Friedrich Josef Dörr
Danke. - Es ist immer schön, dass die alten Sprichwörter zum Tragen kommen: Getroffene Hunde bellen. - Es ist bisher nicht das geschehen, was geschehen muss, denn, wenn ich hier ein Camp, dort eine Betreuungsstelle und dort eine Beratungsstelle habe, ist das nicht dasselbe, als wenn ich ein System habe und das systematisch mache. Dann kommt noch ein Denkfehler hinzu. Ich habe von Sonderbegabungen gesprochen, aber in der Regel wird von Hochbegabung gesprochen, und dann wird immer gemeint, es ist ein Mathematikgenie, Physikgenie und so weiter. Nein, wir haben Sonderbegabungen in allen Formen der Begabungen. Natürlich haben wir sonderbegabte Mathematiker, wir haben auch sprachbegabte Kinder. Wir haben Kinder, die malen können, die Plastiken machen können. Wir haben Kinder, die musikalisch begabt sind, wir haben Kinder, die in den verschiedensten Disziplinen sportlich begabt sind, und wir haben natürlich auch Kinder, die handwerklich begabt sind. (Abg. Maaß (SPD): Was reden Sie denn da?) (Abg. Dörr (AfD)) All diese Begabungen brauchen wir zuerst einmal zur Selbstentfaltung der Persönlichkeit dieser Kinder, und wir brauchen sie in unserer Gesellschaft. Wir brauchen sie ganz dringend, weil das die Leute sind, die in unserer Wirtschaft, in den verschiedensten Funktionen nachher die Führung übernehmen und das Land vorwärtsbringen. Dazu gehört auch die Begabung, mit anderen Menschen umzugehen, Menschen zu führen und so weiter. Das kann man nicht durch irgendein Camp im Sommer erreichen, das muss durch eine systematische Förderung dieser Sonderbegabten geschehen. (Sprechen.) Wie kann das geschehen? Es kann nur so geschehen, dass man zuerst einmal wirklich Bildungseinrichtungen hat, wo die Erzieherinnen, Erzieher, Lehrerinnen, Lehrer auf die Kinder persönlich eingehen können, wo sie die Zeit, die Möglichkeiten, aber auch die Ausbildung haben, um möglichst früh die Begabungen zu entdecken, was nicht einfach ist, und dann diese Begabungen zu fördern. Dazu gehört natürlich auch, das ist überhaupt nicht einfach, eine Ausbildungsstätte zu schaffen für Lehrer und Erzieher, die mit dieser Aufgabe betraut werden. Die müssen nämlich besonders ausgebildet werden, genauso wie Förderschullehrer auch besonders ausgebildet werden müssen, damit sie mit den behinderten Kindern sachgerecht umgehen können. Das heißt also, das ist eine schwierige Aufgabe, aber nur deshalb, weil es eine schwierige Aufgabe ist, kann man nicht sagen: Wir lassen es mal liegen und fangen vielleicht in zehn Jahren damit an. Nein, wir hätten schon vor 20 Jahren damit anfangen müssen, aber wir haben nicht damit angefangen. (Abg. Haas (SPD): Wir haben das schon!) Wir sollten es aber jetzt machen, und zwar möglichst schnell. Ich sehe im Haushalt keine Ansätze dafür. Und jetzt? Wenn wir jetzt zu dem Thema kommen, weil wir gerade über den Etat sprechen, dann wird immer gefragt: Ist dafür Geld da? - Dafür muss Geld da sein! (Zuruf der Abgeordneten Haas (SPD) und Commerçon (SPD).) Wenn dafür jetzt noch kein Geld im Haushalt sichtbar ist, dann kann ich Ihnen auch sagen, wo man zum Beispiel einsparen kann. Ein Beispiel, nur ein Beispiel, ich könnte Ihnen viele Beispiele nennen: Wir hatten mal einen Kultusminister, der hieß Professor Breitenbach, er war von Ihrer Partei. Er war übrigens sehr aufgeschlossen und ein wirklich guter Mann, da gibt es überhaupt gar keinen Zweifel. Er hat mich in zwei Kommissionen berufen - als Privatperson, nicht als Gewerkschaftsvertreter, sondern als Privatmann. (Anhaltendes Sprechen bei der SPD.) Ich war zum Beispiel in einer Kommission für die Grundschule. - Herr Commerçon, wieso reden Sie eigentlich immer hin und her? Das mache ich auch nicht, wenn Sie hier reden. Das ist doch eigentlich ungezogen, oder? Das ist doch ungezogen! (Sprechen und Lachen bei der SPD.)
