Jutta Schmitt-Lang
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich bin in der Sache sehr gerne auch hart, aber was ich wirklich nicht begreife, ist, warum ihr versucht, Menschen persönlich in ihrem Tun zu diskreditieren. Heute Morgen wurde gefühlt 23-mal auf den Kollegen Schorr und seinen beruflichen Werdegang Bezug genommen und darauf, ob er sich denn wirklich auskenne. Nur weil wir Public Private Partnership als eine von vielen Dingen aufzählen, sind wir neoliberale, garstige Kulturmonster - so fasse ich es mal zusammen. Auf der anderen Seite versuchen Sie, mir als Chorpräsidentin - ich glaube, das steht Ihnen eigentlich nicht zu, in dem Punkt sind wir normalerweise anders im Umgang miteinander - einen gewissen eigenen Eindruck von der Kulturpolitik in diesem Land abzusprechen. Das finde ich ein bisschen gruselig, ehrlich gesagt. (Beifall von der CDU.) Wenn Sie von zwei Minuten Redezeit im Parlament in diesem Bereich sprechen, unterschlagen Sie Stunden, die ich persönlich in meiner Freizeit jede Woche, jedes Wochenende für die Kultur aufbringe. (Abg. Scharf (CDU): Ehrenamtlich!) Ja, ehrenamtlich. Das finde ich, ehrlich gesagt, diskreditierend. Bei dem Beteiligungsprozess waren Vertreter von Kulturverbänden und ich in dieser Funktion dabei. Davon ist in den Leitlinien nichts übriggeblieben. Das war sehr enttäuschend. Ich komme zum Schluss. Sie haben es eigentlich gesagt: sozialdemokratische Kulturpolitik - so definieren Sie Kulturpolitik. Kulturpolitik ist offen, muss frei sein und unabhängig von Parteipolitik. Damit ist alles gesagt. (Beifall von der CDU.)
