Friedrich Josef Dörr
Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Liebe Saarländerinnen und Saarländer! Es ist hier angeprangert worden, die AfD hätte eine Verfassungsänderung eingebracht, um in der Tagesordnung nach vorne zu kommen. Umgekehrt wird doch ein Schuh daraus: Wäre man immer bestrebt, die AfD in der Tagesordnung nach hinten zu schieben, könnte man es ihr doch nicht verübeln, würde sie nach Wegen suchen, in der Tagesordnung auch einmal nach vorne zu kommen. Ob wir das machen, ist eine andere Frage. Das möchte ich nur zu dem Vorwurf sagen. Dann zu der Aussage, der Begriff Abendland sei schwammig und christlich sei ausgeschlossen. Also zuerst einmal gehört das Christentum selbstverständlich zum Abendland! Wenn der Begriff Abendland schwammig ist, dann ist natürlich auch der Begriff Christentum und dann sind die meisten Begriffe mehr oder weniger schwammig. Aber wir wissen schon, wenn wir von Christentum reden, was damit gemeint ist. Und wir wissen auch, wenn wir vom Abendland reden, was damit gemeint ist. Und wenn es nicht reicht, dass man so definiert, geht es vielleicht um die Abgrenzung von einem anderen Begriff. Was die christliche Nächstenliebe betrifft, kann ich Ihnen versichern, ich habe Bekannte und Kollegen, die nie in der Kirche waren oder aus der Kirche ausgetreten sind. Sie sind mindestens genauso nächstenlieb wie manche Christen, die ich kenne, und es gibt auch Christen, von denen ich nicht sagen kann, dass sie nächstenlieb wären. Und wenn Herr Wagner, ein Vertreter der CDU, das anprangert, muss ich sagen, dass das Verhalten seiner Partei, ob das jetzt im Land oder im Bund ist, in weiten Teilen nicht nur nicht christlich ist, sondern vielleicht sogar richtig unchristlich. - Herzlichen Dank. (Beifall von der AfD.)
