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Florian Schäfer

SPD 12.11.2025 Sitzungen 17/42

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Zu fortgeschrittener Stunde gibt es am heutigen Tag wieder mal ein Aufeinandertreffen von mir und dem Kollegen Salm. Auch dieses Mal unterscheiden sich die beiden Anträge. Du hast unseren Antrag mutlos genannt, ich sage es sind zwei korrespondierende Anträge mit unterschiedlichen Auffassungen der Situation, wie sie sich in der Unternehmensnachfolge und im Mittelstand darstellt. Zur Sachlage: Wir alle wissen, viele Unternehmerinnen und Unternehmer im Land stehen kurz vor dem Ruhestand. Nach Berechnungen des IfM Bonn betrifft es allein im Zeitraum 2022 bis 2026 2.100 saarländische Familienunternehmen, die zur Übergabe anstehen. Das sind keine anonymen Zahlen. Das sind Menschen, die mit viel Engagement über Jahrzehnte Arbeitsplätze geschaffen, Lehrlinge ausgebildet und regionale Wertschöpfung gesichert haben. Ihr habt euch in eurem Antrag besonders auf das Handwerk konzentriert. Darüber bin ich sehr froh. Wenn ich auch kein Talent für handwerkliche Tätigkeiten hatte, so komme ich doch aus einem Schreinerbetrieb mit drei Söhnen. Der mittlere Sohn hat es gelernt, der erste hat etwas anderes gemacht und der dritte ist Bankkaufmann geworden. Keiner hat sich dafür entschieden, die Übernahme anzutreten. Der Familienbetrieb ist aus unterschiedlichsten Gründen leider nicht mehr existent. Es sind im Saarland historisch - ich gucke in deine Richtung, Bernd - viele Betriebe dort entstanden, wo man sich heute im Mittelstand gar keine mehr vorstellt, nämlich in Mischgebieten und in Wohngebieten, wo es heute undenkbar wäre, wenn wir auf unsere kommunale Seite sehen, dass dort so etwas entstehen kann. Aus dieser Perspektive kann ich nur sagen: Der Mittelstand wird durch das Wirtschaftsministerium schon in vielen Bereichen gefördert. Das sollten wir bei unserem täglichen Tun und der Antragslage definitiv nicht hintanstellen. Ich war vor Kurzem auf dem Lisdorfer Berg bei uns und habe dort einen Mittelständler getroffen, der mir in anderen Bereichen - nicht bei der Unternehmensnachfolge, sondern bei der Neuansiedlung und der Gründung einer vierten innerbetrieblichen GmbH - gesagt hat: Es gab eine hervorragende Zusammenarbeit mit dem Wirtschaftsministerium. Es gab kompetente Ansprechpartner im Dschungel der Anträge. Ich durfte in diesem Jahr auf vielen Mittelstandsdialogen unterschiedlicher Landschaften im Saarland sein. Ich habe es immer wieder bewundert, wenn unser Wirtschaftsminister diese Karte hervorzog. (Der Abgeordnete Schäfer (SPD) zeigt eine Postkarte.) Sie ist ein einfaches Produkt mit einem QR-Code, der durch die Förderlandschaft führt und anregt, zentral nachzuschauen. Dafür kann ich dem Team im Wirtschaftsministerium, lieber Jürgen Barke, nur herzlichen Dank sagen. - Herzlichen Dank für das Engagement und das, was Sie für den Mittelstand tun. (Beifall von der SPD.) Unser Antrag unterscheidet sich von eurem dadurch, dass wir sagen: Die Landesstrategie ist bei uns bei verschiedenen Playern angesiedelt, die wir in unserem Antrag genannt haben. Gerade die regionalen Wirtschaftsförderungen sind federführend. Auch die Handwerkskammer und andere Verbände tragen dazu bei, dass die Unternehmensnachfolge strukturiert ist. (Abg. Schäfer (SPD)) Eines ist klar: Die Unternehmensnachfolge ist nicht nur Standortpolitik oder Strukturpolitik, sie ist zugleich Sozialpolitik und gehört mitten in die Gesellschaft hinein. Es geht uns alle an, denn sie ist ein Motor der saarländischen Wirtschaft und sorgt für Stabilität. Die landesweite Informations- und Sensibilisierungskampagne soll zeigen, welche Chancen die Unternehmensnachfolge hat: Eine Bündelung der bestehenden Beratungsangebote unter dem Dach der SOG, eine noch engere Zusammenarbeit mit der IHK, HWK, SIKB und den einzelnen Wirtschaftsförderungen. Ich denke an den Tag des Handwerks und an den Handwerkskammerpräsidenten Zimmer, der in seiner Kluft als Dachdecker stolz jede Station besucht hat. Ich kann nur den Hut davor ziehen, wie er junge Menschen - der Markt war voll - begeistert und dafür geworben hat, sich für das Handwerk zu interessieren. Solche Vorbilder braucht man auch im Bereich der Unternehmensnachfolge. Wir brauchen einen Ausbau der Qualifizierungsangebote. Natürlich müssen wir Zielgruppen gewinnen, Fachkräfte und Meisterinnen und Meister, erfahrene Führungskräfte, Menschen, die etwas bewegen wollen, die Mut haben, ein Risiko einzugehen, und welche die Selbstständigkeit vor dem Angestelltenverhältnis in Betracht ziehen. Deshalb, liebe Kolleginnen und Kollegen, lade ich euch ein, mit unserem Antrag eine andere Variante zu verfolgen. Ich will darauf hinweisen, dass die von euch angesprochenen Geschichte der htw Saar, das Innovationsmodell, nicht ganz dem entspricht, was wir uns vorstellen. Wir bevorzugen die Informationskampagne und laden ein, dem Antrag zuzustimmen. - Herzlichen Dank!

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