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Friedrich Josef Dörr

AfD 27.08.2025 Sitzungen 17/39

Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Liebe Saarländerinnen und Saarländer! Es ist ein wichtiges Thema. Ich habe sechs Minuten und werde mich auf sehr wenig konzentrieren müssen. Es ist wie gesagt ein wichtiges Thema, das zu einem Zeitpunkt kommt, zu dem das Kind in den Brunnen gefallen ist, aber noch gerettet werden kann. Besser wäre es, man würde über solche Themen im Vorhinein schon vorbeugend reden und dann auch handeln, damit man später nicht vor einem Scherbenhaufen steht. Die CDU hat einen Antrag eingebracht und meine Kollegin Frau Mücklich-Heinrich hat hier sehr vieles gesagt, was wir teilen und was der Wirklichkeit entspricht. Da ist von Schwarzmalerei keine Rede. Man könnte es noch viel dunkler malen. Die SPD ist dann sozusagen schnell mit einem eigenen Antrag draufgesprungen, um zu rechtfertigen, was alles schon gemacht wurde. Es ist immer das Gleiche. Man sagt, man hat das und dieses und jenes gemacht. Das ist alles schön und alles ist wahrscheinlich auch richtig, aber die Bemühungen muss man am Ergebnis messen und das Ergebnis ist katastrophal. Wenn man die Ursachen sieht - ich verkürze es auf Fachkräftemangel -, dann ist es unsere Bevölkerungsentwicklung. Demografischer Wandel, sagt man. Man würde besser von demografischer Katastrophe sprechen. Das ist nicht seit 20 oder 50 Jahren so. Ich habe einen Vortrag von einem wichtigen Mann in diesem Bereich gehört. Es ist - das ist auch nachvollziehbar - seit über 100 Jahren eine Bewegung. Das weiß man. Das wissen die Politiker. Die Politiker haben die Verantwortung, zu reagieren. Das, was man gemacht hat - man kann viel aufzählen -, hat bisher nicht bewirkt, dass eine Wende eingetreten ist. Wir haben eine bevölkerungspolitische Katastrophe. Das Erste, was man machen müsste, wäre, dem durch eine wirkungsvolle Familienpolitik entgegenzuwirken. Das ist der erste Punkt. Wir haben jetzt eine bestimmte Situation, aus der wir nicht von heute auf morgen herauskönnen: Wir haben zu wenig Kinder bei uns in der Gesellschaft. Wir haben zu wenig junge Menschen. Mit diesen jungen Menschen gehen wir sehr unpfleglich um. Ich höre oder lese, dass ungefähr 10 Prozent unserer Kinder keinen Abschluss haben. Das ist eine Katastrophe, ein Armutszeugnis. Das ist eine Katastrophe unseres Bildungssystems. Das darf es überhaupt nicht geben. Ich war selbst - das wissen Sie - lange Jahre Schulleiter. In meiner Schule hat jeder den Abschluss erreicht. Betriebspraktika in der 8. und 9. Klasse sind im Lehrplan enthalten. Wenn ich zweimal sitzenbleibe, mache ich die nicht mit. Da liegt unheimlich viel im Argen. Es dürfte überhaupt nicht sein, dass es Kinder bei uns gibt, die keinen Bildungsabschluss haben. Ich nehme eine andere Zahl: 3.500 Jugendliche sind arbeitslos. Das sind ungefähre Zahlen, vielleicht sind es 3.400 oder 3.600. Das sind Einzelschicksale, das ist ganz schlimm. Das ist ein Jugendlicher, der morgens nicht weiß, was er am Tag macht. Er hat keine Arbeit. Er ist vielleicht fehlausgebildet, es haben die Anreize gefehlt, irgendetwas ist faul im Staate Dänemark. Das Kind ist aber jetzt in dieser Situation, dass es morgens aufsteht und nicht wie andere seine Tasche nimmt und zu seinem Arbeits- oder Ausbildungsplatz geht. Nein, das Kind weiß nicht, wohin es gehen soll. Es hat ausgeschlafen. Wo die Jugendlichen landen, sehen wir in unseren Kriminalstatistiken. Das ist ein Verbrechen unserer Gesellschaft. Das ist ein Verbrechen der Verantwortlichen. Das ist ein Verbrechen von uns Politikern, die wir dafür verantwortlich sind. Von uns muss verlangt werden, dass wir die Dinge vorausschauend sehen und vorausschauend ändern. Noch ein Wort zur CDU: Was vorgetragen wurde, ist alles prima. Es ist auch gut, dass es hier als Debatte, als Tagesordnungspunkt zur Rede kommt. Aber, liebe Kolleginnen und Kollegen von der CDU, Sie waren bis vor drei Jahren bei diesem Verein dabei. Die letzten Bildungsminister haben Sie selbst gar nicht beansprucht, sondern der SPD überlassen und vorher den GRÜ-NEN. Ich sage voraus - hoffentlich kommt es nicht so, Sie haben es in der Hand: Wenn die nächsten Landtagswahlen vorbei sind, werden Sie wieder mit dieser SPD koalieren, die erfolglos ist und nach dreieinhalb Jahren nichts vorzuweisen hat. Dann werden Sie Ihre Glaubwürdigkeit verloren haben. Sie haben aber noch Zeit zum Nachdenken. - Herzlichen Dank. (Beifall von der AfD.)

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