Hermann-Josef Scharf
Frau Präsidentin! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Ich darf das Wirken der Herren von rechts seit acht Jahren verfolgen und begleiten. (Zuruf von der SPD: Sie müssen es beglei- ten.) Ich will eines zu Ihren kruden Theorien und Ihrem Menschenbild sagen, Herr Schaufert: Wenn Sie alles, was Sie jetzt vorgetragen haben, ernst nehmen würden, würden Sie es in Anträge packen, würden Sie versuchen, es in praktische Politik umzusetzen, und würden Sie sich in den Ausschüssen engagieren. In den acht Jahren habe ich nichts davon erlebt. (Beifall von der CDU und der SPD.) Deswegen sage ich Ihnen ganz deutlich: Wir brauchen Sie nicht. Die AfD ist unnütz. Sie sorgt für Ängste und für Hass. Alles, was Sie sagen, ist unnötig. Wenn ich mich daran erinnere, was Sie heute Morgen gesagt haben, Herr Dörr, kann ich nur sagen: Das ist menschenverachtend. Ich will ein Beispiel nennen: Ich war mit dem Kollegen Max Raber letzte Woche bei Kindern aus der Jugendhilfe aus verschiedenen Heimen. Was uns alle nachhaltig beschäftigt hat, war, dass uns die Kinder die Frage gestellt haben: „Müssen wir Angst haben, dass wir in alte Zeiten verfallen?“ Meine Behinderten fragen mich oft, und das macht mich traurig: „Werden wir irgendwann wieder abgeholt?“ Ich sage Ihnen: „Nein, Ihr braucht keine Angst zu haben. Ihr werdet nicht abgeholt. Das war einmal.“ Wahre Demokraten stehen zusammen. (Beifall von der CDU und der SPD.) Von diesem Pult aus sage ich Ihnen, während wir über Kinder und Jugendliche reden, klar und deutlich: Wir brauchen Sie nicht. Wir brauchen Ihre Thesen nicht, und auch nicht Ihre tollen Umfragen, die Sie haben. Die Menschen werden wach, weil sie merken, dass die Mehrheit nicht will, was Sie wollen. (Beifall von der CDU und der SPD.) Wenn doch alles nur so einfach wäre: Uns fehlen aktuell 95 Hausarztsitze, weil wir keine finden. Wir haben Kinderarztsitze, die wir gerne besetzen würden, aber die Richtlinien der Kassenärztlichen Vereinigung lassen das im Moment nicht zu. Das schaffen wir nur gemeinsam. Die Zeit war zu kurz, das in einen gemeinsamen Antrag zu gießen. Ich kann uns nur den Rat geben: Kinder müssen es uns wert sein, die nächsten Wochen und Monate dazu zu nutzen, die Schwachstellen in unserem System auszumerzen, und das in einen gemeinsamen Antrag zu gießen. Dann erreichen wir das, was wir für Kinder brauchen, denn sie sind das wichtigste Gut unserer Gesellschaft. Wir müssen alles dafür tun. Ich will noch etwas zum Thema Missbrauch sagen: Ich war am Sonntag beim 150-jährigen Jubiläum der Steyler Missionare. Der Bischof selbst war anwesend. Er hat gesagt, dass von diesem Haus aus 1.300 Missionare in die Welt gezogen sind. Ich habe nachher den Provinzial der deutschen Provinz gefragt, wie viele sich beim Thema Missbrauch negativ verhalten haben. Es waren ganze vier. Das sollte man nicht unter den Teppich kehren. Zu diesen Vieren ist alles aufgearbeitet worden. Es ist ganz eindeutig: Was fehlgelaufen ist, müssen wir dringend aufarbeiten - auch bei den Sportverbänden und anderen Organisationen. Ich glaube, es ist uns gelungen, Konzepte zu erarbeiten, durch die wir versuchen, diesem Thema gerecht zu werden. Es gelingt nicht immer. Ich bin Vorsitzender einer Lebenshilfevereinigung, Martina ist es auch. Wir haben auch in unseren Reihen immer wieder mit diesem Thema zu tun. Deswegen müssen wir es im Mittelpunkt sehen. Wir müssen immer wieder unsere Konzepte verbessern und mit den Menschen (Abg. Scharf (CDU)) darüber reden. Das ist mir wichtig. Lasst uns zusammenstehen. Dann schaffen wir es, dass unsere Kinder dieses Leid nicht mehr erfahren müssen. - Herzlichen Dank. (Beifall von der CDU und bei der SPD.)
