Hermann-Josef Scharf
Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Verehrter Herr Dörr! Ich möchte zurückweisen, dass ich nicht respektvoll mit Ihnen umgegangen sei. Ich habe Ihnen den Spiegel vorgehalten. Wenn wir Argumente austauschen und Ihre Argumente dann entlarvt werden, dürfen Sie sich nicht hier hinstellen und das als respektlos titulieren. Das geht nicht. (Beifall von der CDU und der SPD.) Ich habe Sie beide angesprochen, weil der Dritte heute zum wiederholten Male nicht da ist. Er ist nicht krankgemeldet, ich habe in der Liste nachgeguckt. Auch wenn er auf Dienstreise ist, wird man seine Abwesenheit noch nennen dürfen. Ich habe in jedem Fall von meinen Fraktionsvorsitzenden gelernt, dass der Mittelpunkt des Mandates hier im saarländischen Landtag ist. Wenn man Bundestagsabgeordneter und Landtagsabgeordneter ist, dann muss man sich für eines entscheiden. (Beifall von der CDU und der SPD.) (Abg. Scharf (CDU)) Aber ich will mich nicht um Ihren Kram kümmern. Sie müssen Ihre eigenen Besen nutzen, da haben Sie genug zu kehren. Das ist aber ein Punkt, der auch benannt werden muss. Da dürfen Sie sich nicht beschweren. Gucken Sie noch mal in Ihren Gesetzentwurf hinein. Sie wollen doch für die Menschen etwas verbessern und das bedeutet, dass man versuchen muss, die Realität, die das Leben einem darstellt, ganz klar und deutlich in praktische Politik umzusetzen. Das ist jenseits von Gut und Böse bei Ihnen. Das hat wirklich gar nichts mit Respektlosigkeit zu tun. Wo sollen wir denn die Krankenschwestern, die Ärzte hernehmen, (Abg. Schaufert (AfD): Die haben wir dann auszubilden) die Sie in Häuser stecken wollen, die dann irgendwelche Träger oder die Kommunen, die Sie ja genannt haben, bauen müssen? Wie soll das laufen? Diese Fragen beantworten Sie doch gar nicht, Sie bringen gar nichts ein. Das nenne ich einfach den Leuten die Augen zugeschmiert. Deswegen müssen die Leute wach werden, damit sie erkennen, wes Geistes Kind Sie sind. Deshalb bekommen Sie das immer wieder gesagt. (Beifall von der CDU und der SPD.) Ich will eine Lanze brechen für die Medizin in diesem Lande. Wir haben Schwachstellen. Aber wo gibt es die denn nicht? Schwachstellen gibt es überall. Das ist teilweise unser menschliches Wesen. Wir sind nicht immer stark, aber unsere Krankenhäuser leisten eine ganz hervorragende Arbeit. Ich will Ihnen mal zwei, drei Dinge nennen: An unserem Universitätsklinikum in Homburg wird Spitzenmedizin geleistet. Gehen Sie mal bitte zum Rastpfuhl nach Saarbrücken, zur Onkologischen Abteilung. Gucken Sie sich dort an, was für krebskranke Menschen geleistet wird. Ich ziehe vor den Menschen dort den Hut, vor den Ärzten, den Pflegekräften, den vielen anderen, die wir haben. Das ist hervorragend. Ich werfe auch einen Blick zu meinem Freund Peter Szurman nach Sulzbach in die Augenklinik. Die werden in zwei Jahren die größte Augenklinik Deutschlands sein. Das muss man sich mal vor Augen führen: die größte Augenklinik Deutschlands! Wir werden Heidelberg überholen. Das ist das Engagement von vielen Ärzten. Jetzt sage ich Ihnen noch etwas: von vielen ausländischen Ärzten! Dort arbeiten Menschen aus zwölf verschiedenen Nationen ganz eng und hervorragend zusammen. Dort wird Wissenschaft in einer Art und Weise geleistet, die ganz hervorragend ist. Das finden wir nicht oft in Europa. Das ist die Medizin, die wir im Saarland haben. Deswegen sage ich allen, die diese Dinge leisten: Vielen, vielen Dank, dass ihr für die Frauen und Männer da seid, wenn sie krank sind und Hilfe benötigen. (Beifall von der CDU und der SPD.) Wir werden viele Dinge neu ordnen müssen, weil wir auch im hausärztlichen System im Moment nicht alle Sitze besetzt haben, weil wir Facharztsitze nicht besetzt haben. Deswegen müssen wir schauen, welche Möglichkeiten es gibt, hier vernetzt zu denken. Das wird für die Zukunft das Wichtigste sein. Wenn wir uns das noch mal vor Augen führen und wenn wir das gemeinsam auf den Weg bringen, dann bin ich sicher, dass wir werden sagen können: Wir haben für die Menschen in unserem Land eine gute Versorgung. Das sollten wir geschwisterlich miteinander tun. - Herzlichen Dank. (Beifall von der CDU.)
