Friedrich Josef Dörr
Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Liebe Saarländerinnen und Saarländer! Das Thema Sprachkenntnisse und Spracherwerb bei unseren Kindern ist ein sehr wichtiges Thema, aber es ist überhaupt nicht neu. Das ist ein uraltes Thema. Die Problematik hat sich nur verschärft durch die vielen ausländischen Kinder, die jetzt bei uns in den Schulen und auch in den (Abg. Dörr (AfD)) Kitas sind. Es hat sich verschärft, aber neu ist es nicht. Als ich im Jahr 1944 in die Schule ging, hat von meiner Klasse keiner Hochdeutsch gekonnt. Hochdeutsch haben wir nur von einigen Liedern gekannt, ansonsten nicht. Die Leute hatten ja auch kein Radio, Radios waren selten. Also musste man in der Schule Hochdeutsch lernen. Die Schule war dafür da. Verstanden hat man schon einiges, aber nicht alles, aber reden konnte man nicht. Das war also schon mal ein Problem. Natürlich verschärft sich dieses Problem, wenn die Kinder ausländische Kinder sind und sie eine Sprache sprechen, die mit der deutschen Sprache nichts zu tun hat, sie also kein Wort verstehen. Ich war selbst Schulleiter, das wissen Sie schon, das habe ich hier oft genug gesagt, und am Schluss waren 40 Prozent meiner Schüler keine Deutschen. Sie waren Italiener, Spanier, Kosovo-Albaner, alle möglichen Sprachgruppen. Aber alle haben so gut Deutsch gesprochen wie die deutschen Kinder, die in derselben, nämlich in meiner Schule waren. Alle! Wie geht das? Sprachen lernt man nur in der Sprachgemeinschaft, in der sie auch gesprochen werden. Die Kinder haben nicht nur Hochdeutsch gesprochen, sie haben auch Saarlouiser Platt gesprochen. Man lernt also in der Sprachgemeinschaft, und man kann nicht früh genug anfangen. Aus diesem Grund ist immer Hochalarm, wenn ideologische Dinge im Vordergrund stehen. Die Probleme muss man praktisch lösen. Und wenn man sich schon mal einig ist, dass es wichtig ist, dass unsere Kinder Deutsch können, dann geht es nur noch um den Weg. Was ist der einfachste Weg? Der einfachste Weg ist der, dass alle Kinder die Möglichkeit haben, eine Kita zu besuchen, etwa mit drei Jahren, und es nicht daran hängt, dass kein Kitaplatz zur Verfügung steht oder dass die Eltern die Beiträge nicht aufbringen wollen oder können. Das ist die Grundvoraussetzung. Dort hakt es ja. Ich höre, man spricht von 2027. Das ist für die Kinder, die jetzt das Alter haben, nicht relevant, sie haben nichts davon. Das muss sofort gemacht werden! Wenn wir so viele Schulden machen, wie wir aktuell machen, dann müssen wir die für diese Investitionen in unsere Kinder und in die Zukunft machen, dafür sind die Schulden angebracht, nicht für einen anderen Zweck, der vielleicht gar nicht so wichtig ist. Das ist Punkt 1. Das heißt also, jedes Kind muss die Möglichkeit haben, eine Sprachgruppe zu besuchen, das wäre die Kita, die dann auch kostenlos sein muss. Ein Zweites. Ich habe das noch so am Rande mitgekriegt. Es hat sich in der Pädagogik eingebürgert, dass man leutselig sein wollte und sowohl in Kindergärten als auch in Grundschulen - das war bei uns ein absolutes Geht-Nicht - Mundart gesprochen hat, weil man das Kind nicht verängstigen und keinen Abstand schaffen wollte, man wollte ja leutselig sein. Das ist ein Grundfehler. Ich habe immer Mundart zu Hause gesprochen. Ich spreche auch jetzt noch zu Hause Mundart. Aber ich habe in der Schule nie ein einziges Wort Mundart gesprochen. Ich habe den Kindern erklärt, warum das so ist. Das haben die Kinder verstanden und sie haben sich bemüht, Hochdeutsch zu lernen. Jetzt schränke ich das, was ich gesagt habe, ein. Ich gebe zu, dass die heutige Situation eine schwierigere ist, als sie es in der Vergangenheit war, weil es Klassen gibt, in denen die Anzahl der ausländischen Kinder, die nicht Deutsch können, so groß ist, dass es fast nicht mehr möglich ist, dass der Lehrer oder die Lehrerin einen normalen Deutschunterricht halten kann. Erstens. Das kann nicht Aufgabe des Kultusministers sein. Es ist Sache der Schule vor Ort, das zu regeln. Das muss so gemacht werden: Kinder derselben Sprachgruppe können nicht zusammen in einer Klasse sein. Sie müssen getrennt werden. Das haben die Franzosen bei uns sehr geschickt gemacht, als ich ein Jugendlicher war. Sie haben uns immer getrennt. Dann ist man gezwungen, die Sprache zu lernen. Das ist Punkt 1. Wenn das organisatorisch nicht gut möglich ist, dann muss das Bildungsministerium helfen. Es muss auch möglich sein, dass gefahren wird. Es wird zwar zu viel Schultourismus betrieben, aber in diesem Falle muss es möglich sein, dass in einer kurzen Zeitspanne gefahren wird, damit die Kinder Spracherfahrungen im Umgang mit anderen Kindern sammeln. Noch ein Punkt, dann schließe ich. Die Lehrer können sich in dieser Situation nicht darauf beschränken, die Kinder an Vierer-Tischen sitzen zu lassen, sodass sie untereinander lernen. Die Lehrer müssen öfter selbst Sprache bieten. Sie müssen vortragen, sie müssen die Kinder auffordern zu reden. Sie müssen die Kinder im Chor reden lassen. Sie müssen das, was früher oft gemacht wurde und was man nachher verteufelt hat, wieder herauskramen. Sie müssen die Kinder die Sprache praktizieren lassen. - Danke schön. (Beifall von der AfD.)
