landtag-saar.de ↗

Friedrich Josef Dörr

AfD 19.02.2025 Sitzungen 17/34

Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Liebe Saarländerinnen und Saarländer! Das Land, der Staat ist schon zu einem großen Teil für die Gesundheit, aber vor allem für das Gesundheitswesen im Lande verantwortlich. Mein Kollege Herr Toscani hat ein paar Krankenhäuser aufgezählt, die geschlossen worden sind. Er hat noch eines vergessen: In Saarbrücken ist das angesehene Evangelische Krankenhaus vor Kurzem geschlossen worden. Die Leute beschweren sich schon, weil das ein gut funktionierendes Krankenhaus war. Ich komme aus dem Dorf Wemmetsweiler. Krankenhäuser, die früher selbstverständlich waren wie das in Illingen oder das Krankenhaus in Quierschied, sind schon längst geschlossen. Das heißt also, das ist eine Geschichte, die uns schon länger bewegt. Es ist nicht so, als ob das ein Problem wäre, das erst heute auf uns zukommt. Ich war in den Siebzigerjahren fünf Jahre im Kreistag in Neunkirchen, da waren wir verantwortlich für das Kreiskrankenhaus in Ottweiler. Ich war 20 Jahre im Regionalverband Saarbrücken, da waren wir mit Träger der SHG. Ich habe also einige Einsichten gewinnen können, welche Probleme die Krankenhäuser haben. In Ottweiler zum Beispiel kam der Chefarzt mal zu mir - ich war Obmann dieser Gruppe, die das verantwortet hatte - und hat gebeten, dass wir ein Gerät für 3 Millionen Mark anschaffen sollten. Da habe ich gefragt: „Ja, brauchen wir das dringend?“ Er hat geantwortet: „Also so dringend brauchen wir es nicht, aber die anderen Kliniken haben das und wenn wir das nicht haben, sind wir nicht mehr konkurrenzfähig und unsere Patienten werden auch nicht mehr so gut behandelt, wie sie in anderen Kliniken behandelt werden.“ Da gehen einem als Träger die Argumente aus, er hat recht gehabt. Aber das ist so eine Sache, denn das ist teuer und der Fortschritt ist nicht billig. Das ist nicht nur bei dem einen Gerät so, das er mir vorgestellt hat, sondern das ist bei allen Geräten, in allen Sparten so. Das heißt also, der Fortschritt muss bezahlt werden. Das Zweite, was im Laufe der Zeit zugenommen hat und bei dem wir immer sagen, dass wir das bekämpfen wollen, wo wir aber bisher nichts getan haben - es bekämpfen zu wollen, reicht überhaupt nicht, der Ansatz ist auch nicht richtig ‑ , ist die ausufernde Bürokratie. Das haben wir ja selbst in der Hand. Aber die Bürokratie in den Krankenhäusern verursacht sehr viele Kosten, verschlingt sehr viel Geld und bindet auch viel Personal. Dann haben wir natürlich auch noch die Situation, dass unsere Menschen zwar Gott sei Dank älter werden, aber leider Gottes dann am Ende ihres Lebens auch öfter krank sind und auch mal ein Krankenhaus besuchen müssen. So, und jetzt kommt, was mich unheimlich stört an der ganzen Diskussion, und das seit Jahren: Mal sind es die Krankenhausträger, dann sind es die Krankenkassen, dann sind es die Ärzte und so weiter, die meinen, ein Krankenhaus müsse sich lohnen. Wie kommt man eigentlich auf die Idee? Muss sich eine Schule lohnen? Muss sie sich sofort bezahlbar machen? Müssen die Einnahmen so hoch sein wie die Ausgaben? - Übermorgen sind wir zur Eröffnung des neuen Funktionsgebäudes eingeladen. Das ist eine tolle Sache, aber ich frage Sie: Muss die Polizei rentabel sein? - Auf die Idee käme man gar nicht, aber beim Krankenhaus meinen wir, es müsse rentabel sein. Nein, das muss es nicht sein. Es muss natürlich wirtschaftlich arbeiten. Es muss auch ein System her, wie die Arbeit verteilt wird. Es kann nicht in jedem kleinen Dorf eine Spezialklinik für Herzkrankheiten geben. Dadurch, dass Wadern ausgefallen ist, ist die Versorgung im Norden unseres Landes im Augenblick schwach. Da müssen Anlaufstellen her. Das können kleine Krankenhäuser sein. Das Krankenhaus in St. Wendel ist nicht groß. Das Krankenhaus in Illingen war auch klein. Für den Fall, dass bei Personen Krankheiten vorliegen, bei denen eine besondere Behandlung erforderlich ist, muss man Spezialkliniken haben. Wir haben beispielsweise in Völklingen eine Herzklinik. Wir haben zudem die Universitätsklinik. Das kann man noch ausbauen. All das muss gut geplant werden. Das kann man nicht auf morgen oder übermorgen verschieben. Das muss man sofort machen und das ist eine laufende Aufgabe. Ich will jetzt nicht diese oder die vorherige Regierung kritisieren, will aber sagen, es ist eine Aufforderung von uns, dass die Regierung diese Sache als ureigene ganz wichtige Auf- (Abg. Dörr (AfD)) gabe erkennt und wirklich intensiv an der Lösung der Probleme arbeitet, sodass wir nachher ein funktionierendes Krankenhaussystem beziehungsweise eine funktionierende Krankenhauslandschaft im Saarland haben. Ich nenne noch einen Punkt, weil oft von einem Mangel an Ärzten und Pflegepersonal gesprochen wird. Wir haben in der Vergangenheit Fehler gemacht, die überhaupt nicht zu verstehen sind. Wieso muss ein Arzt ein Einser-Abitur haben? Wieso kann jemand, der die mittlere Reife oder den Hauptschulabschluss hat und sonderbegabt ist - ich habe hier schon einige Male über Sonderbegabungen gesprochen - sowie besonders motiviert ist, Leuten zu helfen, kein Arzt werden? - Es gibt noch viele Dinge, die man machen könnte, aber das soll es erst einmal gewesen sein. - Herzlichen Dank. (Beifall von der AfD.)

Alle Reden von Friedrich Josef Dörr Protokoll ↗