Nadia Schindelhauer
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Liebe Saarländerinnen und Saarländer! Ich finde es sehr schade, dass vonseiten der CDU noch nicht mit zumindest einem Wort das Thema Tourismus in der Haushaltsdebatte gefallen ist. Deswegen werde ich zu diesem Thema noch ein paar Worte verlieren. Wenn wir von Tourismus im Saarland und dem dazugehörigen Haushalt sprechen, dann sprechen wir über eine Branche, die längst zu einer tragenden Säule unseres Strukturwandels geworden ist. Deshalb sage ich es gleich zu Beginn ganz deutlich: Wer den Tourismus als Nebenschauplatz abtut, verkennt die wirtschaftliche Bedeutung der Branche und ihr Potenzial für die Zukunft unseres Landes. (Beifall von der SPD.) Der Tourismus im Saarland wird oft unterschätzt. Dabei liegt es nicht an seinen Leistungen, sondern daran, dass er es so lange unter Wert verkauft hat. Denn eines steht fest: Das Saarland ist als Reiseziel bei vielen Gästen schon längst angekommen. Doch damit geben wir uns nicht zufrieden. (Beifall von der SPD.) Wir müssen uns weiterentwickeln, neue Chancen nutzen und uns stärker positionieren. Liebe Kolleginnen und Kollegen, genau das leistet die neue Tourismusstrategie 2035. Sie ist das Ergebnis eines intensiven Prozesses mit 450 Akteurinnen und Akteuren aus der Branche, den Kommunen und Verbänden. Im Haushalt stellen wir zusätzlich 500.000 Euro für gezielte Standortvermarktung bereit, um noch mehr Menschen für das Saarland zu begeistern und die Gäste in unser Land zu holen, die Wertschöpfung in unser Land bringen. Der Saarländische Tourismustag 2025 hat uns eindrucksvoll gezeigt, wie stark diese Branche bereits heute ist und wie viel Potenzial noch in ihr steckt. Mit dem neuen Sparkassen-Tourismusbarometer wurde deutlich, der Tourismus entwickelt sich positiv, stabil und mit wachsender Qualität. Besonders der Bereich MICE, also der Markt für die Geschäftskunden, bietet enorme Zukunftschancen. Er bringt Gäste außerhalb der Ferienzeiten und stärkt somit die Wirtschaft ganzjährig. Wer diesen Hebel ignoriert, ignoriert auch die wirtschaftliche Logik, liebe Kolleginnen und Kollegen. (Beifall von der SPD.) Die Stärken unseres Landes liegen auf der Hand. Wir haben kurze Wege, eine hohe Servicequalität, Natur, Kultur, Kulinarik und die Nähe zu Frankreich. Diese Stärken müssen wir nutzen, um im MICE-Markt endlich deutlich sichtbarer zu werden. Deshalb etablieren wir 2026 das Convention Büro Saarland. Dies ist eine professionelle Vermarktungsstruktur, wie sie in anderen Regionen schon längst erfolgreich existiert. Liebe Kolleginnen und Kollegen, eines ist klar, mit der neuen Tourismusstrategie 2035 setzen wir klare Ziele. Wir wollen 4 Millionen Übernachtungen. Wir wollen 2 Milliarden Euro Wertschöpfung und eine deutliche Profilbildung. Die Strategie verankert Nachhaltigkeit, Qualität, Digitalisierung und die klare Ausrichtung auf Natur und Aktiv, Kultur und Genuss sowie Tagen und Incentives. Gerade der letzte Bereich - das habe ich schon erwähnt - wird der Wachstumsmotor für die kommenden Jahre sein. Deshalb brauchen wir das Messe-, Kongress- und Kulturforum in Saarbrücken, nicht als Prestigeobjekt, sondern als wirtschaftlichen Impulsgeber. (Beifall von der SPD.) Unsere bestehenden Tagungsorte zeigen bereits heute, dass dieser Markt auch im ländlichen Raum angekommen und erfolgreich ist. Liebe Kolleginnen und Kollegen, damit Gastronomie und Hotellerie dieses Potenzial nutzen können, müssen sie investieren. Sie müssen in Energieeffizienz, Digitalisierung, Barrierefreiheit und (Abg. Schindelhauer (SPD)) moderne Technik investieren. Mit dem Mittelstandspaket von 25 Millionen Euro unterstützen wir Hotels, Restaurants und Gastgeber im ganzen Land. Die dauerhafte Entlastung bei der Mehrwertsteuer auf Speisen war dafür ein ganz wichtiger Schritt, den wir als SPD-Landtagsfraktion immer wieder gefordert haben. (Beifall von der SPD.) Liebe Kolleginnen und Kollegen, die wichtigste Voraussetzung für einen starken Tourismus sind allerdings starke Fachkräfte. Mit der Kampagne „Du machst den Moment" zeigen wir, dass diese Branche Perspektiven bietet. Wir setzen auf gute Ausbildung, Weiterbildung sowie Kooperation mit Schulen und Hochschulen. Was wäre unser Land ohne unsere Spitzenküche? - Die Kombination aus 14 Michelin-Sternen, einer charakteristischen Natur, der Industriegeschichte, ausgezeichneten Wanderwegen wie dem Bliessteig und einer Gästezufriedenheit auf bundesweitem Spitzenniveau - das ist das Ergebnis unserer harten Arbeit. (Beifall von der SPD.) Ich sage es mit voller Überzeugung: Das Saarland ist keine Randnotiz im deutschen Tourismus. Wir investieren in Menschen, Betriebe, Regionen und Infrastruktur sowie in Qualität und Modernisierung für ein Saarland, das die Gäste das ganze Jahr über anzieht und wirtschaftlich davon profitiert. Ich spreche noch ein großes Dankeschön an unseren Minister Jürgen Barke und das ganze Team im Haus des Ministeriums für die gute Arbeit im Bereich des Tourismus aus. - Ich bitte um Zustimmung für den Haushalt. Vielen Dank und Glück auf. (Beifall von der SPD.)
