Friedrich Josef Dörr
Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Liebe Saarländerinnen und Saarländer! Frau Streichert-Clivot, Sie sind ein bisschen entgleist, das haben Sie schon lange nicht mehr gemacht, indem Sie von den demokratischen Parteien gesprochen und die AfD außen vor gelassen haben. (Sprechen bei der SPD. - Abg. Arwei- ler (SPD): Das ist eine richtige Entgleisung.) (Abg. Dörr (AfD)) Das ist genau der Geist, von dem wir befürchten, dass er auch in der Landeszentrale für politische Bildung um sich greift. Ich habe ja eben einiges dazu ausgeführt. Ich möchte noch auf einen Punkt kommen. Sie haben die AfD-Fraktion beschuldigt, ihre Gesinnung zu äußern, und dann ein Wort mit Z angeführt, nachdem Herr Schaufert Sie aufgefordert hat, Ross und Reiter zu nennen. Ich weiß genau, worauf Sie anspielen, und deshalb stehe ich jetzt hier. Sie haben das Wort nicht ausgesprochen und Sie möchten zum Beispiel mir gerne einen Maulkorb verpassen, indem Sie mir Sprachvorschriften machen oder Sprachverbote aussprechen. Das ist so. Ich erzähle Ihnen mal eine Kurzgeschichte. (Lachen bei der SPD.) Ich war Leiter einer Schule in Illingen und der damalige Pastor von Illingen, der sich sehr für die Roma und Sinti eingesetzt hat, um einmal den heute gebräuchlichen Ausdruck zu verwenden, ist zu mir gekommen, weil er meine Nähe zu diesen Leuten gekannt hat. Er hat mich gefragt, ob ich bereit wäre, sie quasi im Rahmen einer Nebenschule zu alphabetisieren. Ich habe mich bereit erklärt und ich habe die Buben und Mädchen auch im Auftrag der Regierung des Saarlandes und im Einverständnis mit der Gemeinde Illingen, die die Räume und die Lehr- und Lernmittel zur Verfügung gestellt hat, alphabetisiert. (Abg. Kaya-Karadağ (SPD): Was hat das mit diesem Tagesordnungspunkt zu tun?) Ich habe diese jungen Menschen alphabetisiert und ihnen auch sonst noch einiges beigebracht. Am Anfang war Überzeugungsarbeit beim Chef der Familien Reinhardt und Weiss nötig, es hat aber geklappt und wir haben das durchgeführt. Das war praktische Völkerverständigung. Die jungen Menschen haben noch lange Jahre mit mir Verbindung gehabt. Ich habe vor Kurzem eine junge Frau getroffen, die damals dabei war. Das ist praktische Völkerverständigung, das ist kein Rassismus. An so etwas haben wir überhaupt nicht gedacht. Jetzt spreche ich das Wort aus, weil wir sie nämlich so genannt haben und sie sich selbst so genannt haben. Das war der Zigeunerpastor Fortuin. Sie wollten so von mir genannt werden. (Abg. Quinten (SPD): Nein! - Unmutsbekun- dungen bei der SPD.)
