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Barke

29.04.2026 Sitzungen 17/47

Liebe Frau Präsidentin! Verehrte Abgeordnete! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Zunächst einmal vielen Dank an die SPD-Fraktion für diesen Antrag, gibt er uns doch die Gelegenheit, über dieses Thema, das ein Zukunftsthema für dieses Land ist, heute in einer Aussprache zu reden. Start-ups sind längst kein Nischenthema mehr. Sie sind ein wichtiger Eckpfeiler für die wirtschaftliche Zukunft unseres Landes. Lieber Herr Gros, bei aller Kritik, die ich sehr wohl entgegengenommen habe, hätte ich mich sehr darüber gefreut, wenn Sie auch einmal einen konstruktiven Vorschlag gemacht hätten, wie Sie glauben, dass man das, was wir tun, besser machen könnte. Vielleicht kommt das ja noch in der Zukunft. (Beifall von der SPD.) Wir sind tief im Strukturwandel. Start-ups sind der Mittelstand von morgen und wir machen gerade einiges im Strukturwandel durch. Ich glaube, wir sind auch ein gutes Stück vor der Welle anderer Bundesländer. Wir haben einiges schon hinter uns, was andere in Baden-Württemberg, in Bayern, in Hessen noch vor sich haben. Wir haben mittlerweile gute Strukturen geschaffen. Ich will es noch einmal sagen: Wir sind auf dem Weg der Diversifizierung. Das hat mit Nobilia angefangen, wir haben Vetter angesiedelt, wir haben Viega nach Homburg und Kirkel geholt. Wir sind im Moment dabei, die Rüstungsstandorte Diehl Defence und KNDS massiv auszubauen. Wir sehen dort eine massive Entwicklung und einen Beschäftigungsaufbau. Für alle diese Unternehmen, die Zukunftsbranchen sind und uns jenseits von Stahl und Automotive deutlich resilienter und weniger anfällig für Krisen in einzelnen Branchen machen, sind wir gut aufgestellt. Die Innovationskraft der Start-ups und die enge Verbindung mit Bestandsunternehmen und Start-ups spielen dabei eine wichtige Rolle. Wir nehmen uns bei allem, was wir tun, auch den Blick von außen. Lieber Herr Gros, Sie haben den Startup Monitor angesprochen. Wir haben den Startup Monitor gebeten, einmal einen Blick über den Startup Verband Deutschland auf das, was wir tun, zu werfen und uns die Stärken und die Schwächen herauszuarbeiten. Wir haben da überhaupt keine Angst und keine Berührungsängste, weil wir bei Weitem nicht glauben, dass wir schon dort angekommen sind, wo wir hinwollen. Deshalb ist es immer gut, sich von außen die Anregungen zu holen, wie man es besser machen kann und wo noch Defizite sind. Deshalb arbeiten wir gezielt an diesen Themen. Wir sehen aber 90 Prozent mehr Start-up-Gründungen - da sind die Zahlen unabhängig von der Frage, von welchem Niveau wir starten -, Zehn-Jahres-Hoch bei den Gründungen allgemein, Landeshauptstadt Platz 19 unter den Städten über 100.000 Einwohner in ganz Deutschland. Die Dynamik geht zumindest in die richtige Richtung. Forschungsnahe Gründungen spielen im Saarland dabei eine besondere Rolle. Native-IA ist eben angesprochen worden. Ich könnte eine ganze Reihe von anderen in diesem Zusammenhang nennen. Wir liegen dort über dem Bundesdurchschnitt und der Deeptech-Anteil ist ebenfalls höher. Man muss immer mal kucken, wo wir als kleines Land in einer besonderen Struktur im Wettbewerb mit anderen Bundesländern stehen. Wenn man vergleicht, dann muss man Äpfel mit Äpfeln vergleichen und nicht Äpfel mit Birnen. Auch das ist, glaube ich, ein wichtiger Punkt. Es ist kein Zufall, dass wir da stehen, wo wir stehen. Denn wir haben eine hervorragende Forschungslandschaft mit der Universität, der htw, dem CISPA, dem Max-Planck-Institut. Herr Gros, Sie haben sie alle aufgezählt. Ich muss das gar nicht noch weiter ausführen. Ich weiß nicht, ob das HIPS dabei war, aber auch das sollte genannt werden. Wir haben es auch geschafft - was in vergangenen Jahren überhaupt nicht möglich war -, jetzt endlich mal die Transferstellen FITT, Triathlon und saaris an einer Stelle zu bündeln. Die Landesregierung investiert im Übrigen aktuell - Stand heute - über 500 Millionen Euro in den weiteren Ausbau der Forschungslandschaft unserer Institute. Dort, wo andere Bundesländer sich aus der Forschungsförderung zurückziehen, haben wir massiv draufgepackt. Wir haben im Übrigen auch - danke, lieber Jakob von Weizsäcker - ins Umfeld der Hochschule investiert und mit der Schaffung der Wohnheime auch einmal ein Klima geschaffen, in dem die besten Innovationen im Umfeld der Forschungsinstitute entstehen können. Alles das ist wichtig. Sie hatten SouthwestX angesprochen. SouthwestX wird diese Entwicklung noch deutlich an Fahrt aufnehmen lassen. Auch dahinter steckt ja ein Konzept. Wir haben aus dem Trafo 10 Millionen in den Saar-Inkubator gesteckt. Das ist die Keimzelle. Ohne die Keimzelle hätte es die Bewerbung SouthwestX überhaupt nicht geben können. Daneben hatten wir vonseiten der Landesregierung, an vorderster Stelle die Ministerpräsidentin, dafür gesorgt, dass die über 10 Millionen Euro notwendigen Mittel, um im Startup-Wettbewerb des Bundes bestehen zu können, dann auch eingesammelt worden sind. Wir haben am Ende die erfolgreichste Start-up-Bewerbung unter Bündelung aller Kräfte von der Hochschule und aus der Wirtschaft mit vielen Unternehmen gemeinsam so aufgestellt, dass wir das einzige grenzüberschreitende und wahrscheinlich beste Start-up-Projekt Deutschlands haben. Darauf können wir doch stolz sein. Man muss das nicht immer kleinreden! (Beifall von der SPD.) Das alles ist mit dem Ziel, noch schneller Transfer von der Forschung in die Wirtschaft zu bringen. In den Reigen gehört auch, dass wir jetzt mit der Übernahme des Wasserstoffkreislaufs bei Bosch und der Stärkung des ZeMA zum Ausbau Saarland Engineering Institut einen weiteren Schritt gehen, um gezielt im Bereich MINT noch einmal Schwerpunkte zu setzen. Sie sollten auch nicht vergessen haben, dass wir Tumo auf den Weg gebracht haben, weil wir sehen, dass wir sehr früh und im jugendlichen Alter an die Talente ranmüssen, die potenziell geeignet sind, im Bereich der MINT-Fächer am Ende auch Studien aufzunehmen. Die Geburtenzahlen gehen zurück. Wir sind in einer Situation demografischen Wandels, sodass wir die großen geburtenstarken Jahrgänge nicht ersetzen können. Deshalb müssen wir hier sehen, dass wir die Talente deutlich früher identifizieren. Wir haben Geld auf den Weg gebracht. Wir haben 120 Millionen Euro für Start-ups. Diese Landesregierung hat gehandelt. Wir haben das größte Start-up-Finanzierungspaket in der Geschichte des Saarlandes auf den Weg gebracht, 120 Millionen! Es geht um passgenaue Unterstützung in allen Phasen, von der Gründung über den Markteintritt bis zur Skalierung. Ganz besonders wichtig ist mir bei dem Thema Risikokapital dabei der Pari-Passu-Ansatz. Wir geben Geld in Projekte, an die der Markt glaubt und damit hebeln wir das von uns aufgesetzte Kapital noch einmal um weitere Mittel, die aus der Privatwirtschaft kommen. Ich glaube, das ist ein sehr kluger Ansatz, denn einfach nur von staatlicher Seite in Unternehmen zu investieren, an die der Markt nicht glaubt, da wird viel Geld verbrannt. Ich glaube, auch da haben wir eine gute Struktur gewählt und wir bündeln unsere Mittel auf unterschiedlichste Fonds: auf Saarup-Venture, geführt bei der SIKB, aber auch in Beteiligungen an überregionalen Fonds wie U2V, University to Ventures und am Futury Fonds. Das kritisieren Sie. Ich weiß, mit wem Sie reden, aber reden Sie einmal mit allen! Diese Entscheidung ist nämlich getroffen worden in großen Runden unter Beteiligung des Universitätspräsidenten und vieler anderer, an denen die Menschen, mit denen Sie gesprochen haben, noch mit beteiligt waren. Wir haben hier ein Ökosystem geschaffen. Das will ich deutlich sagen. Nicht wir investieren in Futury, sondern Futury investiert saarländisches Geld, das wir in den Fonds geben, gehebelt mit Geld, das überregional eingesammelt wird, in Projekte dieses Landes. So herum wird ein Schuh daraus! Das muss man sich einmal genau ankucken. Für weitere SouthwestX-Entwicklungen stehen wir gerne zur Verfügung. Im Übrigen ist auch das Thema Nachfolge ganz zentral. Auch das sind Gründungen der Zukunft. Auch dort werden die Start-ups eine Rolle spielen. Ich gehe jetzt auf Roadshow durch alle Landkreise mit allen Beteiligten, auch aus dem Bereich der Finanzierung und der Start-ups. Da werden wir einmal sehen, wie sich das Ganze in der Zukunft weiterentwickelt. Wir müssen uns nicht kleinmachen. Wir können ganz gezielt auf diesem strategischen Weg weitergehen. - Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall von der SPD.)

Protokoll ↗