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Stephanie Meiser

SPD 29.04.2026 Sitzungen 17/47

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Liebe Saarländerinnen und Saarländer! Ich freue mich sehr, dass wir heute ein Thema von solch existenzieller Bedeutung behandeln. Eines steht fest: Hinsichtlich der sprichwörtlichen Lebenswichtigkeit der Laienreanimation sind wir uns alle einig. Die Kollegin hat es eben schon ausgeführt, ich kann mich ihr nur anschließen: Jede Minute ohne Wiederbelebung nach einem Herz-Kreislauf-Stillstand verringert die Überlebenschance um bis zu 10 Prozent. Umgekehrt gilt: Wird sofort geholfen, verdoppelt und verdreifacht sich die Überlebenswahrscheinlichkeit. Das sind keine abstrakten Zahlen - das sind konkrete Menschenleben, die wir retten können. Deshalb ist es gut, dass wir dieses Thema seit Jahren schon konsequent angehen. Bereits 2014 hat die Kultusministerkonferenz diese Thematik aufgegriffen und beschlossen, in allen Ländern sollten ab Jahrgangsstufe 7 jährlich zwei Unterrichtsstunden zur Wiederbelebung eingeführt werden. Lehrkräfte sollten für diese Aufgabe gezielt geschult werden. Im Jahr 2015 hat das Saarland diesen Beschluss aufgegriffen; der Landtag des Saarlandes beschloss, Wiederbelebung als festen Bestandteil der Gesundheitsförderung und des Konzepts der „Gesunden Schule“ an den Schulen zu verankern. Dieser Beschluss ist kein Lippenbekenntnis geblieben. Damals wie heute gilt: Die Themen Erste Hilfe und Wiederbelebung dienen nicht nur der Lebensrettung, sondern stärken auch die Hilfsbereitschaft der Schülerinnen und Schüler. Heute ist es so, dass Inhalte der Gesundheitsbildung und des Verhaltens in Notfallsituationen sowohl in den Lehrplänen der weiterführenden Schulen als auch in denen des Primarbereichs verankert sind. Kinder und Jugendliche im Saarland lernen also schon früh, wie sie sich in Notfallsituationen verhalten sollten und wie sie helfen können. In den weiterführenden Schulen ist das Thema darüber hinaus verbindlich und systematisch aufgebaut integriert, unter anderem durch die Initiative „Schulen machen Druck - Leben retten!“, die 2017 startete. In enger Zusammenarbeit mit dem Landesinstitut für Pädagogik und Medien sowie allen saarländischen Hilfsorganisationen, dem Deutschen Roten Kreuz, dem Arbeiter-Samariter-Bund, dem Malteser Hilfsdienst, der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft und der Johanniter-Unfallhilfe, wurden zwischen 2017 und 2019 erste Lehrkräftefortbildungen durchgeführt und Schulen wurden mit Reanimationsphantomen als Dauerleihgabe ausgestattet. Das Ziel war klar: Pro Schuljahr sollten rund dreißig Schulen einbezogen werden, sodass nach etwa fünf Jahren alle weiterführenden Schulen im Saarland erreicht würden. Doch dann kam die Corona-Pandemie und das Projekt konnte nicht wie geplant durchgeführt werden. Es war aber klar, dass man an alte Erfolge anknüpfen und das Vorhaben zum Ziel führen wollte. Deshalb kam im Jahr 2023 auf Initiative des DRK das Projekt „Löwen retten Leben“ ins Spiel, ein Projekt, das bereits in Baden-Württemberg erfolgreich lief. Es wurde für das Saarland angepasst, so entstand „Löwen retten Leben - Saarland“ zur Schulung der Reanimation für SchülerInnen. Mit „Löwen retten Leben“ ist das Thema Wiederbelebung wieder fester Bestandteil an saarländischen Schulen. Um diesen Prozess auch finanziell zu stärken, wurden die Mittel für Präventionsmaßnahmen an Schulen im Haushalt 2024/2025 deutlich erhöht und auf Grundlage eines Antrags der SPD-Fraktion gezielt für den Bereich Wiederbelebung ausgebaut. Mit dem Projekt „Löwen retten Leben - Saarland“ haben wir einen weiteren Meilenstein gesetzt: Reanimationsausbildung wird hier strukturiert, praxisnah und nachhaltig im Schulalltag verankert, durch qualifizierte Lehrkräfte, durch Übungsmaterialien wie Reanimationspuppen und durch die enge Zusammenarbeit mit starken Partnern aus den Hilfsorganisationen. Ihnen allen, dem DRK, dem ASB, den Maltesern, den Johannitern, der DLRG, der ADAC Stiftung und natürlich auch dem Bildungscampus Saarland als starkem Partner in der Lehrkräftequalifizierung, möchte ich an dieser Stelle ganz besonders danken. Sie alle setzen ein starkes Signal für gemeinsame Verantwortung und zeigen, dass jede und jeder Leben retten kann. (Beifall von der SPD.) An solche Projekte knüpfen wir an. Für uns ist klar: Reanimationskompetenz ist kein isoliertes Einzelthema, sie ist zentraler Bestandteil der „Gesunden Schule“, also eines ganzheitlichen Ansatzes, der Gesundheitsförderung, Bildung und Persönlichkeitsentwicklung miteinander verbindet. Wichtig dabei ist, dass es nicht nur um punktuelle Schulungen geht, sondern um eine nachhaltige Verankerung dieser lebenswichtigen Fähigkeiten, und zwar altersgerecht, praxisnah und flächendeckend. Liebe Kolleginnen und Kollegen, betrachten wir uns den Antrag der CDU, erkennen wir, dass viele der darin formulierten Forderungen im Saarland bereits auf den Weg gebracht oder gar bereits umgesetzt sind. Deshalb ist unser Ansatz an manchen Punkten einfach anders: Wir wol- (Abg. Meiser (SPD)) len nicht bei null anfangen, sondern das, was funktioniert, konsequent und systematisch weiterentwickeln, besser verzahnen und nachhaltig absichern. Wir wollen bestehende Projekte wie zum Beispiel „Löwen retten Leben“ im ganzen Saarland ausbauen und verstetigen, nicht nur an weiterführenden Schulen, sondern auch im Primarbereich. Wir wollen die Qualifizierung der Lehrkräfte durch umfassende Fortbildungen stärken und die Zusammenarbeit mit Hilfsorganisationen noch intensivieren. Denn nur so können wir sicherstellen, dass das Gelernte nicht nur vermittelt, sondern auch regelmäßig aufgefrischt und vertieft wird. So stellen wir sicher, dass die Inhalte nicht nur theoretisch vorhanden sind, sondern praxisnah, eigenständig und nachhaltig vermittelt werden können. Zugleich sorgen wir dafür, dass der Kompetenzaufbau durchgängig erfolgt - von der Grundschule bis in die weiterführenden Schulen. Genau diese Verzahnung ist entscheidend. Denn nachhaltige Reanimationskompetenz entsteht nicht durch einmalige Projekte, sondern durch ein kontinuierliches Lernen, Wiederholen und Vertiefen. Kontinuität ist auch wichtig in der Zusammenarbeit mit Hilfsorganisationen und externen Partnern. Werden bestehende Projekte ausgebaut, kann man die bereits existierende Zusammenarbeit langfristig absichern und weiter stärken, um vorhandene Ressourcen effizient zu nutzen. Ein weiterer wichtiger Punkt ist für uns die Einbindung der Erziehungsberechtigten. Gerade im Grundschulbereich ist es wichtig, Transparenz zu schaffen, frühzeitig zu informieren und mögliche Bedenken ernst zu nehmen. Das stärkt die Akzeptanz und unterstützt die Umsetzung im Schulalltag ganz konkret. Liebe Kolleginnen und Kollegen, das Saarland ist beim Thema Laienreanimation längst auf einem guten Weg. Ich glaube, vom Grundsätzlichen her sind wir mit unseren Vorstellungen auch gar nicht weit auseinander. Aber wir haben die Grundlagen schon geschaffen, wir haben Programme etabliert und wir haben starke Partnerschaften aufgebaut. Jetzt geht es darum, diesen Weg konsequent weiterzugehen, Strukturen zu verstetigen, Programme weiterzuentwickeln und die vorhandenen Ansätze intelligent miteinander zu verzahnen. Genau das ist der Kern unseres Antrags. Ich bitte Sie daher heute um Zustimmung. - Glück auf! (Beifall von der SPD.)

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