Jutta Schmitt-Lang
Kollege Haas, ich bin überzeugt davon, dass ich nicht immer alles wusste, was in meiner Klasse los war, und jeder, der etwas anderes behauptet, ist an dieser Stelle nicht in der Realität. Ich bin überzeugt davon, dass ich mit bestem Wissen und Gewissen jedem meiner Schüler, der in Not war, versucht habe zu helfen. Ich habe aber auch die Erfahrung gemacht, dass das 0,0 Einfluss auf Ressourcenverteilung oder irgendetwas hatte. Ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass das eben nicht immer dazu führt, dass das durchgeht und man an anderer Stelle eine Rückmeldung bekommt - einer Stelle, an die man sich wenden kann und von der man Hilfe erlangt. Ich habe sehr wohl zugehört, dass genau diese Erfahrung heute immer noch sehr viele Kolleginnen und Kollegen machen. Ich bin jetzt Parlamentarierin und möchte, dass sich das ändert. Das zu Ihrer ersten Frage. Zu Ihrer zweiten Frage, den Schutzkonzepten: Ich bin sehr wohl überzeugt davon, dass unsere Schulgemeinschaften sehr genau wissen, was in ihrer Schule konkret los ist. Ich bin auch sehr wohl überzeugt davon, dass unsere Schulgemeinschaften einen gesetzlichen rechtlichen Rahmen und eine Unterstützung gut ausfüllen können und auf ihre Konzepte vor Ort anpassen müssen. Aber ich bin der Meinung, man sollte sie damit nicht so allein lassen, wie sie es im Moment sind. Ich bin auch der Meinung, dass man an dieser Stelle, wenn sie selbst in einer Anhörung sagen, sie wünschen sich dort Rahmen, das zur Kenntnis nehmen sollte. Dann würde ich ganz gerne von Ihnen wissen, wo Sie doch Parlamentarier sind: Wieso wollen Sie genau das, was ich vorhin angesprochen habe, nicht tun, nämlich als Parlamentarier die Ausführungen aus der Anhörung hier einbringen, Forderungen anbringen und dann auch Beschlüsse umsetzen? Warum schieben Sie das einer Landesregierung hin? Das frage ich mich als Lehrerin und als Parlamentarierin. (Lang anhaltender Beifall von der CDU.)
