Friedrich Josef Dörr
Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Liebe Saarländerinnen und Saarländer! In Artikel 30 unserer Verfassung steht unter anderem, dass unsere Jugend in der Liebe zu Heimat, Volk und Vaterland erzogen werden soll. Ich finde sehr gut, dass das in der Verfassung steht. Allerdings denken wir von der AfD-Fraktion, dass in Anbetracht der Tatsache, dass inzwischen sehr viele Menschen von außerhalb unseres Landes bei uns wohnen und manche oder viele davon auch bei uns wohnen bleiben, dass man vielleicht einen Aufruf zur Eingliederung einfügen könnte, indem man sagt, dass die Jugend auch Kenntnis von den historischen Wurzeln des Abendlandes haben sollte. Das ist unser Antrag. Frau Präsidentin, erlauben Sie mir, dass ich unser Dichterfürsten Johann Wolfgang von Goethe zitiere, der den Faust sagen lässt: „Was du ererbt von deinen Vätern hast, erwirb es, um es zu besitzen.“ Das schien mir passend, es ist mir auch deshalb eingefallen, weil das 1957 beim wissenschaftlichen Teil meiner ersten Lehrerprüfung mein Aufsatzthema war. Mein Großvater väterlicherseits ist 1880 geboren, er war Bergmann, Josef Dörr hieß er. Meine Großmutter väterlicherseits, Barbara Dörr, geborene Schreiner, ist 1885 geboren. Ich hatte das Glück, mit meinen beiden Großeltern und auch den Eltern und Geschwistern 20 Jahre lang in einem Haushalt leben zu dürfen. Deshalb weiß ich auch jetzt noch, dass beide das große Einmaleins, von dem gar nicht mehr gesprochen wird, zum Beispiel 17 mal 13, auswendig konnten. Sie konnten auch die Bibel, den Katechismus auswendig. Sie konnten sehr viele Gedichte auswendig, die sie bei passender Gelegenheit, je nach Jahreszeit oder Stimmung, vorgetragen haben. Sie konnten sehr viele Lieder auswendig, und zwar bis zur letzten Strophe. Das war die Erziehungsarbeit der damaligen Zeit. Meine Großeltern sind zeitlebens auch Leser gewesen. Das wurde in der Familie fortgeführt. Das war eine sehr gute Sache. Sie wussten auch genau, wem sie eigentlich verpflichtet waren. Damals gab es das Deutsche Kaiserreich, dem sie moralisch verpflichtet waren, und sie waren der katholischen Kirche verpflichtet. Sie haben ihr Leben danach ausgerichtet. Sie hatten also eine Leitkultur. Man kann auch einfach sagen: Sie hatten eine Kultur. Wir haben jetzt eine Situation, dass durch ungezügeltes oder unkontrolliertes Eindringen von sehr vielen Menschen in unser Land eine Lage entstanden ist, die wir als multikulti kennen. (Zuruf von der SPD: „Eindringen“ von Men- schen?) Ich sage, multikulti ist gescheitert. Multikulti gibt es in der Welt an verschiedenen Stellen und dort gibt es überall Streit und Unfrieden. Am friedlichsten leben die Menschen dort zusammen, wo sie einigermaßen harmonisch zueinanderpassen oder zumindest dieselbe oder eine ähnliche Kultur haben. Dort ist am meisten Frieden zu erwarten. Wie kommen wir zu dieser Situation? - Einige wenige haben diese Immigration in unser Land gewollt und wollen sie nach wie vor. Unter dem Deckmantel der Menschlichkeit haben sie viele einfache Leute dazu verführt, ihre Zeit und ihr Geld zu opfern, um eine Situation herbeizuführen, die der großen Menge unserer Menschen nicht dient, sondern die der großen Menge unserer Menschen schadet. Das sehen wir in allen Bereichen: beim öffentlichen Personennahverkehr, beim Gesundheitssystem, beim Schulsystem, das sehen wir überall. Das ist eine Situation, die einigen wenigen nützt und sehr vielen Leuten schadet. Unser Antrag ist dafür gedacht, dass diejenigen, die bei uns wohnen, aber nicht bei uns geboren sind - ich habe selbst Familienangehörige, die nicht in Deutschland geboren sind -, besser eingegliedert werden können. - Herzlichen Dank. (Beifall von der AfD.)
