landtag-saar.de ↗

Jutta Schmitt-Lang

CDU 27.08.2025 Sitzungen 17/39

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Frau Ministerin, Sie sprachen von „konkreten Antworten“ und haben mehrfach betont, wie konkret Ihre Antworten sind, und dann waren sie doch wieder nicht so konkret. Sie haben beispielsweise bei einer der drängendsten Baustellen in unserem Bildungssystem, wenn es gerade um die berufliche Bildung, um die Fachkräftegewinnung geht, beim beruflichen Übergang gesagt: „Das müssen wir noch mal in den Blick nehmen.“ - Wie lange wol- (Abg. Schmitt-Lang (CDU)) len Sie das denn noch in den Blick nehmen? Da brennt die Hütte, nicht seit gestern, nicht seit vorgestern, sondern seit Monaten und mittlerweile Jahren, und Sie wollen „in den Blick nehmen“! Das reicht schlicht und ergreifend nicht. Wir hatten in anderen Bereichen der Sprachförderung in den Ferien einen ganz plötzlichen Erkenntnisgewinn, wie ich es einmal nennen will. Wir als CDU machen seit Monaten, seit mittlerweile Jahren Vorschläge, wie wir gerade im Kita-Bereich die frühkindliche Sprachförderung neu aufsetzen können, mit früheren Testungen, mit verbindlicher Förderung. Die Bundesbildungsministerin ist seit wenigen Monaten im Amt, sie hat sich das auf die Fahne geschrieben, und jetzt haben Sie auf einmal nach den Ferien, nachdem hier jeder Antrag, jede Initiative in dem Bereich abgelehnt wurde, auf einmal erkannt: Das wäre eine gute Idee! - Wir gratulieren Ihnen zu diesem Erkenntnisgewinn, wünschen uns jetzt aber eine rasche Umsetzung und nicht nur vage Formulierungen, vage Versprechungen, sondern konkrete Schritte. Eine Hoffnung habe ich: Es gibt mittlerweile genug Blaupausen im Bund, dann kann man wenigstens abschreiben, vielleicht geht es dann schnell. (Beispiel von der CDU.) Vielleicht haben wir mit diesem In-den-Blicknehmen heute auch schon dezent den Kurswechsel im Bereich der Sprachbildung an den beruflichen Schulen erlebt. Wenn es so wäre, würde ich mich freuen, denn wir haben mittlerweile im beruflichen Übergang ganze Klassen, in denen kein einziger junger Mensch Deutsch spricht. Dort gibt es kein Sprachbad, von dem Sie hier immer sprechen, es gibt einen reinen Kampf um das sprachliche Überleben für die Lehrkräfte und die Schüler. Es muss dringend etwas passieren: richtige Sprachkurse vorschalten, die Schüler fit machen für das, was auf ihrem Lehrplan steht, was sie angeblich tun müssen und nicht leisten können. Das ist Ihre Aufgabe! Wenn das heute die Ankündigung eines Kurswechsels gewesen wäre, dann war es zwar ein ganz, ganz kleiner, aber wir begleiten Sie gerne auf dem Weg zum echten Kurswechsel. (Beifall von der CDU.) Die beruflichen Schulen freuen sich über Ihre Bekenntnisse, Ihre Unterstützung. Sie freuen sich auch, wenn es sich im Haushalt bei der Personalisierung niederschlägt. Sie hätten sich auch gefreut, hätte es sich bei der Pflichtstundenverordnung niederschlagen, bei der die Grundschulen sehr erfreut waren und die beruflichen Schulen leer ausgingen. Nur noch ein letzter Satz, weil mir die Zeit fehlt. Gerade diese Woche hat ein sehr engagierter beruflicher Lehrer zu mir gesagt: Noch kommen andere Länder, weil diese Marke „duale Ausbildung“ in aller Welt noch etwas gilt. Sie kommen hierher, sie nehmen unsere Konzepte mit, und in wenigen Monaten und Jahren machen sie es besser als wir, denn wir geben es gerade auf. - Das darf nicht passieren, meine sehr geehrten Damen und Herren! - Vielen Dank. (Beifall von der CDU.)

Alle Reden von Jutta Schmitt-Lang Protokoll ↗