Ich bin dem Kabinett sehr dankbar, dass wir gestern in der Ministerratssitzung die Novellierung des Saarländischen Brand- und Katastrophenschutzgesetzes auf den Weg gebracht haben. Das ist ein weiterer Meilenstein, der insbesondere das Ehrenamt in der Blaulicht-Familie unterstützen wird. Wir haben darüber hinaus die Entschädigungsverordnung für die Feuerwehren im Land auf ein zeitgemäßes Niveau gebracht. Hier gilt auch den Kommunen als Trägern der Freiwilligen Feuerwehren unser herzliches Dankeschön. Sie haben sich Hand in Hand mit der Landesregierung für eine Erhöhung der Entschädigungen eingesetzt und geliefert. Dafür sage ich im Namen der Ehrenamtlichen aus den Feuerwehren ein herzliches Dankeschön. (Beifall von der SPD.) Ob in Sport, Kultur oder eben in der großen Blaulicht-Familie: Es sind die Zehntausenden Ehrenamtlichen, die die Vereine am Laufen halten, die am Schlauch stehen, um das brennende Haus zu löschen, oder eine Herzdruckmassage machen, um das Unfallopfer wiederzubeleben. Oft kommen aus ihren Reihen auch die Helden des Alltags. Das sind mutige und beherzte Menschen, die zur richtigen Zeit das Richtige tun: Sie leisten Erste Hilfe, retten Leben in Gefahrensituationen und setzen dabei unter Umständen die eigene Gesundheit aufs Spiel. Sie greifen spontan und situativ ein, wenn sie einen Notfall wahrnehmen. Angetrieben werden sie dazu vom persönlichen Verantwortungsbewusstsein und von reiner Mitmenschlichkeit. Dieser Einsatz wird von uns seit drei Jahren in besonderer Weise mit dem „Ehrenabend Zivilcourage“ „eschtamiert“. Zusätzlich haben wir mit der „Saarretter“-App im Alltag die Möglichkeiten der Vernetzung von Leitstelle und Ersthelfern vor Ort geschaffen. Mehr als 2.500 Saarländerinnen und Saarländer haben sich seit 2024 schon registriert, um im Notfall beispielsweise in der Nachbarschaft schnell Erste Hilfe leisten zu können, bis Rettungssanitäter oder Notarzt am Einsatzort sind. Auch auf diese vielen uneigennützigen Helferinnen und Helfer können wir, kann das Saarland stolz sein! (Beifall von der SPD.) Aus der Reihe der Hunderttausenden Ehrenamtlichen in unserem Land möchte ich schließlich noch die vielen Kommunalpolitikerinnen und Kommunalpolitiker hervorheben. Ihr Engagement vor Ort bildet den Kern unserer Demokratie. Sie opfern viele Stunden ihrer Freizeit, um Städte und Gemeinden voranzubringen und für die Bürgerinnen und Bürger lebenswert zu erhalten und zu gestalten. Dafür haben sie unsere und vor allem auch gesellschaftliche Anerkennung verdient, und das umso mehr, als es zunehmend schwieriger wird, kommunalpolitischen Nachwuchs zu finden. Zum Ausdruck unserer Wertschätzung ihnen gegenüber haben wir im vergangenen Jahr eine neue Ehrenamtsauszeichnung auf den Weg gebracht, die jahrelanges kommunalpolitisches Engagement angemessen würdigt. Liebe Kolleginnen und Kollegen, zurück zum Sport. Nichts macht die Unterstützung des Landes für den Saarsport so deutlich wie ein Blick auf die Zahlen. Seit 2020 sind mehr als 40 Millionen Euro in die Ertüchtigung von Sportstätten im Land geflossen, darunter Schulsporthallen, Lehrschwimmbecken, Vereinssportanlagen, kommunale Mehrzweckhallen. Die Summe setzt sich zusammen aus Bedarfszuweisungen des Landes und Mitteln, die von der Sportplanungskommission freigegeben wurden. Insgesamt konnten mit dem Geld 645 Maßnahmen realisiert werden. Diese Erfolgsbilanz wird in den kommenden Jahren eher noch an Fahrt zunehmen durch die Mittel, die wir vom Bund über das Land an die Städte- und Gemeinden weitergeben können. Es gibt eine ganze Reihe von Förderprojekten, die am Ende in Sportstätten einzahlen werden. Als nächstes nennenswertes Großprojekt steht jetzt die umfangreiche energetische Sanierung des historischen Ensembles der Bogenhalle auf dem Sportcampus an. Hier fördert das Land mit Mitteln aus dem Transformationsfonds in Höhe von rund 5,5 Millionen Euro eine deutliche Weiterentwicklung, einen neuen Standard auf dem Sportcampus. Dafür auch noch einmal einen herzlichen Dank, lieber Jakob von Weizsäcker! (Beifall von der SPD.) Doch intakte Sportinfrastruktur alleine reicht nicht aus. Nur durch zusätzliche und regelmäßige finanzielle Zuwendungen an Sportvereine und -verbände, aber auch an Gebietskörperschaften kann sich das Saarland als Sportland breit aufstellen. Diese Zuschüsse fließen über Veranstaltungs- und Projektförderungen überwiegend in den Breitensport, denn hier sind die meisten saarländischen Sporttreibenden aktiv. Allein in die Veranstaltungsförderung sind in den zurückliegenden drei Jahren mehr als 3,6 Millionen Euro geflossen. Der Breitensport und die Ertüchtigung der Sportstätteninfrastruktur ist die Basis. Es ist der Saarsport für jedermann und „jederfrau“. Deshalb ist es uns ein ganz zentrales Anliegen, bestmögliche Bedingungen für den Sport und für das Ehrenamt zu schaffen und finanziell abzusichern. Unsere Spitzenposition bei der Vereinsdichte und dem enorm großen ehrenamtlichen Engagement in Deutschland möchten wir nicht nur festigen, sondern weiter ausbauen. Damit kann das Saarland nur gewinnen. Der Breitensport ist aber auch die Grundlage für erfolgreichen Leistungssport. Dass unser Saarland da fast nur gewinnen kann, zeigen wir zurzeit am laufenden Band. Jüngstes Beispiel dafür ist der sagenhafte Aufstieg der SV Elversberg in die Fußball-Bundesliga. Nachdem schon der 1. FCS vor zwei Jahren im Pokal die Großen im Ludwigspark in Serie nass gemacht hat, ist das ein weiterer Erfolg. Das Saarland ist ein Aufsteigerland, und zwar in der Realität! Damit hat das Saarland Fußballgeschichte geschrieben und diese Geschichte fängt hoffentlich gerade erst richtig an. Wir wollen als Land natürlich unseren Beitrag leisten. So bezahlen wir etwa ein Verkehrskonzept für die Gemeinde Spiesen-Elversberg. Gemeinsam mit allen Beteiligten stimmen wir uns ab, welche konkreten Maßnahmen in allen wesentlichen Themen ergriffen werden – nicht nur, aber auch für die Verkehrssicherheit. Am Ende können alle nur gewinnen: Verein, Fans, Gemeinde und ihre Bürger. Noch erfolgreicher sind dabei aber der FCS Tischtennis und seine Tischtennisstars, die zuletzt mit der Deutschen Meisterschaft das historische Triple samt Pokal- und Champions League perfekt gemacht haben. Das ist Weltklasse made in Saarland! Dass sich der chinesische Superstar an der Platte, Fan Zhendong, für eine Saison den Saarbrückern angeschlossen hat, war nicht weniger als eine Weltsensation. Selbst im Reich der Mitte weiß man jetzt genau, wo das Saarland liegt und auf welchem Niveau hier der chinesische Nationalsport gepflegt wird. Wir freuen uns über diese und viele andere Erfolge saarländischer Vereine, wie die des BC Bischmisheim, der Saarlouis Royals oder der Volleyballerinnen aus Freisen und Holz. Ich persönlich, und ich denke, es geht auch den Saarlouiser Abgeordneten hier im Raum so, leide auch noch immer mit der HG Saarlouis ob des verpassten Aufstiegs in die 2. Handball-Bundesliga. Genauso sehr bedaure ich, dass es die Frauen des FC Saarbrücken trotz großem Kampf in diesem Jahr noch nicht in die 2. Bundesliga geschafft haben. Aber auch Spitzensportlerinnen und -sportler aus dem Saarland oder solche, die im Saarland hervorragende Trainingsbedingungen genießen, seien genannt, wie beispielsweise der Langstreckenschwimmer Andreas Waschburger, der jüngst erneut zwei Weltrekorde aufgestellt hat, oder der Triathlet Tim Hellwig, der in Saarbrücken trainiert und in Paris 2024 olympisches Gold mit der Staffel geholt hat, oder die saarländische Para-Biathletin Johanna Recktenwald, die 2025 deutsche Para-Sportlerin des Jahres wurde und im März aus Cortina d’Ampezzo die paralympische Bronzemedaille mit nach Hause gebracht hat. In diese Aufzählung haben sich in der vergangenen Woche mehr als 100 saarländische Teilnehmerinnen und Teilnehmer an den Special Olympics eingereiht, die mit ihren Leistungen im Einzel oder als Team insgesamt 106 Medaillen in Gold, Silber oder Bronze holen konnten. In den letzten drei Jahren haben nach Angaben der Sportstiftung Saar Athletinnen und Athleten, die auf dem Sportcampus trainieren, bei Welt- und Europameisterschaften insgesamt 35 Medaillen - darunter 15-mal Gold - errungen. Auch das ist Spitzensport made in Saarland. Daran wird nicht zuletzt deutlich, dass sich der Olympiastützpunkt Rheinland-Pfalz/Saarland nach mehreren Jahren des Umbruchs insgesamt sehr positiv entwickelt hat. Besonders erfolgreich präsentieren sich dabei die Bundesstützpunkte im Triathlon und Badminton. Mit Blick auf das neue Sportfördergesetz erhoffen wir uns in diesem Zusammenhang vom Bund, dass auch die Stützpunktstrukturen beim Ringen und in der Leichtathletik gestärkt und in langfristiger Perspektive gesichert werden. Wir werden jedenfalls unseren Beitrag dazu leisten. Wir mögen auf der Deutschlandkarte vielleicht klein daherkommen, aber wir können richtig groß! Schließlich sind es die Erfolge unserer Spitzensportlerinnen und Spitzensportler, die von vielen Saarländerinnen und Saarländern begeistert gefeiert werden und die uns immer wieder stolz auf unser Land und unsere Vereine machen. Das gibt an der einen oder anderen Stelle außerdem noch den Ausschlag, selbst Sport zu treiben. Liebe Kolleginnen und Kollegen, alle Länder in Deutschland halten sich für besonders. Wir im Saarland sind es. Das haben die Special Olympics Nationalen Spiele gezeigt, mit denen wir Maßstäbe gesetzt haben. Das belegen unsere einzigartige Vereinsdichte und das gewaltige ehrenamtliche Engagement in Sport und Kultur und in den Hilfs- und Rettungsorganisationen. Das zeigt aber auch der Blick in die Vergangenheit: Das Saarland ist das einzige Bundesland, das schon einmal eine eigene Olympiamannschaft und eine eigene Fußballnationalmannschaft hatte. Hätten wir Deutschland 1954 im entscheidenden Qualifikationsspiel nicht gewinnen lassen, wäre es nichts mit dem Weltmeistertitel für Deutschland geworden. Einen saarländischen Fußballbund gab es ebenfalls schon vor dem DFB. Wir mussten uns früher schon nicht verstecken und haben bis heute keinen Grund dazu. Wir haben die saarländische Grubenlampe, mit der 1952 das olympische Feuer zu den Spielen in Helsinki gebracht wurde, zumindest leihweise wieder nach Hause ins Saarland gebracht. Nicht minder aussagekräftig war bei den Fackelläufen vor den Nationalen Spielen der Special Olympics 2026, dass die Flamme der Hoffnung in Grubenlampen weitergereicht wurde. Besser lassen sich die zentralen Werte, die den Bergbau in unserem Land über Jahrhunderte ausmachten und die zugleich auch im Mittelpunkt der Special Olympics stehen, nicht versinnbildlichen: gegenseitiges Vertrauen, gegenseitiger Respekt und Zusammenhalt. Möge dieser Geist überdauern. Es lebe der Sport! - Herzlichen Dank, Glück auf! (Beifall von der SPD und bei der CDU.)

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