Barke
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren Abgeordnete! Liebe Saarländerinnen und Saarländer! Ich will in der Debatte kurz das Wort ergreifen, zum einen, um Danke zu sagen für den Antrag, denn er lenkt das Licht auf eine wichtige Branche in diesem Land, die es nötig hat, dass wir sie unterstützen. Das tun wir als Landesregierung mit Kräften. Deshalb Danke für den Antrag. Ich will aber gleichermaßen dir, Bernd Wegner, danken für die wertschätzende Auseinandersetzung mit dem Antrag, mit der Branche und auch für die Würdigung für Hanspeter Georgi. Wenn du das nicht gemacht hättest, hätte ich es selbst getan. Hanspeter Georgi hat seine ganz besonderen Verdienste, insbesondere um den Tourismus in diesem Land. Einer dieser wunderbaren Radwege ist nach ihm benannt. Er ist trotz fortgeschrittenen Alters immer noch dabei, wenn es darum geht, einzelne neue Abschnitte in Gebrauch zu nehmen, er fährt auch mit. Er hat da seine Verdienste und das soll an dieser Stelle gewürdigt werden. Wir haben in der Vergangenheit gemeinsam vieles auf den Weg gebracht. Es ist wichtig, dass wir einen Blick auf die Branche lenken. Denn sie leistet deutlich mehr, als viele sehen, für die Beschäftigung in diesem Land, für den Wirtschaftsstandort, für unser aller Wohlbefinden und für die Außenwahrnehmung unseres Landes, die von besonderer Bedeutung ist, dies gerade in dem Kontext, dass wir darauf angewiesen sind, dass viele motivierte Fachkräfte ins Land kommen, wo es gute Gastronomie, gute Angebote für die Freizeit - als Umfeld des Tourismus in diesem Land, durch Investitionen entstanden - und Lebensqualität gibt. Das Saarland ist ein Standort, an dem Menschen gerne leben. Dafür dürfen wir mit solchen Anträgen wie heute für die Zukunft deutlich stärker werben. Es ist eben gesagt worden, dass 32.000 Mitarbeiter in der Branche sind, 11.000 in Vollzeit, viele in Teilzeit beschäftigt. Auch diese Teilzeitbeschäftigungen sind wichtig. Sie stellen uns seit der Corona-Krise aber vor besondere Herausforderungen. In der Vergangenheit haben viele Menschen Arbeit in der Gastronomie gefunden. Studierende hatten Nebenjobs in der Gastro, aber in der Krise waren sie in Sorge, wo sie ihr Geld verdienen sollen. Sie sind dann in den Handel gewechselt. Teilweise haben sie auch festgestellt, dass sie dort unter deutlich günstigeren Rahmenbedingungen möglicherweise etwas mehr Geld verdienen. Sie kommen also nicht zurück. Die junge Generation, die man hätte heranführen können, war durch Corona schlicht und ergreifend teilweise vom 16. bis zum 19. Lebensjahr vom Leben in diesem Land abgeschnitten, wie ich es einmal ausdrücken will. Deshalb sind in der Gastronomie Situationen entstanden, an denen wir noch viel arbeiten müssen, um an alte Erfolge anknüpfen zu können. Trotzdem waren es 400.000 Übernachtungen mehr seit 2014. Das ist ein beredtes Beispiel für den Erfolg der aufgesetzten Strategie, die demnächst weitergeschrieben wird. Wir sind gerade dabei, mit 120 Expertinnen und Experten und speziell mit Frau Grauvogel, die das über die TZS mit ihrem Team begleitet, die Strategie in die Zukunft zu entwickeln. Sie wird auch noch neue Akzente setzen. Das ist wichtig für dieses Land. Flusstourismus wird, ohne den Experten vorgreifen zu wollen, mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit eine ganz besondere Rolle spielen. Ich habe eben gesagt, 120 Leute arbeiten jetzt in der neuen Strategie mit. Sie tun das mit viel Leidenschaft. Heute Morgen konnte ich in der Zeitung einen Artikel von Herrn Sponticcia lesen, der Herrn Meyer von der Karlsberg Brauerei zitiert. Dieser hat den Slogan „Großes entsteht immer im Kleinen“ kritisiert. Damit ist er nicht der Erste, der Slogan ist international auch nicht so tauglich, aber die Idee, auf die er kam, war, dass man sagen muss: „Großes entsteht durch Leidenschaft“. Das bezeichnet die Branche in all ihren Bereichen, mit der besten Küche, der Sterneküche, die deutlich ausgeprägt ist, aber auch in der Breite: bodenständig, super Angebote, super Qualität. Das ist, was dieses Land auszeichnet: Viele Menschen arbeiten mit viel Leidenschaft an den künftigen Themen. Ich bin froh, dass es im Koalitionsvertrag gelungen ist, dass wir die Gastro-Mehrwertsteuerabsenkung mit auf den Weg bringen wollen, und ich bin auch froh über die Aussagen, dass wir über die Bundesebene in Richtung EU endlich das Thema Entbürokratisierung, insbesondere für Klein- und Kleinstbetriebe angehen wollen. Da hat sich die Bundesregierung etwas vorgenommen. Ich wäre froh, wenn das am Ende zeitnah gelingen würde. Denn das wird dazu beitragen, dass das Ganze sich für die Zukunft gut entwickelt. In diesem Sinne noch einmal Danke für den Antrag und den tollen Blick auf die Branche. Sie hat es verdient. Mit unserem Förderprogramm, das wir auf den Weg gebracht haben, zu dem ich jetzt aber keine Detailausführungen mehr mache, knüpfen wir an das Sonderkonjunkturprogramm in der Krise an, in dem wir viele Betriebe fit gemacht haben. Wir sind mit den neuen Fördersätzen in der Lage, die Branche gut zu begleiten. Bei den Aktivitäten wie Special Olympics, dem Tag der Deutschen Einheit, dem Deutschen Tourismustag und allem, was da noch kommt, ist es gut, wenn wir gut aufgestellt sind - mit besten Betrieben mit hoher Qualität. Denn die Gäste, die kommen, beurteilen die Einrichtungen, in denen sie übernachten, und die Lokalitäten, in denen sie essen. Wenn sie Gutes erfahren, kommen sie wieder. Das Schlimme ist, wenn sie Schlechtes erfahren, dann reden sie auch darüber. Deshalb ist es gut, wenn wir uns in der Branche leistungsfähig aufstellen. Sie ist ein wichtiger Beitrag im Strukturwandel dieses Landes, das kann nicht oft genug erwähnt werden. Es sind tolle Jobs, die dort entstehen. Wir werben ja auch gemeinsam dafür, und zwar über die Kampagne „Du machst den Moment“, wo junge Menschen über ihren Beruf erzählen, welche Leidenschaft dahintersteckt und darüber, was sie im Beruf erleben, wenn sie Menschen, die als Gäste zu ihnen kommen, etwas Gutes tun können. In diesem Sinne vielen Dank für den Antrag, vielen Dank für die Aussprache zu dem Thema. - Glück auf!
