Réka Klein
Liebe Kolleginnen und Kollegen, lassen Sie mich zum Schluss noch Eines sagen. Liebe Anja, das Argument „weil wir es seit 30 Jahren so machen“ zählt für mich einfach kategorisch überhaupt gar nicht. Ich habe Dir sehr gut zugehört, und ich bin der Meinung, dass wir in manchen Punkten gar nicht mal so weit weg voneinander sind. Du sagst, es hat sich bewährt. Ich bitte dich, lies dir die ELSA-Studie durch, dann wirst du sehen, wie die Bevölkerung darüber denkt. (Sprechen bei der CDU.) Nicht ich bin diejenige, die Ängste schürt und stigmatisiert, es ist die Tatsache, dass der Schwangerschaftsabbruch im Strafgesetzbuch geregelt ist, Punkt. - Es gibt anscheinend nicht nur alte weiße Männer, es ist ein Frauenrecht. Frauen, die nicht schwanger werden wollen, sollen nicht schwanger werden? Danke für nichts, Anja. Das haben Sie jetzt nicht im Ernst gesagt? (Beifall von der SPD.) Sie sind doch im IPR. Schauen Sie doch mal bitte über die Grenze nach Frankreich, dort wurde im März 2024 das Recht auf den Schwangerschaftsabbruch in die Verfassung aufgenommen und damit das Recht auf Selbstbestimmung von Frauen verfassungsrechtlich verankert. Und wir reden hier darüber, dass das im Strafgesetzbuch geregelt ist. Ich betone es noch einmal, es geht um die Entkriminalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen im Frühstadium. Wie ich höre, stimmen Sie uns da ja zu. Wir kommen gleich zur Abstimmung. Wenn es Abgeordnete in diesem Haus gibt, gerade Männer, die diesen Antrag aus welchen Gründen auch immer nicht unterstützen können, dann fordere ich sie zumindest auf: Haben Sie den Anstand, sich zu enthalten. Hier geht es nämlich nicht um Ideologie, hier geht es nicht um Parteipolitik, hier geht es um die Selbstbestimmung der Frau, um ihre Würde, um ihr Recht, im 21. Jahrhundert über den eigenen Körper entscheiden zu dürfen! (Beifall von der SPD. - Sprechen bei der CDU.) Wer das nicht aktiv unterstützt, der soll wenigstens den Anstand haben, dem nicht im Wege zu stehen. - Ich danke Ihnen. (Beifall von der SPD.)
