Friedrich Josef Dörr
Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Liebe Saarländerinnen und Saarländer! Ich habe drei Minuten Redezeit, aber der Kollege Theobald war so freundlich und hat mir sehr viel vorweggenommen. Selten habe ich die Gelegenheit, ihm so zuzustimmen wie heute. (Sprechen und Heiterkeit.) Allerdings ist er kurz vor Schluss etwas ausgerutscht, indem er pflichtgemäß gemeint hat, er müsse noch einen Hieb nach rechts geben. Aber das nehmen wir schon so hin, das macht nichts. In der Sache hat er 100 Prozent recht gehabt: Man weiß nicht, was der Anlass für diesen Antrag ist. Was hat die SPD-Fraktion dazu bewogen, zu meinen, der 1. Mai als Feiertag wäre gefährdet? Und an wen soll dieser Antrag gerichtet sein, vielleicht an die Saar-Regierung? Sie hat ja die Mehrheit hier im Landtag, da könnte sie ein Gesetz zum Schutze dieses 1. Mai einbringen und so weiter, aber nein, das ist ein Phantomantrag und als solchen betrachten wir ihn auch. Es ist ein Phantomantrag, es ist billige Propaganda. Wenn Herr Ahr meint, es würde Leute geben, die die arbeitende Bevölkerung beschuldigen, an unserer heutigen Misere schuld zu sein, dann lebt er in einer anderen Welt. Die Leute beschuldigen nicht die arbeitende Bevölkerung, die Leute beschuldigen die Regierung, und die Regierung wird seit Jahrzehnten mitbestimmt von der SPD, von Ihrer Partei, von Ihrer Fraktion. Die Leute haben den Eindruck, dass Sie sich in Ihrer Arbeit von der arbeitenden Bevölkerung entfernt und gelöst haben, über ihr schweben und die Probleme der arbeitenden Bevölkerung und überhaupt der Bevölkerung nicht mehr wahrnehmen, dass Sie in einer anderen Welt leben. Nicht die arbeitende Bevölkerung wird von den Leuten beschuldigt, sondern die Regierung wird beschuldigt, und sie wird mit Recht beschuldigt. Denn wer soll sonst schuld an der jetzigen Misere sein? Was den 1. Mai betrifft, ist unsere Haltung sonnenklar. Das war nie infrage gestellt. Das werden wir auch nie infrage stellen. Wir werden immer dafür eintreten, dass der 1. Mai ein Feiertag bleibt. - Herzlichen Dank. (Beifall von der AfD.)
